Friday 16. April 2021

Pastorale Aufgaben

Wegen der Wahl von P. Gabriel Weinberger zum neuen Abt des Stiftes Wilhering am 23. September 1965 waren alle Personalentscheidungen aufgeschoben.

Kaplan in Bad Leonfelden vom 15. November 1965 bis 31. August 1968, und damit erste pastorale Erfahrungen, vor allem mit bis zu 20 Wochenstunden Religionsunterricht, Katholische Jungschar, Katholische Jugend am Land und Katholische Arbeiterjugend.
Kaplan in Gramastetten 1. September 1968 bis 31. August 1969, zusätzlich mit Dienstleistung in Filialkirche Neußerling und Religionsunterricht an dieser Schule.
Seit 1969 Dekanatsjungscharseelsorger im Dekanat Gallneukirchen/West, auch als Pfarrer von Puchenau bis 1974; diese Funktion wegen Beginn der Kirchenbauplanung beendet.
Ernennung durch Diözesanbischof Dr. Franz Sales Zauner auf Vorschlag des Abtes Gabriel Weinberger
ab 1. September 1969 zum Pfarrprovisor, ab 15. Dezember 1971 zum Pfarrer von Puchenau.

 

Aufbau der Pfarrgemeinde, Suche nach Mitarbeiter/innen, Durchführung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils, insbesonders im Bereich Liturgie


Die ersten Dienstjahre als Pfarrer in Puchenau waren geprägt vom Aufbau der Pfarrgemeinde in allen Bereichen:
Suche nach geeigneten Mitarbeiter/innen, um die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischens Konzils insbesonders in der Liturgie umzusetzen, von Ministranten, Lektoren, Organisten, Mitgliedern des Kirchenchores ....
Nachträgliche Wahl (das heißt zuerst mühsame Suche nach Kandidaten/innen!) eines Pfarrsynodenrates als Vorgängerorgan des Pfarrgemeinderates und erste Wahl zum Pfarrgemeinderat am 8. April 1973.
Religionsunterricht in allen Klassen der Volksschule Puchenau und für zwei Jahre Religionsunterricht in drei Klassen der Hauptschule Ottensheim, wegen der beginnenden Planung des Kirchenbaues und des Aufbaues der Hauptschule Puchenau mußte diese Aushilfe in Ottensheim beendet werden.
Aufbau von Jungschargruppen und erstes großes Jungscharlager mit je zwei Buben- und Mädchengruppen im Sommer 1974 in Fischlham.

 

Planung und Bau des Pfarrzentrums

 

Die nächsten Jahre waren völlig geprägt von den schwierigen Planungen für das neue Pfarrzentrum, nicht nur bezüglich Grundstücke, Finanzierung, Baugenehmigung, sondern grundsätzlich in den bewegten Jahren nach dem Konzil mit den damals von unberufenen Meinungsmachern hochgejubelten Mehrzweckkirchen.
Das Bedeutendste damals wie heute: “Man hat sich in Puchenau die Kirche nicht erspart”. Dass wir die Kirche bewußt als sakralen Bau planten und errichteten, dazu natürlich Pfarrheim und Kindergarten als weitere Baukörper, damit war ich mit dem Architekten Prof. Dr. Roland Rainer völlig einer Meinung.
Intensive und oft sehr schwierige Gespräche gab es über die innere Gestaltung der Sakralräume, wobei mir mein Studium in christlicher Kunst und Spezialvorlesung Kirchengebäude besonders zugute kam, denn der Architekt hatte von den Bedingungen für eine katholische Kirche und Einrichtung entsprechend des Konzils wenig Ahnung. Bautechnische Agenden habe ich weitgehend dem Architekten und seinem Bauleiter überlassen - rückschauend leider. Doch im Kirchenbaujahr mußte ich 15 Wochenstunden Religion unterrichten; damals hatte mich das Schulamt der Diözese in Stich gelassen, mir wie anderen Pfarrern während der Bauzeit einen Religionslehrer zur Verfügung zu stellen.


Wenn sie einen Tag in ihrem Leben nochmals erleben möchten: ich meine, ich wählte den 23. Mai 1976, die festliche Eröffnung und erste Messe in der neuen Kirche mit Abt Gabriel Weinberger und weiteren Mitbrüdern.

 

Kircheweihe Puchenau 

 Festliche Eröffnung der Kirche und Segnung von Pfarrheim und Kindergarten durch Abt Gabriel Weinberger am 23. Mai 1976. In Konzelebration feierten diesen Festtag Prof. Dr. Günther Rombold, theologische Hochschule Linz, Dr. Leopold Gusenbauer, Petrinum, Pfarrer P. Andreas W. Ebmer, Abt Gabriel Weinberger, Mag. Josef Humer, Direktor des Petrinums, Mag. P. Clemens Schimpl und Mag. P. Rainer Schraml, Stift Wilhering.

 

Gut ist es, dass wir nicht in die Zukunft blicken können, denn schon wenige Wochen nach der Kircheneröffnung begannen die bautechnischen Probleme unzulänglicher Flachdächer, die die Pfarre und mich als Pfarrer besonders über viele Jahre verteilt plagten. Den letzten Fehler bautechnischen Schwachsinns in einem Wasserspeier des Kindergartens konnten wir erst Sommer 2008 entdecken und beheben.

 

Heineinwachsen ins Pfarrzentrum


Die folgenden Jahre bis 1982 waren geprägt, unser Pfarrzentrum mit Leben zu erfüllen, und vor allem die Existenz unseres nun zweigruppigen Kindergartens abzusichern. Umgestaltung des Pfarrgemeinderates von einem primär beschließenden Organ zur Zeit des Kirchenbaues zum offiziellen Mitarbeitergremium im vielfältigen ehrenamtlichen Bereich. Diese Jahre waren für mich als Pfarrer sicher so schwierig wie die Bauzeit und verlangten außerordentliche Menschenkenntnis.

 

Großer seelsorglicher Aufbruch


Ab 1983, nach Abschluss der ersten Sanierung der Dächer des Pfarrzentrums, konnte ich mich ganz auf die Pastoral konzentrieren. Wir erlebten dank vieler aktiver Mitarbeiter/innen einen großen seelsorglichen Aufbruch. An gewöhnlichen Sonntagen wurde die Kirche fast zu klein und in der Advent- und Fastenzeit mußten wir zusätzliche Sessel aufstellen. Zitat von Freunden aus Liederbach am Taunus, selbst in ihrer Pfarre aktiv, nach der Messe an einem Sonntag Anfang November in dieser Zeit: “Wir gratulieren ihnen zu dieser Gemeinde, ein Sektor ist voll mit Jugendlichen”. Rückschauend waren die 80iger Jahre die glücklichsten in der pfarrlichen Pastoral. Dazu auch Bischof Maximilian Aichern bei der Visitation 1992: “Ich habe noch wenige Pfarren erlebt, bei denen die Visitation so gründlich vorbereitet war.”

 

Die Kirchenkrise in Österreich wird medial in die Pfarren getragen


Der beginnenden Kirchenkrise in Österreich, die von außen über die Medien in die Pfarren getragen wurde, konnten wir durch aktives pfarrliches Leben lange standhalten, bis um das Jahr 2000 diese Krise auch in unserer Pfarre durchschlug. Die religiöse Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit vieler, insbesonders Eltern mit Kindern, ist am mangelnden Gottesdienstbesuch jeden Sonntag sichbar geworden.
Bischof Maximilian tröstete mich beim Gespräch nach der Visitation von 2002: “Jeder Pfarrer jammert wegen des Rückgangs des Kirchenbesuches als sichtbares Signal. Ihr habt nichts falsch gemacht. Arbeitet unverdrossen weiter, solange ihr gesundheitlich in der Lage seid.”

 

Beendigung meines Dienstes als Religionslehrer wegen Erreichen der Altersgrenze


Nach 35 Dienstjahren in der Schule konnte ich Juli 2001 meine Aufgabe als Religionslehrer beenden. Schon 1992 habe ich im Auftrag des Herrn Diösesanbischofs anläßlich seiner Visitation meinen Dienst in der Hauptschule beendet - das Schulamt stellte dafür endlich einen Religionslehrer zur Verfügung. Vorher haben wir uns selbst geholfen und aus der Pfarrgemeinde teilzeitbeschäftigte Religionslehrer gewonnen. Die letzten zehn Jahre in der Volksschule habe ich gerne mit den Kindern gearbeitet und sie für das Evangelium gewinnen wollen. Viele Ministranten und Jungscharkinder waren in die Pfarre eingebunden, und am Sonntag kamen die Kinder doch noch so halbwegs zur Messe. Besonders traurig und betroffen machte mich das Ausbleiben der Kinder beim Sonntags­gottesdienst nach Beendigung meines Schuldienstes. Weil viele Ministranten/innen nun länger ihren Dienst leisten, bis in die Oberstufe des Gymnasiums, und deren Eltern ihre Kinder zu diesem Dienst ermutigen, konnte ich immer noch ausreichend Kinder und Jugendliche für diesen Dienst gewinnen.

 

Wegen des Priestermangels Dienst als Pfarrer, solange es möglich ist


Niemand kann in die Zukunft blicken. Als Ordenspriester will ich meinen Dienst als Pfarrer nach besten Kräften leisten, solange es die Gesundheit erlaubt und die zuständigen kirchlichen Oberen, Bischof und Abt, es für richtig halten.

 

P. Andreas W. Ebmer, Pfarrer

 

Ostern 1987 erfolgte die Ernennung zum Bischöflichen Geistlichen Rat,
Ostern 2003 zum Bischöflichen Konsistorialrat durch Bischof Maximilian Aichern.

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Gottesdienste
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