Saturday 23. October 2021
Pfarre Wilhering

Pfarrer P. Johannes zum 25. Sonntag im Jahreskreis

19. Sept. 2021

Liebe Mitchristen!

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 Bibeltexte 190921


 

In der kurzen Zeit des öffentlichen Auftretens hat Jesus am Beginn viel Erfolg und gewaltigen Zulauf erlebt. Die Fachsprache nennt es den „galiläischen Frühling“.

Bald wird ihm aber klar, dass sein Leben unweigerlich auf Leiden und einen gewaltsamen Tod zugeht. Er erkennt sich als den leidenden Gottesknecht, von dem der Prophet Jesaja (vor allem Jes 53) schon vor vielen Jahrhunderten gesprochen hat.

 

 

 

Jesus sagt das den Jüngern dreimal auch klar und deutlich. Aber jedes Mal gibt es darauf eine eigenartige Reaktion. Bei der heutigen zweiten Ankündigung streiten sie, wer von ihnen der Größte ist.

 

Eine Botschaft kann so schockierend sein, dass sie einfach nicht realisiert werden kann. Das hat beispielsweise die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross (1926-2004) festgestellt. So schreibt sie, dass die Diagnose einer Krebserkrankung oft zu einer rationalisierenden Reaktion führt: „Das ist ein Irrtum, die Diagnose ist falsch, bzw. Röntgenbilder wurden vertauscht…“ Dem entspricht die Reaktion des Petrus bei der ersten Leidensweissagung: Schlag dir das aus dem Kopf, das ist doch Blödsinn.

 

Bei der heutigen Aussage Jesu beginnen die Apostel zu streiten, wer der Größte von ihnen sei. Bei der dritten Leidensweissagung werden sie in die Sorge flüchten, zu wenig Brot mitgenommen zu haben. Jeweils reagiert Jesus sehr scharf. Im heutigen Evangelium sagt er: Der Erste ist der, der fähig ist, Diener aller zu sein. Und er stellt ein Kind in die Mitte! In der Passion schließlich wird der Herr selbst tatsächlich der Letzte schlechthin sein, „Ein Wurm, kein Mensch“ (vgl. Psalm 22,7, ähnlich Jes 53,3).

 

Könnte nicht die Unfähigkeit, das Unausbleibliche zu akzeptieren, auch in unserer heutigen Welt die Ursache für die Machtgier und die Unfähigkeit zu echter Nächstenliebe sein? In Bezug auf die dritte Leidensweissagung müsste man sich fragen, ob nicht Geldgier, Ausbeutung und weltweite Ungerechtigkeit ihre Ursachen in einer Todesangst haben, der man sich nicht stellen will.

 

Wenn wir einen Blick auf die Versuchungen Jesu werfen, fällt auf, dass die Reaktionen der Apostel an die Aussagen des Teufels erinnern: Mach diese Steine zu Brot! Stürze dich von der höchsten Zinne des Tempels, denn dir wird nichts passieren! Du wirst Macht über die ganze Welt haben, wenn du vor mir niederfällst und mich anbetest!

 

Jesus sieht der Realität ins Auge. Er hat erkannt, wohin die Treue zu seinem himmlischen Vater in dieser irdischen Welt führen wird, verursacht von denen, die selbst die eigentliche Wirklichkeit verdrängen. Und er erlebt jetzt beim Unverständnis der Apostel schon einen Vorgeschmack dessen, was dann bei der Todesangst am Ölberg und der letzten Verlassenheit am Kreuz mit der vollen Wucht über ihn hereinbrechen wird. Er wird in den schrecklichsten Stunden alleingelassen werden.

 

Die Kehrseite der Passion aber ist Auferstehung. Ostern ohne Karfreitag gibt es nicht. Die Apostel haben noch einen weiten Weg vor sich, bis sie die Realität der Passion auch in ihrem Leben akzeptieren und damit die Erfahrung des Ostermorgens in ihr Leben aufnehmen können.

 

Der Text wird auch im PDF-Format angeboten, mit der Bitte, ihn auszudrucken und an die Nächsten und Näheren weiterzugeben, die kein Internet haben.

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