Monday 30. March 2020
Pfarre Linz-Marcel Callo (Auwiesen)

Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz

Deutung des Künstlers Christoph Fuchs

„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk 23,34)

Grundlage war ein verbildlichter Gedankenstreifen. Jeder Streifen enthält Wörter oder einzelne Buchstagen. Die Wörter sind jedoch im Laufe der Entwicklung entschwunden. Zurückgeblieben ist die Idee, wo nun jeder seine eigenen Gedankenströme einsetzen kann, wenn er sich auf eine Bahn begeben will. Jedoch wer lässt sich schon vorsätzlich einspannen, außer von seinen Überzeugungen; Überzeugungen, die manchmal zum Selbstzweck geworden sind und eben als Streifen, als Linie durchs Leben ziehen.

 

„Amen, ich sage dir: Heute noch, wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 23,43)

Wie sieht das Paradies aus?
Ist es weiß oder ist es blau?
Ich dachte an gelb, an rot, an grün und an blau. Was kam heraus – ein nahezu schwarz. Jedoch kann das Paradies nicht schwarz sein. Wo bleibt da die Hoffnung?
Denn das Prinzip der Hoffnung zog sich für mich durch sämtliche der 7 Worte. Der Himmel ist blau mit einem weiß hinterlegt, leicht nach vorgekippt. Blickt man hinein, sieht man sich vielleicht, je nach Licht oder Betrachtungswinkel.

 

„Frau, siehe, dein Sohn!“ und „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,26-27)

Der Künstler Christoph Fuchs schreibt dazu:

Als Menschen sind wir verschlungen. Wenn wir auch noch so an unsere Unabhängigkeit glauben, sind wir doch ein zartes Gebilde, eine Gedankenschnur, transparent, die um sich und den anderen geschlungen ist, Schleifen zieht, irgendwo geerdet ist, nach Erdung sucht. Nie sind wir wirklich allein. Hoffnung, dass wir einerseits transparent sind und doch verschlungen mit anderen Menschen Wechselwirkungen eingehen, reagieren und weiterleben.

 

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34; Mt 27,46)

Als Falle aufgestellt das Krebsnetz, mit dem der Krebs gefangen wurde. Inmitten von Schwarz begleitet und gehalten von Weiß. Vielleicht in eine Richtung weisend? Zwei parallel verlaufende Linien treffen sich im Unendlichen.

 

„Mich dürstet.“ (Joh 19,28)

Bei dem Begriff „Durst“ denke ich an Wasser. Wasser kann sehr schön sein, mächtig, bedrohlich wie das Meer – oder verschmutzt. Teerverschmierte Verpackung, eine Verpackung , der schon die Luft ausgegangen ist. Trotz dieses wunderbaren Überflusses Wasser hadern wir mit dem Element, zerstören es, gehen sorglos damit um. Mich dürstet: Das Bild eines Toten, von Öl verschmierten Vogels dringt durch den Kopf.

 

„Es ist vollbracht!“ (Joh 19,30)

Ruhe ist eingekehrt, eine Ruhe aus weißen Federn, eine Ruhe in mitten von Wolle, eingepackt, leicht gedrückt. Eine Ruhe, die nach dem heftigsten Pulsieren auftritt, wo nch etwas nachschwingt, die noch nicht zur absoluten Stille gefunden hat.

 

„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23,46)

Das Kreuz. Das Kreuz, wird vom Netz getragen und ist rot. Das Kreuz, das sich hinter einem jeden der 7 Objekte befindet, ist plötzlich auf der Vorderseite, kommt zum Vorschein und ruht sich aus. Symbolisch gesprochen: Jetzt darf sich das Kreuz ausruhen, halten lassen, reinlegen ins Netz.

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