Saturday 17. April 2021
Pfarre Oberkappel

Zuversicht

Osternacht

 

Das Licht der Osterkerze, das Licht der Zuversicht erleuchtet die Dunkelheit.

Schriftstellen:

Lesung aus dem Buch Genesis 1,1-2,2.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 16,1-7

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Als ich mich heuer auf die Feier der Osternacht vorbereitet habe, ist mir eines, wahrscheinlich gerade aufgrund der Corona-Situation, bewusst geworden: Die Osternacht ist eine Feier großer Zuversicht. Das wird in vielen Details sichtbar. Das Licht der Osterkerze, das Licht der Zuversicht erleuchtet die Dunkelheit. Auch die gehörten Schrifttexte sprechen allesamt die Sprache der Zuversicht. Gott steht hinter seiner Schöpfung, von Anfang an. Gott führt den Menschen in die Freiheit. Gott gibt dem Menschen ein mitfühlendes, neues Herz aus Fleisch. Und dann ist da die Erfahrung der Frauen am leeren Grab, dass der Herr lebt. Er ist auferstanden. Die Auferstehung Christi hat das Tor der Zuversicht ein für alle Mal aufgestoßen. Zuversicht, das ist das große Geschenk des Auferstandenen. Zuversicht, dieses Geschenk brauchen wir zurzeit wohl am meisten. Am Grab, dort, wo nach rein menschlichem Ermessen normal das Ende, das Ende der Zuversicht ist, beginnt das Leben neu. Das leere Grab verweist uns auf die gekreuzigte und auferstanden Zuversicht. Ostern appelliert an unsere christliche Zuversicht, an unsere gesicherte Hoffnung. Der Hebräerbrief hat hier diese gute Aufforderung für uns alle: „Werft eure Zuversicht nicht weg!“ Ostern fragt uns aber auch an, was wirkliche Zuversicht ist. Was ist der Unterschied zwischen Optimismus, Pessimismus und Zuversicht. Ich möchte das mit einer bekannten Parabel von drei Fröschen verdeutlichen, die in einen Topf mit Schlagobers gefallen sind und zu ertrinken drohen.

 

Der Pessimist denkt: „O je, wir sind verloren, jetzt gibt es keine Rettung mehr.“ „Er sagt‘s und ertrinkt.

 

Der Optimist hingegen gibt sich unerschütterlich: „Keine Sorge, nichts ist verloren. Am Ende wird Gott uns retten.“ Er wartet und wartet und ertrinkt schließlich ebenso wie der Erste.

 

Der dritte, zuversichtliche Frosch hingegen sagt sich: „Schwierige Lage, da bleibt mir nichts anderes übrig, als zu strampeln.“ Er reckt also den Kopf über die Schlagoberoberfläche und strampelt und strampelt, bis der Schlagobers zu Butter wird und er sich mit einem Sprung aus dem Topf retten kann.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Zuversicht ist nicht eine leere Hoffnung, sondern meint auf der einen Seite den klaren Blick auf den Ernst der Situation, gleichzeitig aber auch, sich nicht davon lähmen zu lassen und die verbleibenden Spielräume und Möglichkeiten zu nutzen. Zuversicht heißt, mit diesem Blick von Hoffnung in die Zukunft zu schauen. Wir sind dabei nicht allein. Der Auferstandene begleitet uns. Er geht uns voraus nach Galiläa, das heißt er zieht uns die Spur der Zuversicht in unseren Alltag, in unser Galiläa hinein. Wir brauchen nichts anderes tun, als dieser Spur zu folgen. „Werft eure Zuversicht nicht weg.“ Das ist Thema. Die ganze Osternacht, die ganze Osterzeit, Ostern überhaupt, österliches Leben von uns Christen ist nichts anderes als ungezählte, unendliche Variationen dieses einen Themas. „Werft eure Zuversicht nicht weg!“ Halleluja, Amen.  

 

Ausgewählte Predigten von Pfarrer Maximilian

Die Hl. Familie

Am heutigen Fest der Heiligen Familie haben wir ein Evangelium gehört, das alle Eltern, die mit heranwachsenden,...

Osterglocke - große Glocke?

„Die Botschaft der Auferstehung müsst ihr an die große Glocke, an die Osterglocke hängen.“ Die Osterglocke, wie soll...

Aschermittwoch

„Bedenke Mensch, dass du Staub bist, und zum Staub zurückkehren wirst!“ Diese Formel, die bei der Spendung des...
Telefonseelsorge
TelefonSeelsorge Oberösterreich – Notruf 142
Pfarre Oberkappel
4144 Oberkappel
Falkensteinerstraße 12
Telefon: 07284/206
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
4021 Linz
https://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: