Mittwoch 21. November 2018
Pfarre Oberkappel

Der Neujahrsgedanke von Pfarrer Maximilian

Meine Vergangenheit kümmert mich nicht mehr, sie gehört dem göttlichen Erbarmen. Meine Zukunft kümmert mich noch nicht, sie gehört der göttlichen Vorsehung. Was mich kümmert und fordert, ist das Heute." (Hl. Franz von Sales)

Predigt Neujahrstag, 1.1.2018, Oberkappel (8:30, 19:30); Neustift (9:45) Perikopen: Num 6,22-27           Lk 2,16-21

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

 

Zur Jahreswende wird vielfach nach einem Motto, einem Leitspruch für ein neues Jahr gesucht. Dieses soll uns das Jahr über begleiten und prägen. Ich möchte uns für das Jahr 2018 ein Wort des heiligen Franz von Sales mitgeben, das wir dann in drei Schritten bedenken wollen. Es lautet: „Meine Vergangenheit kümmert mich nicht mehr, sie gehört dem göttlichen Erbarmen. Meine Zukunft kümmert mich noch nicht, sie gehört der göttlichen Vorsehung. Was mich kümmert und fordert, ist das Heute. Das aber gehört der Gnade Gottes und der Hingabe meines guten Willens.“

 

Kommen wir zum ersten Gedanken: Meine Vergangenheit kümmert mich nicht mehr, sie gehört dem göttlichen Erbarmen.“ Jeder Mensch hat eine Vergangenheit, die er verantworten muss, wir haben weiters auch gemeinsame Verantwortung für die große Menscheitsgeschichte, mit ihren hellen und dunklen Seiten. Es gibt eine Verantwortung für die Vergangenheit. Doch umgekehrt kann der Mensch nicht immer in dem herumkramen, was gewesen ist. Wer immer nur zurückschaut, oftmals unversöhnt, dem kann es so gehen wie der Frau des Lot im Alten Testament, die beim Zurückschauen auf das untergehende Sodom und Gommorra zu einer Salzsäule erstarrt. Oder denken wir an das ernste Wort Jesu: „Keiner, der Hand an den Pflug gelegt hat, und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.“ Wir sollen unsere Vergangenheit hin und wieder loslassen und sie in das Erbarmen Gottes hineinlegen. Gott wird nie müde uns Barmherzigkeit und Erbarmen zu schenken, nur wir Menschen werden manchmal müde ihn darum zu bitten. Bitten wir Gott immer wieder um sein Erbarmen, bitten wir ihn auch immer wieder um die Kraft des Loslassens von allem, was an unversöhnter Vergangenheit da ist. Gott ist ein gerechter Richter, er urteilt gerecht über unsere Vergangenheit.

 

Kommen wir zum zweiten Gedanken: „Meine Zukunft kümmert mich noch nicht, sie gehört der göttlichen Vorsehung.“ Wir Menschen haben eine große, eine göttliche Herkunft, die sich einzig und allein jenem göttlichen Segen und Frieden verdankt, dem Mose dem Volk Israel erbeten hat, und den Gott auch heute schenkt. Aufgrund dieser Herkunft, haben wir auch eine große Zukunft. Unsere Zukunft entspricht seinem Willen, der nicht immer deckungsgleich mit unserem Willen ist. Gott hat für jeden Menschen einen Plan in seiner Vorsehung. Vorsehung hat damit zu tun, dass Gott vorsieht, dass er für uns vorausschaut. Könnte das für uns Menschen, die wir stets sehr weit und genau nach vorne planen, die wir meinen die Zukunft immer genau in den Griff zu bekommen, entlastend sein. Wir haben nicht alles im Griff, sind getragen von seiner Vorsehung, und können dadurch die Augenblicke des Lebens kostbar erleben, ja sie verkosten und genießen. Vielleicht werden wir dadurch auch genießbarer.

 

Und so kommen wir zum dritten Gedanken: „Was mich kümmert und fordert, ist das Heute. Das aber gehört der Gnade Gottes und der Hingabe meines guten Willens.“ Ja, unsere Gegenwart, das Heute darf uns kümmern, jedoch nicht irgendwie isoliert, sondern als Zusammenspiel von Gott und Mensch. Gott beschenkt uns Menschen in seiner Gnade, ob es durch das Kind in der Krippe ist, das wir im heutigen Evangelium nochmals sehen durften, oder ob es durch viele andere Geschenke und Gnadentaten ist. Was Gott möchte ist die freie und ehrliche Antwort des Menschen. Es ist das Hineinlegen des guten Willens in unsere Lebenswelt. Das Gute Wollen, der gut Wille, das redliche Herz, ist letztlich das einzige, was bei Gott zählt, und was der Mensch Gott zurückgeben kann.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Meine Vergangenheit kümmert mich nicht mehr, sie gehört dem göttlichen Erbarmen. Meine Zukunft kümmert mich noch nicht, sie gehört der göttlichen Vorsehung. Was mich kümmert und fordert, ist das Heute. Das aber gehört der Gnade Gottes und der Hingabe meines guten Willens.“ Das darf unser Jahresmotto sein. Die Gottesmutter Maria, mit deren Hochfest wir dieses Jahr beginnen dürfen, möge uns dabei eine treue Helferin sein. Und so möchte ich schließen mit einem Wort aus der Predigt von Papst Franziskus, die er am vergangenen 13. Mai in Fatima gehalten hat. Er sagte: Unter dem Schutz Mariens sind wir in der Welt Wächter, die den Morgen erwarten, die das wahre Antlitz Jesu, des Heilands, im österlichen Glanz betrachten können und das junge und schöne Gesicht der Kirche wiederentdecken können, das strahlt, wenn sie missionarisch, einladend, frei, treu, arm an Mitteln und reich an Liebe ist.“ Amen.

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