Die Pfarrkirche in Weyer

Der Bau der Kirche bis zu ihrer heutigen Gestalt erfolgte über Jahrhunderte. Die 1259 geweihte Kirche war ein räumlich bescheidener Bau mit zwei Altären und einem mächtigen Turm aus Ennstalkonglomerat. 1443 Bau des vierjöchigen, heute noch bestehenden Langhauses mit Westempore, dem später ein zweijöchiges Presbyterium angefügt wurde (kreuzförmiger Grundriss). Das Mitteljoch ist mit Kreuzrippen, die Seitenjoche sind mit Netzrippen gewölbt. An der Südseite des Presbyteriums entstand 1514 eine Seitenkapelle (hl. Leopold), an deren Stelle 1711 eine neue Sakristei errichtet wurde.

Die vier Altäre wurden 1532 durch Türkenangriffe fast zerstört. Unter den daraufhin neu errichteten Altären war einer der hl. Anna geweiht. 1775 wurde einen neue Seitenkapelle errichtet und 1881 aus der Turmkapelle eine Lourdesgrotte geschaffen.


Im Zug der Renovierung 2004 wurde der Marienaltar durch eine besondere Anordnung der Bänke und einen Kerzentisch aufgewertet, die Lourdesgrotte dagegen zu einem "Ort der Versöhnung", einem Beicht- und Aussprachezimmer umgestaltet.

Der Hochaltar entstand 1661 (Christoph Matthäus Degenhart), daran wurden 1675 und 1755 Veränderungen vorgenommen. Er zeigt den Pfarrpatron Johannes, den Evangelisten, als Seher auf Patmos zu Füßen Mariens. 1847 Abtragung des spätgotischen Presbyteriums und Neubau an das alte Langhaus. Es ist neben der Maximilianskirche in Linz der früheste Bau der Neugotik im Land.
Besonders zu erwähnen ist der Marienaltar, der neben den anderen drei Altären nach dem Türkensturm neu geweiht wurde. Er erhielt 1628 als Hauptplastik eine „Maria mit dem Kinde“ von Hans Spindler. Diese Gnadenbild „Maria Trost“ zu Weyer entwickelte sich zu einer Wallfahrtsstätte.


Der Annaaltar zeigt eine Holzplastik der „Anna Selbdritt“ (1535) und Begleitfiguren des hl. Johannes des Täufers und des hl. Leopold.

Der Taufstein zeigt das alte spätgotische Marmorbecken, dessen Deckel einen Barockaufsatz hat. An der Gestaltung des Annaaltares waren hauptsächlich Weyrer Künstler beteiligt (Leopold Grießer, Johann Posch).

Ein 1949 an dem Kapelleneingang an der Turmwand frei gelegtes Fresko zeigt eine Verkündigungsszenen. Dem Stil nach ist es noch vor 1300 entstanden. Jüngere Fresken am dritten Langhausjoch stammen aus 1443 und zeigen Evangelistensymbole.
Die verschiedenen neuen Deckengewölbe stammen von E. Daringer (1949) dem Entdecker der alten Fresken. 1912 Einbau der Orgel und 1953 Weihe der jetzigen Glocken mit Ausnahme der Sterbeglocke, die älteren Datums ist.
Text nach: Josef Perndl: Weyer an der Enns. Eine Kunstgeschichtliche Studie. Beilage der Petriner Jahresberichte.

Renovierung der Pfarrkirche
1999 (Beginn der Planungen) – 2005
In diesen Jahren wurde die Pfarrkirche sowohl außen als auch innen renoviert. Wichtige Arbeiten waren u. a. die neue Außenfarbe des Kirchengebäudes, Sanierung der Fenster, Renovierung des Turmkreuzes, Weggestaltung.
Im Innenbereich war durch die geringen Bankabstände eine Neuaufteilung der bestehenden Bänke notwendig. Der alte Sandsteinboden , vermutlich aus einem Steinbruch der Region Waidhofen/Ybbs, konnte zur Gänze erhalten bleiben. Mit den unterhalb der Bankpodien gefundenen Sandsteinplatten konnte auch der Altarraum mit einem einheitlichen Belag gestaltet werden. Die Raumschale wurde nach ihrem bisherigen Erscheinungsbild restauriert.
Vier große, moderne Luster bildeten die Lösung für die schwierige Beleuchtungsfrage.

Renovierung
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Realisiert unter: KSR Karl Lindner, Mag. Konrad Rumetshofer (Pfarrassistent), Stefan Übellacker (Obmann)
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Planung/Bauleitung: Baureferat der Diözese Linz, Altarraumgestaltung: Alois Lindenbauer