Tuesday 16. August 2022
Pfarre St. Georgen im Attergau

Glockenweihe Kalvarienbergkirche

.... Leid und Tod. Mitten im Schönen gibt es Leid, das Menschen erfahren oder anderen zufügen. Zugleich erinnert der Kalvarienberg an Christus, der nicht nur die schönen Seiten des Menschseins mit uns geteilt hat, sondern alle Wege mit uns geht. Der Blick auf den Gekreuzigten gab und gibt Menschen Trost, Kraft und Zuversicht. Und der Kreuzweg auf den Kalvarienberg endet mit dem Hochaltarbild, das den Auferstandenen zeigt. 

 

Prof. Hans Hollerweger, der in Thern am Fuß des Kalvarienberges aufgewachsen war, erinnerte daran, dass früher zwei Glocken im Turm hingen. Daraufhin machte sich die Pfarre auf die Suche nach Spender für eine Glocke. Der Hinweis im Pfarrblatt veranlasste fünf Personen, sich für die Spende der Glocke zu melden. Die ersten haben im Einvernehmen mit der Pfarre und in Abstimmung mit dem Glockenreferat der Diözese eine Glocke bei der Firma Grassmayr in Innsbruck gießen lassen. Die neue Glocke ist mit 88 kg kleiner als die vorhandene Leonhardiglocke und der schmerzhaften Muttergottes geweiht.  Auf der Glocke befindet sich das Bild einer Pieta und folgende Aufschriften: „Maria, Mutter der Schmerzen, sei allen nahe, die leiden“ und: „Zum 150 Jahr Jubiläum der Kalvarienbergkirche 2019“. 

 

Die Weihe der Glocke nahm Prof. Hans Hollerweger beim Pfarrgottesdient in der Pfarrkirche am 15. September (Gedenktag der sieben Schmerzen Mariens) vor. In seiner Ansprache sagte er:

„Zum 4. Mal halten wir für die Kalvarienbergkirche Glockenweihe: Im November 1864 wurde der Rohbau der Kalvarienbergkirche mitsamt dem Kirchturm errichtet und die zwei Glocken durch Dechant Albert Pflügl geweiht, fünf Jahre vor der Kirchweihe durch Bischof Rudigier. Ihr Schicksal: 1916 wurden sie abgenommen und ihr kostbares Metall für Kriegszwecke verwendet.

Am 9. Mai 1926 wurden durch Pfarrer Franz Blasl zwei neue Glocken am Kalvarienberg geweiht und in den Turm aufgezogen. Diese Glocken habe ich oft gehört, und manchmal liefen wir zum Gebetläuten zur Kalvarienbergkirche hinauf und durften beim Läuten mithelfen. Die Bewohner von Thern gingen im Sommer jeden Samstagabend Rosenkranz betend vom Dorf auf den Kalvarienberg, dort wurden die Lauretanische Litanei und der „Engel der Herrn“ gebetet und dazu läuteten die beiden Glocken. Auf dem Heimweg war es für uns Buben sehr lustig. Durch die NS-Zeit und den zweiten Weltkrieg ging dieser Brauch verloren. Nur 15 Jahre erinnerten diese Glocken an den abendlichen „Engel der Herrn“, 1941 wurden sie abgenommen und für den Krieg eingeschmolzen. 

Am 15. November 1959 wurde durch Pfarrer Felix Baumgartner die eine Glocke, die derzeit im Turm der Kalvarienbergkirche hängt, hier in der Pfarrkirche zu Ehren des hl. Leonhard geweiht und hierauf zur Kalvarienbergkirche gebracht. Schon damals wurde der Wunsch nach einer zweiten Glocke geäußert.

60 Jahr später geht nun dieser Wunsch in Erfüllung. Die schöne Glocke, die hier steht, wartet auf die Segnung und erhält dadurch die Bestimmung, am Abend zum Gebet zu rufen.

Hoffen wir, dass diese Glocke niemals mehr für Krieg verwendet wird, sondern in vielen Jahren des Friedens läutet.“

Prof. Hollerweger segnete die Glocke, besprengte sie mit Weihwasser, umschritt sie mit Weihrauch und salbte die Glocke an vier Stellen mit Chrisamöl.

 

Nach dem Gottesdienst wurde die Glocke in Begleitung der Musikkapelle, der Ministranten, des Pfarrers, der Bürgermeister und vieler Gläubigen von Männern aus der Ortschaft Thern zur Kalvarienbergkirche gezogen. Dort war schon alles für das Aufziehen auf den Turm vorbereitet. Während die Glocke im Glockenstuhl verankert, der Klöppel und das Läuteseil montiert wurden, gab es eine Agape, vorbereitet von den Frauen aus Thern. Gegen zwölf Uhr erklang die Glocke zum ersten Mal. Unter dem Geläut der beiden Glocken wurde zum Abschluss „Großer Gott, wir loben dich gesungen“. Eine Feier, die nicht so oft zu erleben ist, ging mit dem Attergaulied zu Ende. Es ist kein lauter und mächtiger Klang, den diese Glocke von sich gibt; es ist eine leise Stimme, die sich beim Läuten über die vielen Geräusche unseres Ortes legt. Sie ruft uns zu: Denk an Gott; du bist nicht allein, denn der Herr geht alle deine Wege – in Freud und Leid – mit dir. 

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