Monday 21. October 2019

Umweltschutz – ein Dialogthema für Muslime und Christen

„Umweltschutz & Schöpfungsverantwortung in Christentum und Islam“ so lautete das Thema beim Dialog- und Informationsabend am 12. März 2019 im Pfarrheim Traun.

Mit Landesrat Rudi Anschober trafen sich Christen und Muslime im Pfarrsaal der Stadtpfarre Traun zu einem Dialog- und Informationsabend initiiert von Interreligiösem Dialog Traun und der ALIF-Moscheegemeinde Traun. Neben der Frage, was jeder selbst beitragen kann zum Klimaschutz, wurde auch besprochen, dass Moscheegemeinden und Pfarren Klimabündnis-Partner werden können um ihre Gebäude und die Gestaltung der Feste nach ökologischen Standards auszurichten. 


Neben Lic. Murat Baser, Theologe und Vorsitzender der Islamischen Glaubensgemeinde OÖ und Mag.a Lucia Göbesberger, Theologin und Umweltreferentin der Diözese Linz, welche aus Koran und Bibel die an die Menschen übertragene Verantwortung für die Schöpfung darlegten, referierten auch Engin Güngör, Jugendbildungsreferent von ALIF OÖ und Anna Szabo B.Ed., junge katholische Religionspädagogin zu den Anliegen junger Menschen in den Religionsgemeinschaften. Die sechzehnjährige Schwedin Greta Thunberg beeindruckt derzeit Menschen jeden Alters durch ihren mutigen und aufrüttelnden Appel an die Weltklimakonferenz in Polen und die „Fridays for future“ der streikenden SchülerInnen, denen sich weltweit immer mehr Jugendliche anschließen.

 

Umweltschutz & Schöpfungsverantwortung in Christentum und Islam

Auf dem Podium diskutierten mit Moderatorin Monika Greil-Payrhuber vom Interreligiösen Dialog Traun, Murat Baser, Theologe und Vorsitzender der Islamischen Glaubensgemeinde Linz für OÖ, Landesrat für Integration, Umweltschutz, Klima- und Konsumentenschutz Rudi Anschober, Anna Szabo vom Interreligiöser Dialog Traun, Engin Güngör, ALIF-Jugendbildungsbeauftragter OÖ und Lucia Göbesberger, Leiterin der Abteilung Theologie und Gesellschaft, kath. Theologin und Umweltreferentin der Diözese Linz.

Foto: © Michaela Greil/MIG-Pictures e. U.


Landesrat Rudi Anschober benannte die aktuell herausforderndsten Punkte des Umweltressorts. Neben Gewässerschutz, Verbesserung der Luftqualität, der Sorge um den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, startete er vor kurzem die Petition „Oberösterreich blüht auf“ zum gegen das Insektensterben und für den Schutz der Vögel, der gesunden Böden usw. (http://www.anschober.at/presse/artikel/oberoesterreich-blueht-auf/). Als drängendstes Thema bezeichnete er jedoch den Klimaschutz, denn zwei bis fünf Grad wärmeres Klima bedeutet für viele Fischarten in den Gewässern unseres Landes sowie für alle Tiere und Pflanzen eine nicht verkraftbare Veränderung und somit Artensterben in einem Ausmaß, das wir uns noch nicht wirklich vorstellen können. Einen kleinen Vorgeschmack bekommen wir, wenn wir die aktuellen Schadholzmengen in den Wäldern sehen. Trockenheit, Hitze, Käfer, Schimmelpilz und Sturm setzen dem Wald enorm zu. Zum Schutz des Klimas muss der CO2-Ausstoß radikal reduziert werden, das bedeutet eine Energiewende von fossilen Brennstoffen hin zu CO2-neutralen Energieträgern z. B. aus Wind-, Wasser-, Solarenergie oder aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz. Neu war für LR Anschober, das Thema Umweltschutz in Zusammenhang mit Religionen und deren Ethik zu diskutieren und über gewohnte Kreise hinaus neue Gesprächspartner zum Thema Umweltschutz unter Muslimen zu finden. Engin Güngör betonte, es lohne sich zu Hause über Mülltrennung zu diskutieren für eine bessere Umwelt für die Zukunft der eigenen Kinder. Anna Szabo erläuterte anhand von Lautdato Si, der Päpstlichen Enzyklika über „die Sorge um das gemeinsame Haus“, unsere Welt, dass es wichtig sei, über alle Grenzen hinweg den Dialog zu fördern zur Lösung der großen Probleme unseres Planeten. 

 

LR Rudi Anschober spricht zum Thema Umweltschutz.

LR Rudi Anschober spricht zum Thema Umweltschutz im Interreligiösen Dialog Traun.

Foto: © Michaela Greil/MIG-Pictures e. U.


LR Anschober gedachte zu Beginn der am selben Tag verstorbene engagierten oberösterreichischen Grün-Politikerin Gabriele Moser, welche sich durch ihren Einsatz für den Umweltschutz und die Luftreinhaltung sowie für das Aufdecken von Korruption über alle Parteigrenzen hinweg Anerkennung erworben hatte.


Lic. Murat Baser wurde zum Abschluss des Masterlehrganges „Interreligiöser Dialog zwischen Juden, Christen und Muslimen“ an der Donau-Universität Krems sehr herzlich gratuliert.


Die Preisverleihung für die besten Fotos der Jugend-Foto-Challenge krönte den Abend. Ausgezeichnet wurden die besten eingereichten Bilder mit begleitenden Texten, welche eindrucksvoll zeigen, wie sich junge Menschen mit der Umwelt und der Bedrohung des Lebensraumes durch Klimawandel, Verschmutzung, usw. auseinandersetzen. An der Fotochallenge beteiligten sich Jugendliche aus dem Raum Leonding, Traun und Ansfelden. Eingeladen hatten dazu die Katholische Jugend im Dekanat Traun, die PlusCity-Jugend-Seelsorge und der Interreligiöse Dialog Traun. Zur Jury gehörte Fotograf Florian Schwalsberger, welcher sich neben seiner Tätigkeit als Werbefotograf auch künstlerischen und sozialen Projekten widmet.

 

Die ausgezeichneten Fotos der Jugend-Foto-Challenge zeigen die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit den brennenden Fragen von Klimawandel, Verschmutzung, Fairness usw.

Die PreisträgerInnen der Fotochallenge gemeinsam mit Landesrat Rudi Anschober (Bildmitte). Re: Fotograf und Jury-Mitglied Florian Schwalsberger, zweite v.l.: Sabrina Grabner, Dekanatsjugendleiterin, dritte v.re.: Anna Szabo, vierte v.re.: Maria-Magdalena Frauscher, PlusCity-Jugendseelsorgerin der Diözese Linz.

Foto: © Michaela Greil/MIG-Pictures e. U.


Am 27. April 2019 um 13.00 Uhr pflanzen der Interreligiöse Dialog Traun, die ALIF-Moscheegemeinde Traun gemeineinsam mit den BrückenbauerInnen und der Stadt Traun gemeinsam eine Linde vor der Neuen Mittelschule Traun. Anschließend wird das traditionelle Begegnungsfest „Zaumruckn zuaTraun“ gefeiert. Dazu wird schon jetzt herzlich eingeladen.
 

(Monika Greil-Payrhuber, MA)

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