Thursday 29. October 2020

Kalvarienbergkreuzweg

in virtueller Form

 

Da es uns heuer nicht möglich ist den Kreuzweg am Kalvarienberg gemeinsam zu gehen wollen wir versuchen den Kreuzweg auf diese Weise zur Pfarrgemeinde zu bringen.

 

 

1. Station: Jesus wird zum Tod verurteilt

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

'Um die Menge zufrieden zu stellen gab Pilatus den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen!' Pilatus beugte sich dem Willen der Mehrheit und sprach ein Urteil, von dem er selbst nicht überzeugt war. Die Stimmen der anderen hatten größeres Gewicht. Er stand in einer Machtposition und seine Worte entschieden über das weitere Schicksal von Jesus. Durch diese Entscheidung wurde ein Mensch zum Tode verurteilt.

 

 

2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


'Jesus trug sein Kreuz und ging hinaus zur so genannten Schädelhöhe, die auf Hebräisch Golgota heißt.' Kreuze belasten uns auch heute. Sie haben viele Namen: Krankheit, Leid, Sorgen in der Familie, Tod, ausgegrenzt sein, kein Recht bekommen. Alle Kreuze haben ihre einschneidenden Kanten. Jedes lastet schwer auf uns. Ja zum Kreuztragen zu sagen ist nicht einfach und kann auch bedeuten, dass wir daran zerbrechen.

 

 

3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


'Der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf.' Fallen hat viele Ursachen. Manchmal ist es eigene Schuld. Oft aber bringt uns die Last des Lebens zu Fall. Jesus ist selbst unter der Last des Kreuzes gefallen. Er kennt auch unsere Last und will uns helfen aufzustehen und weiterzugehen, damit wir nicht im Staub unserer Mutlosigkeit liegen bleiben.

 

 

4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


'Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden. Dir, Maria, aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.' Menschen begegnen sich. Wie gut tut es, dabei die Liebe eines anderen zu spüren. Wie weh tut es, wenn diese Begegnung das letzte Mal stattfindet. Maria trifft Jesus und empfindet unendlichen Schmerz. Das zeigt, wie schwer es sein kann, dem Ruf Gottes ganz zu folgen. Maria zeigt mit ihrem 'Ja', dass Gott gerade auf den schwersten Wegen uns Menschen nicht allein lässt.

 

 

 

5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


'Sie ergriffen einen Mann aus Zyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage.' Leid anderer lässt uns oft sehr hilflos stehen. Auch wenn wir uns nichts mehr wünschen als für andere das Leid aus dem Weg zu schaffen ist es so oft nicht möglich. Manchmal können wir uns nur bereit erklären Menschen auf dem Weg ihres Leidens zu begleiten, für sie da zu sein und Empathie zu zeigen.

 

 

6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


 
'Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.' Veronika traut sich. Gegen das Geschrei der anderen tut sie das Richtige. Sie kann das Schicksal nicht aufhalten, aber ihre Geste der Liebe gibt dem Leiden Jesu Menschlichkeit und Würde. Ein Beispiel in einer Welt und Gesellschaft, in der Menschlichkeit und Menschenwürde oft mit Füßen getreten werden.

 

 

7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


'Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen und gebeugt.' Das Kreuz macht kraftlos. Die Last des Lebens zehrt uns Menschen aus. Wir brechen zusammen: unter der unheilbaren Krankheit, unter der ausweglosen Situation. Wir müssten liegen bleiben, wäre Jesus nicht noch einmal aufgestanden. So zeigt er uns, dass Gott uns in aller Kraftlosigkeit aufhebt, dass wir nicht in den Dreck fallen, sondern in seine Hände.

 

 

 

8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


'Es folgten ihm Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus sagte zu ihnen: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich, weint über euch und eure Kinder.' Mitleid zeigt sich auf unterschiedliche Weise. Gespielt und wortreich bringen wir es zum Ausdruck, wo uns das Schicksal eines Menschen nicht betrifft. Wo Mitleid ehrlich und tief empfunden wird, bleibt oft nur Mit-Schweigen und Mit-Aushalten als Anteilnahme.

 

 

9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


'Ich wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.' Aussichtslos, am Ende, das Ziel erreicht, die Kraft ist aus. Hilflos und ohnmächtig liegt Jesus da. Auch wir kennen Situationen, an denen wir uns 'am Ende fühlen'. Besonders wissen es Sterbende und diejenigen, die Sterbende bis zum Ende begleiten. Was können wir da noch tun? Auf Jesus schauen, der mit seinem Schicksal allen zum Bruder geworden ist!

 

 


10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

'Sie warfen das Los und verteilten seine Kleider unter sich.' Schutzlos steht Jesus da. Selbst die letzte Würde - seine Kleidung - wird ihm genommen. Wer einmal bloßgestellt ist, ist den Gemeinheiten der Menschen ausgeliefert. Er wird zum Spielball von Spott, Hass und Gewalt.

 

 

11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


'Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.' Die Nägel, die Menschen heute festnageln, brauchen selten einen Hammer: Krankheit und Behinderung, Alter und Einsamkeit, Armut und Pflegebedürftigkeit, Spott und Ausgrenzung ... Ohnmächtig müssen wir dann warten, was passiert. Auch Jesu Hände, die heilten und Wunder wirkten, sind festgenagelt und aller Möglichkeiten beraubt.
 


12. Station: Jesus stirbt am Kreuz

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

'Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.' Schweigen möcht ich Herr und auf dich warten, damit ich verstehe, was in deiner Welt geschieht.

 

 

 

13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


'Josef von Arimatäa kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz und wickelte ihn in das Tuch.' Es ist ein letzter Liebesdienst. Tote zu begraben, fällt schwer. Wir spüren, wie der Tod alles ändert, wie er Licht in Dunkel und Freude in Trauer wandelt. Und dennoch ist es wichtig und gut, von einem vertrauten Menschen ganz bewusst Abschied zu nehmen und ihm Zeichen der Zuneigung und Liebe zu schenken. In ihnen zeigt sich, dass die Liebe stärker ist als der Tod.

 

 

14. Station: Jesus wird ins Grab gelegt

 

V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A: Denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


'An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab. Dort setzten sie Jesus bei.' Endstation. Alle Hoffnung wird begraben. Was bleibt vom Leben eines Menschen? Nur ein Grab? Jesus nennt sich selbst das Weizenkorn, das in die Erde gelegt wird und stirbt, damit neues Leben wachsen kann. Wer an ihn glaubt, darf weitersehen, darf weitergehen durch das Grab hindurch zum Leben. Blumen, Lichter auf den Gräbern sind Zeichen dieser Hoffnung.

 

 

Text: Katharina Mayr-Jetzinger, Webmaster / Bilder: Sebastian Gruber

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