Sunday 28. November 2021
Pfarre Wilhering

Pfarrer P. Johannes zum 32. Sonntag im Jahreskreis

07. Nov. 2021

Liebe Mitchristen!

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 Bibeltexte 071121

 

 

 

Jesus geht mit den Schriftgelehrten und den Pharisäern hart ins Gericht, und da hat Markus sich noch kurz gefasst im Vergleich zu dem, was im 23. Kapitel des Matthäusevangeliums steht. Dabei sind doch die Pharisäer die anständigen Menschen, zu denen wir uns im Normalfall zählen dürfen. Dennoch stellt Jesus mit ihnen auch unser Verhalten immer wieder in Frage. Das Hauptproblem ist wohl, dass wir der Barmherzigkeit Gottes und seiner Großzügigkeit immer wieder Grenzen setzen.

 

 

„Tue Gutes und rede darüber.“ Das ist ein Spruch, der in der Gegenwart gepflegt wird. Da werden Projekte ausgearbeitet, die schon im Vorfeld gelobt und verkündet werden. Die Durchführung wird medial begleitet, damit viele davon in Kenntnis gesetzt werden. In vielen Sitzungen wird die Durchführung geplant. Nach Beendigung des Projektes wird evaluiert. Es finden Befragungen statt, und schließlich wird das Ergebnis in den höchsten Tönen gepriesen. Resümee: Wir waren super, wir haben Großartiges geleistet.

 

Zumindest das Programm Jesu sieht anders aus. In der Bergpredigt sagt er: „Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen, sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten“ (Mt 6,1). „Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut!“ (6,3). Diese Forderungen Jesu stehen im Widerspruch zu dem, was heute in Sozialprojekten üblich ist. Könnte es sein, dass es oft gar nicht um wirkliche Hilfe, sondern um Selbstbeweihräucherung geht? – Dass Großspenden in Wirklichkeit der Werbung dienen? – Dass der persönliche Einsatz in Wirklichkeit das Streben nach Eigenlob ist?

 

In diese Richtung geht jedenfalls die Kritik Jesu am heutigen Sonntag: Kritisiert werden konkret die Schriftgelehrten, die sich von den Leuten gern grüßen lassen, in der Synagoge die vordersten Sitze und bei den Gastmählern die Ehrenplätze haben wollen. Ob es ihnen noch um die Botschaft geht und nicht vielmehr um finanziellen Gewinn, um Ehre und Prestige, ist eine ernste Frage, die wir uns auch heute stellen müssen. Was motiviert zum Engagement?

 

In Mk 12,40 steht ein erschreckender Satz: „Sie bringen die Witwen um ihre Häuser.“ Auch diese Kritik müssen wir in unsere Zeit übersetzen: Stimmt unser Leben mit unseren Hilfsprojekten überein? Könnten es nicht Feigenblätter sein, mit denen wir unser eigenes egoistisches Leben verbergen? – „Wasser predigen, Wein trinken“ lautet ein Sprichwort. Man hat den Eindruck auch bei der derzeitigen Klimakonferenz in Glasgow: Einsparung von CO2 aus fossilen Brennstoffen fordern und selbst fleißig mit den umweltschädlichen Flugzeugen fliegen, auch kurze Strecken…. Jesus verwendet hier auch das Wort „Scheinheiligkeit“!

 

Er ist es auch, der die unauffällige Witwe sieht, die zwei Kreuzer in den Opferkasten wirft, und der sie den vielen reichen Großspendern gegenüberstellt. Den Jüngern soll sie ein Vorbild sein. Was von Herzen kommt, braucht keine Beweihräucherung, kein Lob und keine Anerkennung. Dazu passt auch ein Wort des Apostels Paulus: „Alles, was nicht aus der Überzeugung des Glaubens geschieht, ist Sünde“ (Röm 14,23). Alles wahrhaft Gute und Wertvolle geschieht unauffällig. Es ist für die Öffentlichkeit unsichtbar. Das ist wie im Sport: Der Sieg wird gesehen und bejubelt, die eigentliche Leistung liegt aber im jahrelangen mühsamen Training. Viele Beispiele für große menschliche Leistungen wären zu nennen, die völlig unentdeckt bleiben. Der Pharisäismus sollte immer hinterfragt werden.

 

Der Text wird auch im PDF-Format angeboten, mit der Bitte, ihn auszudrucken und an die Nächsten und Näheren weiterzugeben, die kein Internet haben.

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