Thursday 26. November 2020

Gedanken für den Tag

20. November 2020

Wieder ein Jahr vorbei - ein Kirchenjahr

 

Gedanken zum Fest Christkönig von Mag. Reinhard Waldhäusl

Christkönig
Wieder ein Jahr vorbei – ein Kirchenjahr!
Das Christkönigsfest ist ein vergleichsweise junges Fest, es wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt. 1925 feierte die römisch-katholische Kirche das 1600-Jahr-Jubiläum des ersten Konzils von Nicäa, das im Jahr 325 stattfand, mit einem Heiligen Jahr. Mit der Enzyklika »Quas primas« setzte Papst Pius XI. das Hochfest vom Königtum Christi in den liturgischen Kalender ein. Es bildet den Abschluss des Kirchenjahres.
Wir feiern Christus, der für alle Menschen und durch alle Zeiten hindurch der höchste Herr ist. Schon Pilatus hatte Jesus gefragt: „Bist du denn ein König?“ Und Jesus beantwortet die Frage mit „Ja“. Aber: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.“
An welche Gestalt bzw. welche Eigenschaften denken Sie, wenn Sie das Wort „König“ hören?
Viele werden noch von den Märchen aus der Kindheit die verschiedenen Königsgestalten kennen; da gab es gute und schlechte Könige, weise Könige und tollpatschige, machtgierige Könige und Könige, denen das Wohl ihres Volkes am Herzen lag.
Aktuell fällt uns wahrscheinlich die wohl berühmteste Königin, nämlich die Queen Elisabeth von Großbritannien ein. Und dann gibt es noch einige aus der Regenbogenpresse, die jedoch nicht wirklich regieren. Zur Zeit Jesu gab es allerdings überall Könige.
Das Christkönigsfest, das wir heute feiern, wurde von der katholischen Kirche eingesetzt, um dem Wunsche nach Zugehörigkeit zu einem König zu entsprechen. Wir haben mit Jesus einen König, dem es um das Volk geht, zu dem man aufschauen kann, den man verehren kann. War das auch schon zur Zeit Jesu so?
Mitnichten, Jesus war ein mittelloser Wanderprediger, der von vielen, vor allem von den Einflussreichen, abgelehnt wurde. Er kann nur auf sein unsichtbares Königreich, das nicht von dieser Welt ist, verweisen. Seine einzige Krone war die Dornenkrone – und dann auch noch dieses furchtbare Ende seines Lebens am Kreuz.
Am Fest Christkönig soll er aber auf dem Platz stehen, der ihm gebührt: Er sitzt zur Rechten Gottes als Herrscher und Richter der Welt.
In den drei Lesejahren werden die Aspekte seiner Herrschaft dargestellt:
So finden wir ihn im Lesejahr B (Joh 18,33b-37) als König, der nicht von dieser Welt ist. Das heißt: Jesus ist nicht einer der vielen Könige, wie sie die Völker kennen. Das Königtum Jesu besteht darin, dass der Himmel die Welt berührt. Er ist gekommen, dass er für die Wahrheit Zeugnis ablegt.
Im Lesejahr C (Lk 23,35-43) ist er der, der halbtot am Kreuz hängt und verhöhnt und ausgelacht wird. Seine Lage teilt er mit den Gewaltopfern auf der ganzen Welt. Müsste er jetzt nicht seine Macht erweisen und draufhauen, endgültig dreinschlagen? Nein, Gottes Macht ist anders. Einer von denen, die mit Christus hingerichtet werden, vermag, was nicht menschenmöglich ist: Er kann an die Macht der Ohnmacht glauben indem er sagt: „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Jesus antwortete ihm: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“
Und heuer, im Lesejahr A (Mt 25,31-46) hören wir, welcher Art sein Gericht und Urteil ist: „Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben, ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben.“ Der Christkönig kennt die Grundbedürfnisse der Menschen.
Er kennt aber auch den Hunger nach Anerkennung und Wertschätzung.
Dieser König fragt nicht nach Steuern und Abgaben, sondern er fragt, was wir dagegen tun, wenn andere hungrig, durstig oder nackt sind.
Der Christkönig rechnet nach seinen Kriterien ab, er will keine Köpfe rollen sehen, er haut niemanden in die Pfanne. Er schaut uns ins Herz und dabei macht er keine Unterschiede zwischen den Menschen. Jede und jeder ist ihm gleich wichtig, er ist eben ein König der Herzen.
Wir glauben immer, wir entscheiden uns für oder gegen ihn. Nein, lange bevor wir uns für Jesus entscheiden, hat sich er schon längst für uns entschieden. Wir sind von ihm auserwählt und werden daher auch in Mitverantwortung gezogen. Unserem König zu folgen heißt, den Nächsten lieben wie sich selbst und auch ihm, dem König, die Ehre zu geben.
Gehen wir auf andere zu, strecken wir ihnen die Hand entgegen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Jesus ist unser Herr und Bruder, der dann zu uns sagen wird: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
Alle Evangelien des Christkönig-Sonntags erinnern aber auch an die Erwartung seiner Wiederkunft. Und somit leitet das Christkönigsfest in den kommenden Advent über, der kommenden Sonntag beginnt.

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