Friday 16. April 2021
Pfarre Oberkappel

Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz

Was lag diesem Menschen besonders am Herzen? Was hat ihn bewegt?

Es begab sich vor kurzem, dass eine ältere Frau aufgrund ihrer Erkrankung einen Krankenhausaufenthalt hatte. Der Pfarrer besuchte sie dort und dabei ergab sich ein längeres Gespräch zwischen den beiden. Nach wenigen Tagen verstarb die Frau unerwartet. Ihr Ehemann erfuhr von dem Gespräch. Daraufhin bat er den Pfarrer, er möge ihn besuchen und erzählen, was ihm seine Frau noch mitgeteilt hat.

So dürfen auch wir in dieser Woche die letzten Worte unseres Erlösers, unseres besten Freundes betrachten, was ihm besonders am Herzen lag, was seine letzten Handlungen waren.

 

"Vater vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun." (Lk 23,34)

Jesus zeigt seine große Liebe, indem er seinen Feinden vergibt und auch beim Vater um Vergebung ihrer Taten bittet, damit es ihnen nicht als Schuld angerechnet wird.

"Jesus, ich bitte dich, mach mich großzügig, damit ich vergeben kann, damit ich nicht alles gegen mich gerichtet sehe und verzeihen kann, jeden Tag neu, Tag für Tag."

Glaube und Vertrauen in Gottes Sohn sind der Schlüssel um dieses Geschenk anzunehmen.

 

"Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein." (Lk 23,43)

Jesus hat uns das Gleichnis vom barmherzigen Vater gegeben, der seinem verlorenen Sohn entgegen läuft, ihn umarmt und ein großes Fest feiert, als er ihn von Weitem zurückkommen sieht. Jetzt am Kreuz setzt Jesus diese Worte in die Tat um.

"Jesus, ich bitte dich, lass mich oft das Sakrament der Versöhnung in Anspruch nehmen, indem du mich umarmen möchtest, indem wir unsere Beziehung wieder erneuern."

Papst Franziskus hat uns die Zusage gegeben, dass Gott nie müde wird zu verzeihen, nur wir werden müde um Verzeihung zu bitten.

 

"Frau, siehe, dein Sohn!" und "Siehe, deine Mutter!" ( Joh 19, 26-27)

Jesus ordnet und regelt noch, was er nicht vollenden konnte, damit seine Mutter versorgt ist. Sogar am Kreuz hängend, ist Jesus noch der gute Hirte, der für uns sorgt.

"Jesus, ich bitte dich, hilf auch mir mein Leben zu ordnen, nicht nur äußerlich sondern auch innerlich. Gib mir auch die Kraft, mich um Schwache und Arme anzunehmen, und ihnen einen Abglanz deiner Liebe zu zeigen."

 

"Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" ( Mk 15,35; Mt 27,46)

Jesus ist nie ohne Vater, der Vater ist in ihm und er ist im Vater, sie sind eins. Jesus aber gibt in seiner Hingabe alles. Er verlässt seine Gottheit so weit, dass er sogar dessen Ferne auf sich nimmt, die wir erleiden, wenn wir vom Wort Gottes getrennt leben.

"Jesus, ich bitte dich, hilf mir aus der Unzufriedenheit, Bitterkeit und Angst herauszukommen, die ich erleide, weil ich mich von dir getrennt habe. Sei du mein Schutz und meine Burg."

In Gott finden wir das Glück, die Liebe und die Erfüllung.

 

"Mich dürstet" (Joh 19,28)

Jesus zeigt hier mit menschlichen Bedürfnissen wie sehr er sich mit seiner Gottheit erniedrigt hat um uns zu retten, zu erlösen. Auch Jesus will sein Leben bis zum Schluss auskosten. Doch er erhält von den Menschen nur Essig zum Trinken. Wie oft passiert es uns im Alltag, dass wir dem Nächsten gegenüber versagen?

"Jesus, ich bitte dich, zeig uns wer Hilfe von uns braucht, dass wir ihm geben können worum er uns bittet."

Gott nimmt uns gnädig an wie wir sind, und will uns durch den Hl. Geist verändern.

 

"Es ist vollbracht." (Joh 19,30)

Die Verheißungen des Alten Testamentes sind in Erfüllung gegangen. Seine Stunde ist gekommen und vollendet. Nun ist der Mensch gerettet und Satan angekettet, er ist besiegt. Das Reich Gottes ist auf Erden errichtet und die Brücke zum ewigen Glück bei Gott, das Kreuz, ja, Christus selbst, ist aufgerichtet.

"Jesus, ich bitte dich, gib, dass ich dein vollbrachtes Werk annehme, und ich schon  hier auf Erden als Königskind in der Liebe und der Freude leben kann."

 

"Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist." (Lk 23,46)

Jesus hat seinen Auftrag zu Ende gebracht. Er kehrt zu seinem Vater zurück, der ihn gesandt hat. Er betet diese Worte als gläubiger Jude, die allabendlich ihren Lebensgeist in Gottes Hände legen, und hoffen, dass sie nächsten Morgen ihre Lebensgeister von Gott wieder zurückbekommen und neu beginnen können.

"Jesus, ich bitte dich, gib mir Vertrauen, dass ich alles in deine Hände legen kann, und du meine Verfehlungen wieder gerade rückst, und ich jeden Tag neu als dein Geschenk annehmen kann."


 

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