Sunday 28. November 2021
Pfarre Wilhering

Pfarrer P. Johannes zum 30. Sonntag im Jahreskreis

24. Okt. 2021

Liebe Mitchristen!

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 Bibeltexte 241021

 

 

Der heurige 30. Sonntag im Jahreskreis stellt den blinden Bartimäus in die Mitte. Er bettelt, um sich den Lebensunterhalt zu sichern. Offensichtlich hat er schon von Jesus gehört, der viele Menschen geheilt hat, und von dem er weiß, dass er ein Nachkomme des Königs David ist. Sein Ruf: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“, sollte genauer betrachtet werden – ebenso, dass er aufspringt und den Mantel wegwirft, als Jesus ihn einlädt, zu kommen.

 

 

  1. „Sohn Davids“ war schon früh ein Titel für den erhofften Messias. Bartimäus bekennt also Jesus als den endgültigen Heilbringer, der die Erfüllung aller menschlichen Sehnsucht nach Heil verwirklichen wird. Dieses Heil wurde sehr verschieden verstanden, auch als irdische Macht und als Sieg über die politischen Feinde. Es ist nicht abwegig, den Ärger der Begleiter Jesu so zu interpretieren, dass doch einen solchen Messias nicht ein einzelner blinder Bettler interessieren wird. Bartimäus lässt sich nicht entmutigen, sondern ruft umso lauter.
  2. Jesus ruft Bartimäus zu sich. Er hört die Bitte des einzelnen geschundenen Menschen. Man erinnert sich, dass die Jünger Jesu auch die Kinder von ihm fernhalten wollten. Gerade die aber, die in der Welt als klein, schwach und unbedeutend gesehen werden, sind bei ihm groß und wichtig.
  3. Dass Bartimäus jetzt den schweren Mantel wegwirft, der für ihn ja sein kostbarstes Utensil war, weist auf das große Vertrauen hin, man könnte aber auch sagen, er setzt alles nur mehr auf eine Karte. Entweder Jesus heilt ihn, dann findet er den Mantel wieder, oder das Leben hat sowieso seinen letzten Sinn verloren. (Wir kennen das auch von der Frau, die an Blutfluss leidet und Jesus berührt, obwohl darauf die Todesstrafe steht.)
  4. Es mag überraschend klingen, dass Jesus den blinden Bartimäus fragt, was er denn für ihn tun soll. Na, was denn schon. Bartimäus soll es aber aussprechen. Fast kindlich hört sich der Wunsch an: „Ich möchte sehen können.“ Das darf aber auch eine Anfrage an uns alle sein. Was erwarten wir denn von Gott wirklich? Wir sollen bitten, und der Herr verspricht, dass wir auch empfangen werden. Aber worum bitten wir denn? Erinnern wir uns an die Bitte von Jakobus und Johannes, die wir vorigen Sonntag gehört haben. Diese hat Jesus nicht erfüllt, schon gar nicht so, wie sie es sich vorgestellt haben. Die Bitte muss zur frohen Botschaft Jesu passen. Gott wird nicht eine Bitte erfüllen, die uns in der Folge schädigt. Insofern ist die Bitte des Bartimäus berührend in ihrer Einfachheit, die zugleich ein großes Vertrauen ausdrückt.
  5. „Dein Glaube hat dir geholfen“, sagt Jesus! Dieses Wort Jesu hören wir bei vielen Heilungen. Es fällt auf, dass die äußere Heilung gar nicht das wichtigste ist. Eigentlich muss das Herz geheilt werden, das Zerstörerische und Krankmachende in unserer Seele muss beseitigt werden. In diesem Fall muss die Seele bereit sein zum Sehen, erst dann kann das äußere Auge auch geheilt werden.
  6. In diesem Zusammenhang ist zu überlegen, was „Sehen“ eigentlich bedeutet: Äußerliches Sehen bedeutet noch nicht wirkliches Sehen. Anders gesagt: Es gibt vielfache Blindheit. Der reiche Prasser beispielsweise ist blind für den armen Lazarus (Lk 16,19-31), der Priester und der Levit sehen zwar den Schwerverletzten, sind aber auch wieder blind für seine Not. Erst der Samariter sieht wirklich. (Lk 10,25-37) Man kann blind sein für die Schönheit der Natur, weil man nur einen Blick für den wirtschaftlichen Ertrag hat. Man könnte einen freundlichen Blick schenken und damit jemand ermutigen und aufrichten. Der Blick für das Gute wäre so wichtig. Es gibt mannigfaltige Blindheit, nicht nur die körperliche Blindheit! Jeder könnte also Jesus bitten: Herr, ich möchte sehen können.

Der Text wird auch im PDF-Format angeboten, mit der Bitte, ihn auszudrucken und an die Nächsten und Näheren weiterzugeben, die kein Internet haben.

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