Tuesday 26. May 2020

Abgesagt! Angesagt!

Gedanken zum Gründonnerstag

 

Hier finden Sie einige Gedanken zum morgigen Gründonnerstag, die auch unsere derzeitige Situation miteinschließen.

'Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung.'

 


ABGESAGT! Wie oft haben wir dieses Wort in den letzten Wochen gehört oder gelesen. Unser Alltag hat sich total umgedreht, der Terminkalender wurde mit einem Schlag geleert und unsere Bewegungsfreiheit auf ein Minimum reduziert. Auch unser Miteinander und unsere Kommunikationsgepflogenheiten unterliegen plötzlich anderen Regeln: kein Händeschütteln mehr, keine spontanen Umarmungen, keine Besuche, auf Distanz gehen wo immer es möglich ist, zu Hause bleiben, und so fort. Wir müssen neue Wege suchen, um Verbundenheit spüren zu können, wie zur selben Zeit eine Kerze anzünden, Glocken läuten lassen, Briefe schreiben, Fotos verschicken, wieder mehr zum Telefon greifen, zur 'Kaffeeplauderstunde' auf einer Videoplattform einladen, über Livestreams Gedankenaustausch betreiben. Viele sind in dieser Hinsicht schon sehr erfinderisch und aktiv geworden. Manches lässt sich auf diese Weise gut abdecken. Doch gleichzeitig merken wir, dass Entscheidendes in unserem Miteinander nicht ersetzbar ist. Die Sehnsucht nach direkten Kontakten bleibt. Ganz schmerzhaft wird dies vor allem spürbar, wenn es ums Abschiednehmen von einem geliebten Menschen für immer geht.
 
Ums Abschiednehmen für immer ging es auch Jesus am Gründonnerstag. Er setzte an diesem Tag ganz besondere Zeichen. Beim Abschiedsmahl wäscht Jesus seinen Jüngern die Füße. 'Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.' Das war zur Zeit Jesu ein Dienst, den normalerweise nur Sklaven verrichteten. Für Jesus war es Ausdruck seiner Hingabe an die Menschen. Gleichzeitig aber fordert er uns damit auf diesem Beispiel zu folgen. 'Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.'
 
Sein ganzes Leben und seine ganze Hingabe bekommt in jeder Eucharistiefeier wieder Gegenwart und wird spürbar, wenn wir Brot und Wein nehmen, in die Mitte stellen und uns darin erinnern als er beim letzten Abendmahl zu seinen Jüngern gesagt hat: 'Tut dies zu meinem Gedächtnis!' Liebe sucht nach Zeichen und lässt sich nicht absagen.

 

 

Text: Katharina Mayr-Jetzinger / Bilder: Pixabay

 

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