Donnerstag 19. Oktober 2017

Fledi - Mausohrfledermaus

Ich lebe in unserem Kirchturm gemeinsam mit meinen hundert Geschwistern. Da bin ich zu Haus - eure Mausohrfledermaus. Als Fledermaus höre und spüre ich mehr von den dramatischen Veränderungen in der Umwelt als ihr Menschenkinder. Deshalb verstehe ich mich als Sprachrohr vom FA  Schöpfungsverantwortung. Es ist mir ein Anliegen, Anregungen zur Bewahrung der Schöpfung weiterzugeben.


 

Oktober 2017 - Einladungen der Schöpfung im Herbst

 

Ich mag Erntedank. Es lädt uns ein, dankbar auf die Früchte unseres Lebens zu schauen und auf all das, was gelingt. Dankbarkeit hilft uns, bei Kräften zu bleiben und nicht auszubrennen bei all unseren Aktivitäten.

 

Ich mag das milde, goldene Licht des Herbstes. Es lädt uns ein, mit einem milden Blick auf unser Leben zu schauen, auch auf das, was nicht gelungen ist.

 

Der Herbst färbt die Landschaft bunt, bevor das Laub von den Bäumen fällt und sich die Pflanzen ins Erdreich zurückziehen, um ruhend Kraft für einen neuen Lebenszyklus zu sammeln. Damit lädt der Herbst uns ein, wieder etwas leiser zu treten und uns im Loslassen zu üben. Vielleicht mit einem Tee aus selbst gesammelten Kräutern die länger werdenden Abende zu genießen. Vielleicht eine Bienenwachskerze entzünden und das Licht und den einzigartigen Geruch wahrnehmen.

 

Wir sind eingebunden in den Rhythmus von Tag und Nacht und in den Wechsel der Jahreszeiten. Wenn wir achtsam sind, nehmen wir wahr, wie sehr unser Körper mit den Rhythmen des Lebens verbunden ist. "Ich werd schlagartig müde, wenn es dunkel wird", hörte ich unlängst jemand sagen.

Mir gehts umgekehrt. Ich werd da erst aktiv.

 

Herzlichst, euer Fledi

(Hannelore Kleiß)


 

Juli 2017 - Was wir von Fledi lernen können

 

Was wir von Fledi lernen könnten?

Vor einiger Zeit sah ich einen Frosch in einem Brunnenloch sitzen. Er schaute nach oben und sagte: "Der Himmel ist so groß wie mein Brunnenloch"! Da dachte ich mir: Wie oft sind wir doch selber solche Frösche, die kaum über den Tellerrand hinausblicken - Hauptsache, mir geht es gut!
Mit "take care" hat sich einmal ein Amerikaner verabschiedet. Ein schöner Gruß, der neben Vorsicht auch die Verantwortung für alles Drumherum miteinschließt. Im Wort "Verantwortung" steckt "Antwort"! Wir werden irgendwann einmal eine Antwort finden müssen auf die Fragen:

  • Warum war euch Macht wichtiger als Frieden?
  • Warum seid ihr so sorglos mit der Natur und ihren Ressourcen umgegangen?
  • Warum ist euch der persönliche Profit wichtiger gewesen als gerechte Marktpreise und Rücksichtnahme?

Fröhlichkeit

Liebe

Einsatz

Durchhaltevermögen

Ideenreichtum

... das könnten "Heilmittel" sein. Die fünf Anfangsbuchstaben stehen für meinen Namen Fledi, der so zum Wappentier einer optimistischen Zukunft wurd.

 

Herzlichst, euer FLEDI

(Gerd Schönhuber)


 

Mai 2017 - Über uns

 

Mein Steckbrief:

Größe: 6,7-7,9 cm

Gewicht: 3-45 Gramm

Flügelspannweite: 35-43 cm

Ernährung: Insekten, Spinnen

Vermehrung: 1 Junges pro Jahr

Tragzeit: 50-70 Tage

Lebensdauer 6-7 Jahre

Natürliche Feinde: Katzen, Greifvögel, Schlangen, Marder

Lebensraum: weltweit

 

Über uns:

Von unserer Gattung gibt es 90 Arten, davon 11 in Europa. Wir Mausohrfeldermäuse bevorzugen für unseren Lebensraum eher warme Regionen in einem offenen Gelände, wie Wiesen, Felder und Waldränder, aber auch menschliche Siedlungen.

 

Im Sommer suchen wir tagsüber Verstecke in Dachstühlen, Kirchtürmen oder ruhigen Gebäuden. Dort bilden unsere Weibchen "Wochenstuben", wo wir gemeinsam unsere Kinder gebären und aufziehen. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, diese Unterkünfte zu erhalten. Wir leben gerne in Gemeinschaften von kleineren Gruppen bis zu größeren Kolonien von mehreren hundert fledermäusen.

 

Wir sind hervorragende Flugmeister, aber wir tun uns schwer, uns auf andere Weise fortzubewegen oder zu sitzen. Wir sind nachtaktiv und können kaum sehen. Jedoch mit Hilfe unseres hochspezifischen Ultraschall-Ortungssystem wissen wir auch nachts genau, wo wir sind und wo sich unsere Beute aufhält.

 

Wir halten Winterschlaf. Dazu fressen wir uns Fettvorräte an und ziehen uns dann in Höhlen, hohle Bäume, in Fledermauskästen oder verlassene Stollen zurück. Meist kuscheln wir uns eng aneinander, um dadurch weniger Energie zu verbrauchen.

 

Wir sind streng geschützt, weil wir und andere Fledermäuse vom Aussterben bedroht sind!

 

Unsere Lebensräume werden durch die Sanierung von Altbauten sowie durch die Säuberung von Totholzbeständen und durch Insektenschutzmittel und Holzschutzfarben zerstört. Mir macht die Vernichtung der Lebensräume durch Monokulturen und durch den Einsatz von Pestiziden schwer zu schaffen. Um die Vielfalt unserer Erde zu schützen und um unsere Lebensgrundlage von sauberer Luft, reinem Wasser und einem lebendigen Boden zu erhalten, möchte ich euch in den nächsten Beiträgen Umwelt-Infos geben, damit kommende Generationen auch noch gesund und glücklich leben!

 

Herzlichst, euer Fledi


 

Evangelium von heute
Lk - Lk 11,47-54 In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden. Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die...
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