Tuesday 29. September 2020

Restaurierung des Hochaltars

Da der Hochaltar doch schon erhebliche Verschmutzungen aufwies und z.T. große Schäden an der Fassung feststellbar waren, entschloss sich die Pfarre zur Restaurierung und beauftragte uns, die „ ARGE – Restauratoren“, für diese Arbeit.

 

Das Coronavirus stoppte die Arbeit, noch bevor wir beginnen konnten, so konnten wir erst Mitte Juni mit den Arbeiten anfangen. 

 

Als erstes entfernten wir die lose Staubablagerung und die schon mit dem Untergrund fest verbundene Schmutzschicht. Dabei musste sehr vorsichtig vorgegangen werden und vorab musste z.T. lose Fassung gefestigt werden, damit sie nicht verloren geht.

Gleichzeitig wurden Bauteile abgenommen, die wir in der Werkstätte restaurierten, wie z.B. gebrochenes und stark geschädigtes Schnitzwerk, das den jeweiligen Erfordernissen entsprechend gefestigt und ergänzt wurde.

 

Vor Ort gingen die Arbeiten weiter mit der Komplettreinigung, auch an der Rückseite.  Hierbei fanden wir unter einer Malschicht die Jahreszahl 1679. Handelt es sich dabei etwa um das Entstehungsjahr? Der bisherigen Quellenlage zufolge ist der Hochaltar im Jahr 1697 entstanden, auch die Jahreszahl auf dem Kreuzigungsgemälde von Reslfeld deutet auf dieses Entstehungsjahr hin. Eine mehr als rätselhafte Diskrepanz in der Überlieferung, die vielleicht Anstoß geben könnte für Forschungen in diese Richtung!

Auch weitere Schriftzüge sind vorhanden aus den Jahren 1740, 1841 od. 49, 1890 und 1974.

 

Die weiteren Arbeiten am Altar bestanden darin die Kreidegrundierung und die Vergoldung zu ergänzen, die neu vergoldeten Stellen dem Altbestand anzugleichen und die Fassungsfehlstellen zu retuschieren.

Ein Kunstwerk aus vergangenen Jahrhunderten, von Experten restauriert, wird niemals in „neuem Glanz“ erstrahlen, wie laienhafte Betrachter es vielleicht gerne ausdrücken würden, sondern wir Restauratoren müssen die Würde des “scheinbar natürlich Gealterten“ wiederherstellen, und unsere Arbeit hat sich dieser Anforderung unterzuordnen.

 

Es war eine große Freude für uns, bei Euch arbeiten zu dürfen und wir danken Euch allen für den Einsatz, sei es durch aktive Mithilfe oder durch finanzielle Zuwendungen.

 

Geht vorsichtig mit diesem Prunkstück um in der Hoffnung, dass es die nächsten Generationen so weiterreichen, wie Ihr es getan habt und es so weitere 341 Jahre bewundert werden kann!

Das Restauratorenteam:    Georg Seyer – Mauthausen

                                               Isabell Enzenhofer  – Mauthausen

                                               Johann Reiter – Hargelsberg

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Katholische Kirche in Oberösterreich
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