Thursday 24. September 2020
Pfarre Oberkappel

24. Sonntag im Jahreskreis, 13. September 2020

Mag. Maximilian Pühringer OPraem.Pfarrer Maximilian: Das Evangelium nennt uns Bereitschaft zum Vergeben, innere Großzügigkeit, und Leben aus einer echten Liebe heraus. Wir können wohl wieder einiges mitnehmen in unser Leben hinein.

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Schriftstellen:  Perikopen: Röm 14,7-9 Mt 18,21-35

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

 

Der Apostel Paulus hat im Römerbrief, aus dem wir gerade gehört haben, eine Botschaft, bei der uns bewusst werden soll, dass wir im Leben und im Sterben auf Gott zugeordnet sind. „Keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.“ Der Mensch kann freilich von sich aus diese Zugehörigkeit nur beiläufig leben, oder sie gleichgültig hinter sich lassen. Von Seiten Gottes geht sie jedenfalls nie verloren. Es tut uns gut, denke ich, wenn wir unser Leben von dieser Zugehörigkeit zu Gott her verstehen, dass wir Tag für Tag auf ihn hinzu schreiten. Das heutige Evangelium vom unbarmherzigen Knecht, gibt uns wieder einige Impulse für diese Zugehörigkeit.

 

Erstens: Zugehörigkeit zu Gott hängt stark mit unserer Bereitschaft zum Vergeben und Verzeihen zusammen. Jesus überfordert uns hier eigentlich. Er will grenzenlose Vergebungsbereitschaft. Ja, aber wo kommen wir denn da hin? Da kann sich ja jeder alles erlauben? Es würde ja auch den Unterschied von Gut und Böse verdunkeln, wenn ohnehin alles vergeben wird? Wir müssen hier einen kurzen Blick auf das Evangelium des letzten Sonntags tun. Da wurde klar geregelt, was zu tun ist, wenn sich jemand schuldig macht. Herausgekommen ist man soll ein Fehlverhalten zuerst unter vier Augen besprechen, dann mit zwei Zeugen, und dann mit der Gemeinde. Wenn das alles nichts nützt, muss es auch Konsequenzen geben. Vergebungsbereitschaft sollte ein ganz langer Weg sein nach Jesus, in dem Vertrauen, dass es bei Gott keine hoffnungslosen Fälle gibt. Appellieren wir an unser Herz niemals zu schnell mit dem Vergeben aufzugeben, dann gehören wir zu Gott.

 

Zweitens: Zugehörigkeit zu Gott bedeutet immer sehr großzügig sein. Der eine Diener hat Millionen verspielt. Alles wird ihm barmherzig und großzügig erlassen. Königliche, göttliche Vergebung sehen wir hier. Doch wie verhält er sich dann. Er ist nicht bereit seinem Mitknecht eine verhältnismäßig kleine Schuld zu verlassen. Er kann nicht erlassen. Er will alles auf bare Münze: „Bezahle, was du mir schuldig bist.“ Finden wir in dieser Engherzigkeit nicht auch uns selber? Wir sind vor Gott alle in gewisserweise Schuldner. Jeder Mensch steht in Schuld da, auch wenn wir das nicht gerne hören wollen. Gott hat sich die Vergebung viel kosten lassen. Sie ist teuer erkauft am Holz des Kreuzes, durch den letzten Tropfen seines Blutes den Christus gegeben hat. Wir leben von der Vergebung. Aber oft geht’s auch bei uns so zu wie im Gleichnis, weil wir nicht großzügig sein können. Kaum sind wir frei, wie der erste Diener, vergessen wir was uns geschenkt wurde, und fallen über den anderen her: ,,Bezahle, was du mir schuldig bist.“ Wir treiben Schulden ein, nach dem Motto: „Mir schenkt ja auch keiner was?“ Wie oft haben wir, wenn wir ehrlich unser Gewissen befragen, schon die Großzügigkeit Gottes erfahren. Was hat er nicht schon alles an uns getan, was wir nicht verdient haben. Wir sollen versuchen ihm hier ein bisschen ähnlich zu werden, dann gehören wir auch zu ihm.

 

Drittens: Zugehörigkeit zu Gott hängt immer von unserer Bereitschaft zur Liebe ab. Ich muss immer mehr ein Liebender werden. „Wahrhaft groß ist, wer eine große Liebe hat,“ sagt uns die Nachfolge Christi. Liebe heißt nichts anders, als es immer wieder zu probieren. Es gibt oft wirklich Schlimmes zwischen Menschen, wo man nicht einfach sagen kann: „Schwamm drüber.“ Es kann aber die Liebe immer größer sein, als das, was zwischen uns Menschen steht. Selbst wenn wir einmal denken: Jetzt reicht es mir. Dann sollten wir es trotzdem noch einmal versuchen, auch wenn es uns aussichtslos erscheint. Der Herr will Mitliebende, dann gehören wir zu ihm.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Zu Gott dazu gehören und diese Zugehörigkeit immer mehr vertiefen. Darum geht es. Es gibt viele Möglichkeiten dafür. Das heutige Evangelium nennt uns Bereitschaft zum Vergeben, innere Großzügigkeit, und Leben aus einer echten Liebe heraus. Wir können wohl wieder einiges mitnehmen in unser Leben hinein. Amen.

 

 

Pfarrer Maximilian Pühringer O.Praem.

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