Wednesday 18. September 2019
Pfarre Vorchdorf

Hoffnungslichter

Gedanken zum Sonntagsevangelium. 1. September 2019. Niederknien.

Evangelium Lukas 14,1.7-14

Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen: Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

 

Tiefstapeln? Niederknien!

Ich finde es immer spannend, wie schwierig es zB. bei Taufmählern ist, dass alle einen Platz bekommen, der für sie passt. So eine Situation beschreibt auch die Erzählung aus dem Evangelium. Da menschelt es und Jesus gibt mit seinem Tipp noch eins drauf. Bescheiden tun, um dann im Mittelpunkt zu stehen? So scheint es, aber es geht um etwas Anderes, nämlich wieder einmal um die Umkehrung unseres logischen Denkens. Nicht tiefstapeln, sondern wirklich demütig sein. Nicht die einladen, die eh auf allen Gästelisten stehen. Gar nicht so einfach. Ganz konkret könnte das aber heißen, dass wir uns zumindest verabschieden vom ständigen rechnen und kalkulieren. Soll ich jetzt das Ehepaar X einladen, aber eigentlich wären ja sie dran, zuerst mich einzuladen. Oder es gibt auch Menschen, die bei einem Geschenk sofort überlegen, wieviel das gekostet hat, damit sie wissen, was sie zurück schenken müssen. Ohne Berechnung handeln, einfach so gut und bescheiden sein. Das ist ein hoher Anspruch, aber er hilft uns, damit wir wirklich wachsen können. Schön finde ich, wenn man sich niederkniet. Wenn man das als „Großer“ nämlich neben einem „Kleinen“ tut, dann merkt man, dass der Größenunterschied kleiner wird. Im Knien sind die Großen kleiner und die Kleinen größer. Das kann uns auch etwas sagen für unseren Alltag und für unseren Glauben. Und einst wird es uns vergolten, wenn wir mit lauterem Herzen gehandelt haben, denn wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

(P. Franz, im Volksblatt vom 27. Aug. 2016)

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