Samstag 17. November 2018

Mehr Kopf als Tuch – Muslimische Frauen am Wort

Die Lesung mit Amani Abuzahra lockte am Dienstag, 16. Oktober 2018 rund 55 interessierte Personen unterschiedlicher Religionen in den Saal der Evangelischen Pfarrgemeinde Traun.

Eingeladen hatten der Interreligiöse Dialog im Dekanat Traun, die Islamische Religionsgemeinde Linz für das Bundesland OÖ mit der lokalen Moscheegemeinde ALIF, die Katholische Kirche und das Evangelische Bildungswerk Traun zu dieser Auftaktveranstaltung im neuen Arbeitsjahr unter dem Motto „Wie lebst du?“

 

Anna Szabo vom Interreligiösen Dialog Traun, Emre Güngör von der ALIF-Jugend in Traun, Amani Abuzahra, Autorin des Buches „Mehr Kopf als Tuch“, Richard Gutternigg, Leiter des Evangelischen Bildungswerkes Traun und Monika Greil-Payrhuber, Initiatorin
Engagierte junge Besucherin stellt Fragen.
Amani Abuzahra signiert Bücher nach der Lesung aus dem Buch „Mehr Kopf als Tuch“ am Dienstag, 16. Oktober 2018 im Evangelischen Pfarrsaal in Traun.

Fotos: © Michaela Greil/MIG-Pictures e. U.


Amani Abuzahra, Autorin, Philosophin und Trainerin für Interkulturalität und muslimische Lebensstile, las Beiträge aus ihrem Buch „Mehr Kopf als Tuch“, geschrieben von muslimischen Frauen aus Deutschland und Österreich, und gab Einblicke in die vielfältigen Lebensentwürfe, und die unterschiedlichen Erfahrungen und Initiativen emanzipierter, gebildeter muslimischer Frauen, die sich selbst als Deutsche bzw. Österreicherinnen verstehen. Sie versuchte Schubladendenken aufzubrechen, indem sie zeigte, dass diverse kulturelle Hintergründe, religiöse Vielfalt und Zugehörigkeit zu einem europäischen Land und dessen Kultur kein Widerspruch in sich, sondern alltägliche Realität sind. 

 

Die Erfahrungen von Fremdmarkierung durch vorurteilsbehaftete Begegnungen oder das Infragestellen der religiösen Freiheit (Kannst du dich nicht anders kleiden? Musst du unbedingt fasten/beten…?), stellen eine zunehmend größer werdende Herausforderung dar, die das Leben der jungen Frauen beeinflusst. Mit Jean-Paul Sartre fragt Amani Abuzahra: „Was machen wir mit dem, was mit uns gemacht wird?“ Diese Herausforderungen, die vielen Menschen christlicher Religion nicht wirklich bewusst sind, könnten zu Belastung und zur Überforderung führen. In den Beiträgen der jungen muslimischen Frauen wird sie angenommen und gemeistert, ohne in Hass oder Schuldzuweisung zu verfallen. Die Autorinnen, Musliminnen der zweiten und dritten Generation reflektieren aufgrund ihrer Migrationsgeschichte und ihrer transkulturellen Erfahrungen ihren Weg und versuchen, einen gehaltvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Sie verarbeiten ihre speziellen Erfahrungen mit beruflicher Qualifikation, Charisma und kreativer Begabung. Entstanden ist daraus ein sehr lesenswerter Band mit kurzen amüsanten, ernsten oder wissenschaftlichen Beiträgen mit starken biografischen Beschreibungen und Einblicken in die Welt der jungen Musliminnen nach dem Motto „Wie lebst du?“. 

 

Monika Greil-Payrhuber

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