Friday 27. May 2022

Weihnachten

Krippe

Zu Weihnachten feiern wir Christen die Geburt Jesu Christi. Gott wird Mensch und begegnet uns dadurch auf Augenhöhe. Himmel und Erde berühren sich.

Weihnachtliche Klänge, besondere Düfte, festliche Gottesdienste, geschmückte Christbäume, das Friedenslicht von Betlehem, Familienfeiern. Kein anderes Fest im Kirchenjahr wird aufwändiger gefeiert. Mit keinem anderen Fest im Kirchenjahr verbinden sich so viele Emotionen. Vielleicht hat das mit der Geburt des Kindes zu tun. Jede Geburt - das wissen alle Mütter und Väter - verbindet Himmel und Erde, markiert den Beginn von etwas ganz Neuem.

 

Seit dem vierten Jahrhundert feiern wir Christen die Geburt Christi als Ankunft des Erlösers in der Geschichte der Menschheit. In der Westkirche legte man das Fest deshalb auf den 25. Dezember, weil zur Zeit der Wintersonnenwende an diesem Tag in Rom bereits das Fest des "sol invictus" - des unbesiegten Sonnengottes - gefeiert wurde. Die in den Wintertagen prägende Lichtsymbolik wurde mit Jesus Christus verbunden. Jesus ist als Erlöser das Licht, das in die Dunkelheit der Welt kommt.

 

 

Dass dem Heiligen Abend in unseren Breiten eine so große Bedeutung zukommt, hat seinen Hintergrund im jüdischen Verständnis des Tagesablaufes, in dem der neue Tag bereits in der Dämmerung des Vorabends beginnt. Deshalb werden die Weihnachtsgottesdienste auch in der Nacht von 24. auf 25. Dezember gefeiert. Diese Nacht wird durch die Geburt Christi zur gesegneten nacht, zur "Weih-Nacht".


In den Weihnachtsgeschichten der Evangelien, die wohl zu den meistgelesenen Bibelstellen gehören, finden wir viele Motive aus dem Alten Testament wieder (Messias, Sohn Gottes, Kind als Retter). Jesus Christus wird uns als Messias, als Retter vorgestellt - allerdings mit einer endgültigen Perspektive: Die Welt wird in die Sphäre Gottes mit hineingenommen, denn Gott kommt im Menschen Jesus von Nazareth mitten in der Realität unserer Erde an. Der Evangelist Johannes beschreibt das mit starken Worten: "und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt." (Joh 1,14)

 

 

(mh)

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