Wednesday 20. January 2021

Hochfest Mariä Empfängnis 8. 12. 2020

Im Deckenfresko des Presbyteriums der Pfarrkirche Mühlheim ist die Unbefleckte Empfängnis (lateinisch immaculata conceptio) dargestellt.

Aus der Zeit 1737/1738 stammt die barocke Stuckierung durch Gesellen von Meister Johann Michael Vierthaler und Ausmalung etwa zur gleichen Zeit durch Johann Georg Reischl und Paul Erlmüller.

Neben zwei herrschaftlichen Gestalten sind zwei Heilige dargestellt, die beide an der Beschreibung zu identifizieren sind: der Selige Duns Scotus und der Hl. Petrus Canisius. (Kann sein, dass das Gesicht des Petrus Canisius ein Pfarrer von Mauernberg sein könnte!) Der Spruch „Potuit decuit ergo fecit“ ("Er [Gott] konnte es, es ziemte sich, daher machte er [es]') wird diesem Seligen Duns Scotus zugeschrieben. Wenn man im Internet/wikipedia nachschaut, so entdeckt man einen großen Theologen und Philosophen des Mittelalters. Ich kann hier unmöglich auf seine ganze Philosophie eingehen, sie ist aber absolut bemerkenswert! Sagenhaft, in wie kurzer Zeit sich diese Männer das Wissen der Zeit angeeignet haben. Er verband u. a. die Lehren des Aristoteles, des Augustinus und der Franziskaner auf feinsinnige Art miteinander, so dass Zeitgenossen ihn auch Doctor subtilis nannten – und wegen seiner Lehre zur „Unbefleckten Empfängnis“ auch Doctor marianus.

 

Noch äußere Daten: DUNS SCOTUS wurde um1265/66 in der Nähe von Edinburgh geboren und besuchte dort eine Franziskanerschule (Grundschule). Er trat dann in den Orden der Franziskaner ein, kam nach Cambridge und Oxford. Um 1300 war er bereits in Paris als Baccalaureus und dann als Magister tätig, um 1307 wurde er als Lektor nach Köln versetzt und starb dort am † 8. November 1308 (im 43. Lebensjahr). Am 20. März 1993 wurde er seliggesprochen. (Der zweite Spruch im Fresko auf dem Tisch vor einem Priester mit Talar ist dem Hl. Petrus Canisius gewidmet „Opus Marianum Petri Canisi“)

 

Was besagt dann dieser Spruch:, Potuit decuit ergo fecit“ (‚Er konnte es, es ziemte sich, daher machte er [es]'. Dazu muss auch nochmals auf die geschichtliche Überlieferung dieses Festes zurückgegangen werden. Die Ostkirche feierte das Fest an manchen Orten seit dem 10. bis 12. Jahrhundert (man liest auch 8./9. Jhd.) als Tag der Empfängnis der Allerheiligsten Gottesmutter durch Anna. Im Westen führte es Anselm von Canterbury – ebenfalls ein bedeutender Philosoph - um das Jahr 1100 für seine Diözese Canterbury ein. Erstmals erklärte das Konzil von Basel in seiner 36. Sessio am 17. September 1439, dass durch einen besonderen Akt der Prävention Maria niemals von der Erbsünde befleckt wurde. Im Jahr 1477 führte Papst Sixtus IV. das Hochfest in Rom ein, 1708 wurde das Fest als Mariä Empfängnis durch Clemens XI. für die ganze katholische Kirche vorgeschrieben. Die genaue Formel des Tagesgebetes sollte erst später folgen:

Papst Pius IX. setzte dafür 1848 ein Theologengremium zur Vorbereitung einer Definition des Glaubenssatzes ein. Am 2. Februar 1849 sandte er die Enzyklika Ubi primum an die Ortsbischöfe, um die Meinung des Episkopats zu erkunden. Von den 603 befragten Bischöfen äußerten sich 546 positiv zur Definition eines Glaubenssatzes. Pius IX. ließ die Voten der Bischöfe veröffentlichen und gab theologische Definitionsentwürfe eines Glaubenssatzes hinsichtlich der unbefleckten Empfängnis Mariens in Auftrag. An der Endredaktion der Bulle war der Papst selbst maßgeblich beteiligt. Schließlich verkündete Pius IX. am 8. Dezember 1854 in seiner Bulle Ineffabilis Deus (‚Der unbegreifliche Gott‘) das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Mariens (Conceptio immaculata):

„Zur Ehre der Heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit, zur Zierde und Verherrlichung der jungfräulichen Gottesgebärerin, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zum Wachstum der christlichen Religion, in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären, verkünden und bestimmen Wir in Vollmacht unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und in Unserer eigenen: Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch einzigartiges Gnadengeschenk und Vorrecht des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechts, von jedem Fehl der Erbsünde rein bewahrt blieb, ist von Gott geoffenbart und deshalb von allen Gläubigen fest und standhaft zu glauben. Wenn sich deshalb jemand, was Gott verhüte, anmaßt, anders zu denken, als es von Uns bestimmt wurde, so soll er klar wissen, dass er durch eigenen Urteilsspruch verurteilt ist, dass er an seinem Glauben Schiffbruch litt und von der Einheit der Kirche abfiel, ferner, dass er sich ohne weiteres die rechtlich festgesetzten Strafen zuzieht, wenn er in Wort oder Schrift oder sonstwie seine Auffassung äußerlich kundzugeben wagt.“

 

Diese Sprache ist durch eine lange Tradition geprägt, ist sozusagen mit heiligen Formen bestückt, kämpferisch gegenüber Andersgläubigen, poetisch-theatralisch („Schiffbruch“), autoritär auf Glaubensgehorsam pochend („die rechtlich festgesetzten Strafen“) - und inspiriert von vielen Theologen u. a. v. Duns Scotus. Das Feuer des Nachdenkens über die Erlösung durch Jesus Christus ist aber zu spüren, ebenso der Anspruch, von einem bloß metaphysischen Gottesbild nach Aristoteles wegzukommen, weg vom Gott des Seienden, der selbst dann bloßes Seiendes ist, hin zu einem biblischen, personalen Gottesbild.

Wenn ich das irgendwie in aller Kürze zusammenfassen möchte: Gottes Sohn wäre nach Scotus auch dann Mensch geworden, wenn Adam nicht gesündigt hätte. Gott will, dass der Mensch gerettet werde. Das ist der Grund für die Inkarnation. Wäre die Vorherbestimmung (Prädestination) Christi abhängig von der Sünde Adams, hätte sich Gott abhängig von den Handlungen eines Menschen gemacht. Dies aber widerspricht der absoluten Willensfreiheit Gottes. Weil Gott den Menschen liebt, ist er Mensch geworden – und deshalb hat er auch die Jungfrau und Gottesmutter Maria von der Erbsünde befreit. Vor aller Sünde bewahren – natürlich konnte das Gott (potuit) – seinem eigenen Heilswillen treu bleibend, geziemte (decuit) es sich sogar – und so tat (fecit) er es: die ganze Schöpfung sollte durch die Menschwerdung Gottes geheiligt und gerettet werden, beginnend mit Maria, der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. (Man liest auch: decuit potuit ergo fecit).

Zusätzliche Bedeutung gewann das Dogma der unbefleckten Empfängnis in der römisch-katholischen Kirche durch die Marienerscheinungen von Lourdes. Dort hatte im Jahr 1858 Bernadette Soubirous mehrfach Erscheinungen einer weiß gekleideten Frau (der Mutter Gottes) gehabt. Die von Bernadette beschriebene „schöne weiße Dame“ offenbarte sich ihr als „die unbefleckte Empfängnis“.

Wie oben gesagt, ist Maria Empfängnis seit 1708 ein Feiertag für die ganze katholische Kirche. In Österreich wird der 8. Dezember bereits seit dem 17. Jahrhundert gefeiert. 1646 verkündete Kaiser Ferdinand III. im Dreißigjährigen Krieg die Weihe Österreichs an die unbefleckt Empfangene. Der Linzer Dom ist nochmals ein besondere Zeuge der Verherrlichung dieses Dogmas (1862- 1924).
 

Eine Stelle im Tagesgebet finde ich noch bemerkenswert: Ob Duns Scotus das sagte, entgeht aber meiner Kenntnis: „Im Hinblick auf den Erlösertod Jesu Christi, im Voraus…..“. Die Zeit und Geschichte wird nicht mehr bloß historisch oder chronologisch gelesen, sondern von den Inhalten her gedeutet. Zeit und Raum sind ja eigentlich Repräsentationen einer gefühlten und gedachten Wirklichkeit und existieren nicht wirklich. Die Zukunft entspringt aus einem hoffnungsvollen Bezug auf die Vergangenheit – und der in die Zukunft verlagerte Zweck des Handelns bestimmt die Ursache in der Vergangenheit (Wirkursache).

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