Montag 19. Februar 2018

Fledi - Mausohrfledermaus

Ich lebe in unserem Kirchturm gemeinsam mit meinen hundert Geschwistern. Da bin ich zu Haus - eure Mausohrfledermaus. Als Fledermaus höre und spüre ich mehr von den dramatischen Veränderungen in der Umwelt als ihr Menschenkinder. Deshalb verstehe ich mich als Sprachrohr vom FA  Schöpfungsverantwortung. Es ist mir ein Anliegen, Anregungen zur Bewahrung der Schöpfung weiterzugeben.


 

Februar 2018 - Abends, wenn ich ausfliege

Abends, wenn es dämmrig wird, werde ich immer hungriger. Den ganzen Tag war ich mit meinen weiblichen Verwandten und Freundinnen Zuhause im Kirchendachboden. Die meiste Zeit habe ich verschlafen, aber auch die Körperpflege und der Fledermaus-Tratsch sind nicht zu kurz gekommen. Essen und trinken konnte ich hier natürlich nichts. Sobald es draußen richtig dunkel ist, wage ich mich aus meinem Quartier heraus. Schlimm ist es, wenn mein Ausflugsloch von Lampen beleuchtet wird. Dann traue ich mich ganz lange nicht hinaus und werde während der Nacht nicht satt, weil ich nicht genug Zeit zum Jagen habe. Bin ich aus meinem Ausflugsloch geklettert, fliege ich los und suche mir die dunkelste Strecke weg von meinem Zuhause. Ich fliege immer entlang von Büschen und Bäumen. Wenn ich große offene Flächen überqueren muss, besteht nämlich die Gefahr, dass mich ein Greifvogel oder eine Katze fängt.

 

Herzlichst, euer „Fledi“

(Isabel Schmotzer,
Koordinationsstelle für Fledermausschutz u.-forschung in Österreich)

 

November 2017 - Mikroplastik aus der Waschmaschine

Jedes Jahr werden in Europa etwa 35 Milliarden Waschmaschinenladungen gewaschen. Dabei werden Milliarden kleinster Kunststoffpartikel aus der Kleidung freigesetzt, die ungefiltert in den Wasserkreislauf und letztlich auch ins Meer gelangen. Mit klassischen Klärwerksmethoden können die mikroskopisch kleinsten Plastikteilchen kaum zurückgehalten werden. Sie sind bereits in Trinkwasser, Bier und Honig nachgewiesen worden. 65 Prozent der Nordseeschrimps sind mit Mikroplastik verseucht!

Doch die gute Nachricht: Jeder kann seinen Beitrag leisten, um unsere Umwelt zu schonen! So sollte der Kauf von Kleidungsstücken aus Kunstfasern möglichst vermieden werden. Stattdessen sind Naturfasern (wenn möglich in Bio-Qualität) zu bevorzugen, die natürlich abbaubar sind, wie Baumwolle, Leinen, Wolle und Seide.

Da viele Waschmittel häufig Mikroplastikpartikel, sowie andere für die Umwelt belastende Stoffe enthalten, können Waschmittel auch einfach selbst hergestellt werden!

Denn, bewusstes Handeln ist nachhaltig und bringt Freude – für Mensch und Umwelt, für dich und mich! :-)

 

Frohe Weihnachten wünscht

 

herzlichst, euer „Fledi“

(Herta Hauser)

Oktober 2017 - Einladungen der Schöpfung im Herbst

 

Ich mag Erntedank. Es lädt uns ein, dankbar auf die Früchte unseres Lebens zu schauen und auf all das, was gelingt. Dankbarkeit hilft uns, bei Kräften zu bleiben und nicht auszubrennen bei all unseren Aktivitäten.

 

Ich mag das milde, goldene Licht des Herbstes. Es lädt uns ein, mit einem milden Blick auf unser Leben zu schauen, auch auf das, was nicht gelungen ist.

 

Der Herbst färbt die Landschaft bunt, bevor das Laub von den Bäumen fällt und sich die Pflanzen ins Erdreich zurückziehen, um ruhend Kraft für einen neuen Lebenszyklus zu sammeln. Damit lädt der Herbst uns ein, wieder etwas leiser zu treten und uns im Loslassen zu üben. Vielleicht mit einem Tee aus selbst gesammelten Kräutern die länger werdenden Abende zu genießen. Vielleicht eine Bienenwachskerze entzünden und das Licht und den einzigartigen Geruch wahrnehmen.

 

Wir sind eingebunden in den Rhythmus von Tag und Nacht und in den Wechsel der Jahreszeiten. Wenn wir achtsam sind, nehmen wir wahr, wie sehr unser Körper mit den Rhythmen des Lebens verbunden ist. "Ich werd schlagartig müde, wenn es dunkel wird", hörte ich unlängst jemand sagen.

Mir gehts umgekehrt. Ich werd da erst aktiv.

 

Herzlichst, euer Fledi

(Hannelore Kleiß)


 

Juli 2017 - Was wir von Fledi lernen können

 

Was wir von Fledi lernen könnten?

Vor einiger Zeit sah ich einen Frosch in einem Brunnenloch sitzen. Er schaute nach oben und sagte: "Der Himmel ist so groß wie mein Brunnenloch"! Da dachte ich mir: Wie oft sind wir doch selber solche Frösche, die kaum über den Tellerrand hinausblicken - Hauptsache, mir geht es gut!
Mit "take care" hat sich einmal ein Amerikaner verabschiedet. Ein schöner Gruß, der neben Vorsicht auch die Verantwortung für alles Drumherum miteinschließt. Im Wort "Verantwortung" steckt "Antwort"! Wir werden irgendwann einmal eine Antwort finden müssen auf die Fragen:

  • Warum war euch Macht wichtiger als Frieden?
  • Warum seid ihr so sorglos mit der Natur und ihren Ressourcen umgegangen?
  • Warum ist euch der persönliche Profit wichtiger gewesen als gerechte Marktpreise und Rücksichtnahme?

Fröhlichkeit

Liebe

Einsatz

Durchhaltevermögen

Ideenreichtum

... das könnten "Heilmittel" sein. Die fünf Anfangsbuchstaben stehen für meinen Namen Fledi, der so zum Wappentier einer optimistischen Zukunft wurd.

 

Herzlichst, euer FLEDI

(Gerd Schönhuber)


 

Mai 2017 - Über uns

 

Mein Steckbrief:

Größe: 6,7-7,9 cm

Gewicht: 3-45 Gramm

Flügelspannweite: 35-43 cm

Ernährung: Insekten, Spinnen

Vermehrung: 1 Junges pro Jahr

Tragzeit: 50-70 Tage

Lebensdauer 6-7 Jahre

Natürliche Feinde: Katzen, Greifvögel, Schlangen, Marder

Lebensraum: weltweit

 

Über uns:

Von unserer Gattung gibt es 90 Arten, davon 11 in Europa. Wir Mausohrfeldermäuse bevorzugen für unseren Lebensraum eher warme Regionen in einem offenen Gelände, wie Wiesen, Felder und Waldränder, aber auch menschliche Siedlungen.

 

Im Sommer suchen wir tagsüber Verstecke in Dachstühlen, Kirchtürmen oder ruhigen Gebäuden. Dort bilden unsere Weibchen "Wochenstuben", wo wir gemeinsam unsere Kinder gebären und aufziehen. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, diese Unterkünfte zu erhalten. Wir leben gerne in Gemeinschaften von kleineren Gruppen bis zu größeren Kolonien von mehreren hundert fledermäusen.

 

Wir sind hervorragende Flugmeister, aber wir tun uns schwer, uns auf andere Weise fortzubewegen oder zu sitzen. Wir sind nachtaktiv und können kaum sehen. Jedoch mit Hilfe unseres hochspezifischen Ultraschall-Ortungssystem wissen wir auch nachts genau, wo wir sind und wo sich unsere Beute aufhält.

 

Wir halten Winterschlaf. Dazu fressen wir uns Fettvorräte an und ziehen uns dann in Höhlen, hohle Bäume, in Fledermauskästen oder verlassene Stollen zurück. Meist kuscheln wir uns eng aneinander, um dadurch weniger Energie zu verbrauchen.

 

Wir sind streng geschützt, weil wir und andere Fledermäuse vom Aussterben bedroht sind!

 

Unsere Lebensräume werden durch die Sanierung von Altbauten sowie durch die Säuberung von Totholzbeständen und durch Insektenschutzmittel und Holzschutzfarben zerstört. Mir macht die Vernichtung der Lebensräume durch Monokulturen und durch den Einsatz von Pestiziden schwer zu schaffen. Um die Vielfalt unserer Erde zu schützen und um unsere Lebensgrundlage von sauberer Luft, reinem Wasser und einem lebendigen Boden zu erhalten, möchte ich euch in den nächsten Beiträgen Umwelt-Infos geben, damit kommende Generationen auch noch gesund und glücklich leben!

 

Herzlichst, euer Fledi


 

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