Monday 25. January 2021
Pfarre Wilhering

Pfarrer P. Johannes zum 2. Sonntag nach Weihnachten

Liebe Mitchristen!

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Bibeltexte 030121

Am zweiten Sonntag nach Weihnachten wird, so wie auch am Christtag beim Hochamt, der Johannesprolog, also der Beginn des Johannesevangeliums, dieses Mal aber ohne den Abschluss (Joh 1,1-14), vorgelesen. In der ersten Lesung aus Jesus Sirach, aus dem 24. Kapitel, klingt etwas von diesem Prolog schon im Lobeshymnus über die Weisheit an! Die zweite Lesung aus dem Epheserbrief (1,3-6.15-18) betont die Konsequenz für uns Menschen und die unfassbare Würde, die die Menschwerdung Gottes uns verleiht. Drei Aspekte aus dem Prolog halte ich für besonders wichtig:

     

  1. Im Anfang war das Wort. … Alles ist durch das Wort geworden.

Die Astronomie stellt fest, dass der Kosmos einen Anfang haben muss. Vor 5 Milliarden Jahren hat es weder die Erde noch unsere Sonne gegeben, da haben sich gerade riesige Gas- und Staubwolken langsam zusammengeballt. Das Weltall soll vor etwa 14 Milliarden Jahren entstanden sein. Je weiter man mit der Forschung kommt, desto rätselhafter wird alles. So soll es dunkle Materie und dunkle Energie geben, die aber nirgends festgestellt werden kann. Die Astrophysik gesteht auch ein, dass die ersten Augenblicke der Weltentstehung nicht erforschbar sind. Da gelten die naturwissenschaftlichen Gesetze noch nicht. Und vor der Entstehung des Alls gibt es weder Raum noch Zeit. Damit ist dieser Bereich aber dem menschlichen Verstand nicht zugänglich.

Unser christlicher Glaube bekennt: Gott ist der Schöpfer des Himmels und der Erde. Der Schöpfungsbericht am Beginn der Bibel sagt aber noch mehr: Gott schafft souverän eine Welt, und zwar durch das Schöpfungswort „Es werde …“, bzw. beim Menschen: „Lasst uns Menschen machen nach unserem Abbild …“ Der Johannesprolog nun schreibt vom Wort, durch das alles geworden ist und das im Anfang bei Gott war, dass dieses Wort selbst Gott ist! – Eine geheimnisvolle Aussage. In diesem Wort ist das Leben und das Licht, das stärker ist als alle Finsternis. Dieses Wort ist Gott und ruht zugleich am Herzen des Vaters. (Joh 1,18)

  1. Für dieses Wort wird Zeugnis abgelegt.

Auch wenn das Wort über Johannes den Täufer im heutigen Evangelium ausgelassen wird (Joh 1,6-8), ist eine kurze Bemerkung wichtig: Johannes steht für die vielen Propheten, die immer wieder für den kommenden Christus Zeugnis abgelegt haben. Der Zeuge ist aber nicht selbst das Licht! Wehe also, wenn sich jemand als Licht ausgibt. Dieser ist (wie der Evangelist im 1. Johannesbrief schreibt) ein Antichrist! Es scheint ja zu allen Zeiten viele Antichriste gegeben zu haben, die also, statt für das Licht Zeugnis abzulegen, sich selbst für das Licht gehalten haben. Hitler war nur einer von ihnen.

  1. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.

Dieses ewige Wort also, durch das alles geworden ist, hat Fleisch angenommen, hat sich „inkarniert“. Das wahre Licht kam in die Welt. Er kam in sein Eigentum, das er ja selbst erschaffen hat. Wir feiern zu Weihnachten die Geburt dessen, der allmächtig ist, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dem Vater alles geschaffen hat, der in der Schöpfung seine göttliche Liebe ausgesprochen hat. Wie aber kam er in die Welt!!

  • Geboren als ein hilfloses kleines Kind
  • Von einer Frau, die sein eigenes Geschöpf ist
  • In Armut, in einem Viehunterstand, einem Stall
  • Erkannt in seiner unfassbaren Größe ausgerechnet von ungelehrten, in der Botschaft der Schriften nicht bewanderten Hirten
  • Verfolgt von einem machtgierigen König, der die göttliche Herrschaft nicht akzeptieren kann
  • Später abgelehnt von den geistlichen und politischen Führern seines Landes
  • Verurteilt zu einem schrecklichen Tod, wodurch man auch seine Botschaft auszulöschen versuchte
  • Der im Ostergeheimnis seine Herrlichkeit offenbar macht und den endgültigen Sieg über Sünde und Tod mit Recht beansprucht
  • Der im Ostersieg alle angemaßte irdische Macht ad absurdum führt.

Können wir da überhaupt noch theologische Weisheiten aussprechen? Alles das, was wir hier glaubend bekennen, übersteigt jeden menschlichen Verstand so sehr, dass wir eigentlich nur noch betroffen schweigen dürften.

Wenn wir in unseren schwachen menschlichen Worten Weihnachten zusammenfassen wollten, könnten wir vielleicht sagen: „Gott ist ein eingefleischter Menschenliebhaber!“

 

Der Text wird auch im PDF-Format angeboten, mit der Bitte, ihn auszudrucken und an die Nächsten und Näheren weiterzugeben, die kein Internet haben.

 

 

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