Mittwoch 23. Mai 2018

„Was glaubst du? Leben als Muslime in Europa“

Rund 50 Interessierte besuchten den Vortrag mit Amira Hafner-Al Jabaji (CH), welcher am 19. Jänner 2018 im Stadtsaal Ansfelden/Haid durchgeführt wurde.

„Junge Muslime der zweiten und dritten Generation engagieren sich sehr für die Gesellschaften ihres Landes in Europa“, sagt Amira Hafner-Al Jabaji in Ansfelden, Oberösterreich. Sie selbst hat einen irakischen Vater und eine deutsche Mutter, ist in der Schweiz aufgewachsen, da ihre Eltern nach einem Förderstipendium aufgrund politischen Umsturzes nicht mehr in den Irak zurück gingen. Hafner-Al Jabaji engagiert sich als muslimische Frau seit mehr als 20 Jahren im interreligiösen Dialog in der Schweiz. Sie ist darüber hinaus gut vernetzt mit anderen Akteuren in ganz Europa, die sich für Vielfalt, Menschenrechte, Demokratie, Religionsfreiheit und interreligiösen Dialog einsetzen. Der Interreligiöse Think Tank in der Schweiz wurde von ihr begründet und wird von ihr als Präsidentin geleitet. Er ist ein Zusammenschluss von im Interreligiösen Dialog tätigen Frauen unterschiedlicher Religion und Herkunft, welche gemeinsam ihre Dialogerfahrungen auswerten und schriftlich in Buchform bzw. Fachartikeln in Zeitschriften bzw. über das Web zur Verfügung stellen.

 

ntegrationsreferent der Stadt Ansfelden Gregor Kraftschik
Die Band „Multikulti“ aus Vöcklabruck umrahmte den Abend mit Liedern aus verschiedenen Ländern und in unterschiedlichen Sprachen. Die Mitglieder der Band stammen aus Österreich, Afghanistan, Syrien und Deutschland.
Referentin Amira Hafner-Al Jabaji, Schweiz.
V.l.n.re.: Gemeinderat Thomas Lindmayer, Referentin Amira Hafner-Al Jabaji, Projektverantwortliche Interreligiöser Dialog im Dekanat Traun Monika Greil-Payrhuber, Integrationsreferent der Stadt Ansfelden Gregor Kraftschik.


Religionen in ihrer normal gelebten Form seien zu wenig spektakulär, daher werde wenig in den Medien berichtet. Sie hätten jedoch das Potenzial, einen wichtigen Beitrag für unsere demokratischen Gesellschaften zu leisten, geht es ihnen doch um den Wert des Menschen, soziale Unterstützung für Benachteiligte, Frieden und Gerechtigkeit, aber auch um die Beteiligung der Menschen an demokratischen Prozessen. Zugewanderte Menschen, vor allem auch muslimischer Prägung, haben oft unter Repression in ihren Herkunftsländern, aber auch unter Diskriminierung in den Aufnahmegesellschaften gelitten und engagieren sich genau deshalb sehr intensiv für demokratische Strukturen, den Zusammenhalt der Gesellschaft, das theologische Herausschälen des Kerns ihrer Religion aus unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen und die positive Gestaltung des Miteinanders. Nachdem die erste Generation mit Existenzsicherung beschäftigt sei, könnte die zweite und dritte Generation zumeist schon auf gute Ausbildung, Studium und gesellschaftliches Engagement verweisen. Anhand von neunzehn konkreten Biografien belegte Hafner-Al Jabaji ihre Erfahrungen.

 

mira Hafner-Al Jabaji ist Islamwissenschafterin, Journalistin und Moderatorin der Sternstunde Religion im Schweizer Fernsehen. https://www.srf.ch/sendungen/sternstunde-religion

 

Seit Oktober 2016 hat die Katholische Kirche des Dekanates Traun unter Dechant Mag. Franz Asen, Pfarrer von St. Martin das Projekt „Interreligiöser Dialog im Dekanat Traun“ mit zwei zu 50 % angestellten MitarbeiterInnen gestartet. 


Am 9. März 2018 um 19.00 Uhr referiert in der dritten Dialog-Veranstaltung im Pfarrsaal Traun Assoc. Prof. Dr. MMag. Regina Polak, Pastoraltheologin der Universität Wien zum Thema „Was glaubst du? Hoffnung für die Gesellschaft aus Judentum, Christentum und Islam“.


Basis dieser Abende ist die Kooperation des Projektes „Interreligiöser Dialog im Dekanat Traun“ als Veranstalter mit den Moscheegemeinden in Traun, der Katholischen Diözese Linz, und der Islamischen Religionsgemeinde Linz für das Bundesland OÖ.


Finanziell unterstützt werden diese drei Dialog-Abende von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung sowie den beiden Städtgemeinden Traun und Ansfelden und deren Integrationsabteilungen.

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Katholische Kirche in Oberösterreich
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