Tuesday 11. May 2021
Pfarre Schwertberg

Kurzfassung der Pfarrchronik

Chronik der Pfarre und Pfarrkirche zu Schwertberg

 

Die vorliegende Kurzform der Pfarrchronik soll ein kleiner kirchen- und kulturgeschichtlicher Leitfaden sein, der die organische Entwicklung der seit der Christianisierung bis 1357 zum Pfarrbereich von Naarn und bis 1785 zur Diözese Passau gehörenden Pfarre Schwertberg in chronologischer Systematik darzustellen versucht:

 

 

1357: Bischof Gottfried von Passau trennt über Ersuchen des Adeligen Eberhard von Kapellen die Filialkirche Schwertberg von der Mutterpfarre Naarn ab und macht sie selbständig.

Zum Pfarrbereich gehören der Markt bis zur Aist und die Ortschaften Lina, Winden und Windegg. Die Stiftungsurkunde trägt das Datum 19. Feber 1357.

 

1424–1432: Die tschechischen Hussiten fallen in die oberösterreichischen Lande ein und zerstören Kirchen und Klöster. Unser Ort bleibt von Zerstörungen nicht gänzlich verschont.

 

Um 1500: Das ursprüngliche Gotteshaus wird unter Verwendung des zweischiffigen Langhauses mit bemerkenswertem, dreijochigem Chor im Stile der Spätgotik neu errichtet. Das tatsächliche Alter (Ersterbauung 13. Jahrhundert?) sowie der Baustil der Ursprungskirche sind urkundlich nicht bestimmbar.

 

1559-1626: Unter dem Geschlecht der Tschernembls wir versucht, die Untertanen für die Lehren Luthers und Calvins zu gewinnen. Besonders unter Georg Erasmus Freiherr von Tschernembl (reichbegabter Herr von Schwertberg und Windegg) werden in unserer Pfarre die katholischen Gottesdienste eingestellt und protestantische Pastoren („Prädicanten“) bestellt.

Erst Jahre später wird das Untere Mühlviertel wieder weitgehend katholisch. Eine wichtige Rolle bei der Rekatholisierung unseres Gebietes spielt Dr. Joachim Enzmillner (Besitzer der Herrschaft Windhaag bei Perg und Generalreformationskommissär für Oberösterreich und Niederösterreich).

 

1630: Erste authentische Matrikenaufzeichnungen der Pfarre.

 

1689: Erbauung der Kalvarienbergkapelle durch Carlo Antonio Carlone. Den Auftrag zur Errichtung gibt Adam Koller, Marktrichter zu Schwertberg und Besitzer des Bräuhauses.

 

1775-1777: Im Zuge der von Kaiserin Maria Theresia eingeleiteten Reformen zur intensiveren seelsorglichen Betreuung der Gläubigen kommen die Ortschaften Poneggen, Sand (bisher Pfarre Ried) und Aisthofen (bisher Pfarre Perg) zum Pfarrbereich von Schwertberg.

In unmittelbarer Nähe der Kirche lässt Josef Graf Gundaker Thürheim für seine Familie eine kapellenartig gestaltete Gruft errichten. Sie ist u. a. Ruhestätte für Chorherr Floridus Fromwald (letzter Abt des aufgehobenen Stiftes Waldhausen) und für Fürst Andrej Kyrillowitsch Rasumoffskij (Freund und Förderer des Komponisten Ludwig v. Beethoven).

 

1785: Im Gefolge josephinischer Reformen schaffen Kompetenzkorrekturen mit der Einpfarrung von Aisting, Doppl und Josefsthal (bisher Pfarre Ried) im wesentlichen die heutigen Pfarrgrenzen.

 

1878: Am 14. Oktober wird das neue (derzeitige) Friedhofsareal eingeweiht; der bisherige, um die Kirche angelegte und im Jahre 1803 erstmals verlegte Friedhof wird aufgelassen.

 

1913-1914: Unter Pfarrer Franz Hiptmair wird nach Plänen von Dombaumeister Matthäus Schlager die Pfarrkirche auf die heutige Größe und Form erweitert. Der bestehenden Kirche wird westseitig ein dreijochiger Anbau in Kreuzesform und an den beiden Längsseiten ein zweischiffiger Zubau in Fensterhöhe angefügt. Der bisherige, das Kirchendach nur geringfügig überragende Zwickelturm wird erhöht. Der Kollaudierungsbefund bezeichnet das vergrößerte Gotteshaus „als eine der schönsten und stilgerechtesten Kirchen des unteren Mühlviertels“.

 

1926-1927: Errichtung des Kriegerdenkmals mit der von Bildhauer Wilhelm Fraas geschaffenen Figur des hl. Michael.

 

1950: Am 19. März weiht Diözesanbischof DDr. Franz Salesius Zauner drei neue Kirchenglocken (Dreifaltigkeits-, Marien- und Josefiglocke; Gesamtgewicht 1972 kg) ein. Die im Jahre 1931 in der Glockengießerei St. Florian hergestellte kleinste, 212 kg schwere Glocke („Sterbeglocke“, manchmal auch „Barbara“-Glocke genannt) entgeht als einzige der im Dezember 1941 angeordneten Zwangsablieferung des Geläutes.

 

1955-1957: Renoviereung des Gotteshauses (Kirchenfenster im Presbyterium, Vergoldung der Altäre) unter Pfarrer Karl Landl.

 

1976: Errichtung einer neuen Leichenhalle als Gemeinschaftswerk von Pfarre und Gemeinde.

 

1983: Segnung des von Prof. Jakob Kopp künstlerisch neu gestalteten, nahezu 300 Jahre alten Flurkreuzweges.

 

1985: Generalsanierung des Gotteshauses (Hebung des Altarraumes, Erneuerung und Vergrößerung der Beichtstühle, Neugestaltung des Volksaltares und des Ambos) unter Pfarrer Johann Stöllnberger.

 

1989: Fertigstellung der Renovierungsarbeiten am achteckigen Zentralbau der historisch wertvollen Kalvarienbergkapelle mit einer interessanten Kreuzigungsgruppe aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert und einem schmiedeeisernen Gitter (1703).

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