Tuesday 7. April 2020

„Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott.“ Joel 2,12-13

Bedeutung des Fastens heute

Das Fasten war schon im Alten Testament bekannt, aber nicht als Gebot. In der Vielzahl der Gesetzte finden sich keine Anweisungen und keine Vorschriften zum Fasten. Erst spätere Überlieferungen berichten über Fastentage der Israeliten zu bestimmten Anlässen.

Das Fasten wurde verstanden als Selbsterniedrigung vor Gott und damit beinhaltet auch Hilfeschrei in der menschlichen Hilflosigkeit. Hier bittet der Gläubige um Gottes rettende Gegenwart.

 

In diesem Zusammenhang können wir auch über die Zahl 40 reden; die treffen wir in der ganzen Bibel oft. Diese Zahl 40 steht für einen Zeitraum, der zur Buße und Besinnung auffordert, der Wende und Neubeginn ermöglicht. Gebildet wird sie aus 4 und 10. Die 4 steht für das Weltumspannende, Irdische und Vergängliche, für die irdischen Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft aber auch für die Lebensphasen des Menschen Kindheit, Jugend, Erwachsensein, Alter. Die 10 gilt als Zahl des in sich Vollendeten, Ganzen; gilt auch als Symbol des Kreises und will ihren ganzheitlichen Anspruch, wie z. B. die 10 Gebote, innehaben. 40 verbindet also das Irdische mit dem Vollendeten. So sollen wir auch die 40 Tage der Fastenzeit verstehen.

Die biblischen Texte betonen aber immer wieder stark, dass es hier weniger um den Verzicht auf Nahrung als Bußakt für Sünden geht, sondern viel mehr um die innere Umkehr. Das Fasten muss ein integraler Bestandteil der Umkehr zu Gott sein. Wenn es hier zusammen Fasten, Weinen und Klagen genannt werden, dann deshalb, weil diese Trauerriten Symbolhandlungen sind für den richtigen und ganzheitlichen Umkehr zu Gott. Anders ausgedrückt: ohne vorherige Umkehr zu Gott und den sich daraus ergebenden Taten der Barmherzigkeit ist das Fasten aus der religiösen Sicht nur eine sinnlose Handlung.

 

Das unterstreicht auch Jesus. Der Ort des Bösen sind nicht die Speisen, die wir essen, sondern unser Herz. Deshalb rufen wir: gib mir, o Herr, ein neues Herz. Zum Fasten nach Jesus gehören dazu auch Almosen und Gebet. Diese gelten gerade als Ausdruck der Ernsthaftigkeit. Beim Almosen geht es um die soziale Dimension, um den Zugang aller Menschen, besonders der Armen, zu den Gütern der Schöpfung und zum Leben. Das können wir auch beschreiben als die gesunde Nächstenliebe. Das Gebet meint die religiöse Dimension, die Offenheit für das Geheimnis Gottes, die enge Verbundenheit mit Gott.

 

Das Fasten ist wichtig und kann auch Einiges bewegen, aber nur wenn es unser Inneres berührt und nicht bei den äußeren Zeichen bleibt. Es soll unser Herz erneuern, befreien aus den Fesseln des Bösen, der Abhängigkeit, der Gefangenschaft. So wollen wir unsere harten Herzen zerreißen, um ein neues Herz von Gott zu empfangen.

P. Kazimierz Starzyk

Evangelium von heute
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