Sunday 29. March 2020
Pfarre Oberkappel

Wort zum Sonntag der 5. Fastenwoche, 29.3.2020

foto kirschner

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Hl. Augustinus:

„Mein Gott, ich suchte dich da draußen, doch du warst in meinem Inneren.“


 

Schriftstellen:

Ez 3,12b-14    Joh 11,1-45

 

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Mit einem Jesus, der Emotionen zeigt, der lacht, sich freut, der zornig ist, der weint, hat sich die Kirche oft schwer getan. Das wollte nicht recht zum Sohn Gottes passen. Jesus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Zum Menschsein gehören Emotionen dazu. Das ist auch bei Jesus so. Im heutigen Evangelium begegnet er uns in Trauer.

 

Er weint über den Tod seines Freundes Lazarus, den er offensichtlich wirklich gern hatte. Die ganze existenzielle Betroffenheit Jesu wird sichtbar. Existenzielle Betroffenheit, das ist das Entscheidende im Glauben an Gott. Ich muss mit meiner ganzen Existenz betroffen sein, mich muss das Geheimnis Gottes innerlich berühren. Der Weg nach Innen ist der Entscheidendste. Damit wir nicht mit dem Heiligen Augustinus feststellen müssen:

 

Mein Gott, ich suchte dich da draußen, doch du warst in meinem Inneren.“

 

Auch der Coronavirus, der uns tagtäglich in den Medien präsentiert wird, soll uns berühren, damit wir diese, unsere Welt im Gebet nun besonders in die Hände Gottes legen. Im Buch Ezechiel hören wir heute, natürlich in den Bildern der damaligen Zeit, vom jüdischen Auferstehungsglauben. Gott öffnet die Gräber, holt die Toten heraus, und schenkt neues Leben. Die Betroffenheit Jesu war wohl der erste Schritt, der ihn sein Wunder an Lazarus tun ließ. „Da er Mensch ist wie wir, weinte er über den Tod seines Freundes. Da er Gott ist von Ewigkeit, rief er Lazarus aus dem Grab,“ heißt es in der heutigen Präfation. Lassen wir uns ganz menschlich, so wie wir sind, innerlich berühren vom Traurigen, vom Schwierigen, aber auch vom Schönen und vom Erfreulichen. Das ist der erste Schritt, damit manch Totgeglaubtes in uns zu neuem Leben kommt. In den alten Messbüchern gibt es ein schönes Gebet „Um die Gabe der Tränen“. Meditieren wir betend dieses Gebet, das von mir etwas anders übersetzt wurde, gerade auch im Blick auf das Fehlerhafte und Unvollkommene des eigenen Lebens:


„Allmächtiger und mildester Gott,
du hast dem dürstenden Volk
eine Quelle lebendigen Wassers
aus dem Felsen entströmen lassen.
Erweiche unsere harten Herzen,
und lass uns Tränen der Reue weinen,
damit wir über unsere Fehler weinen,
und du uns durch dein gütiges Erbarmen Vergebung  schenkst.
 Darum bitten wird durch Christus, unseren Herrn. Amen.“

 

Bitte feiern Sie auch zu Hause die tägliche Messemit !

 

Pfarrer Maximilian OPraem.

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