Freitag 21. September 2018
Pfarre Marchtrenk

Kaplan P. Edwin Reyes, SVD

Im Jänner 1979 wurde ich als Sohn eines Reisbauern in einer Kleinstadt ca. 500 Kilometer von der Metropole Manila entfernt geboren. Als Kind und Jugendlicher habe ich auf den Reisfeldern mitgearbeitet, gepflanzt und geerntet.

Meine Kindheit war von der tiefreligiösen Atmosphäre meiner Heimat geprägt - mit ihren vollen Kirchen, ihren vielen Prozessionen, ihrer Freude am Glauben. Zuerst aber war es meine Familie, mein Vater vor allem, die mich mitgerissen hat. Am Sonntag haben wir schon vor der Messe, ab halb fünf Uhr früh, mit dem Vater Rosenkranz gebetet – die ganze Familie, meine drei Schwestern, die drei Brüder und ich.

Ich habe schon von frühester Jugend an gewusst: Eines Tages werde ich Priester sein. Als Kind habe ich in Priesterkleidern „geübt“.

Mein Vater hat meinen Weg sehr gefördert – Grundschule und Gymnasium, dann die Philosophische Hochschule der „Steyler Missionare“ (SVD), gekoppelt mit dem Priesterseminar, schon in Manila. Angetrieben hat mich das Interesse an der Theologie, die Freude an der Seelsorge (ich war schon am Gymnasium Katechet) und die geheimnisvolle Schönheit der Liturgie.

Lebensbestimmend war meine frühe Begegnung mit den Steyler Missionaren, deren Österreich-Zentrum ja in St. Gabriel ist. Deutsche Steyler Missionsschwestern haben das Gymnasium geleitet und der Orden hat auch seine Ausbildungsstätten in der Metropole Manila.

Meine ersten Ordensgelübde habe ich noch zuhause abgelegt, dann – als Seminarist – ereilte mich der Ruf der „Steyler“ aus Österreich. Eigentlich hätte ich mich als Missionar in Afrika oder auf Neuguinea gesehen, aber Österreich hatte dann doch den Zusatzreiz: „Musikland“ zu sein. Das war eine der wenigen Vorstellungen, die ich von meiner neuen Heimat hatte. Zuhause habe ich auch Chöre geleitet.

Dann, ab 2003, also Österreich: ich wohnte zunächst in St. Gabriel und studierte in Wien (Theologie, dazu Deutsch und Griechisch). Daneben setzte ich den entscheidenden Schlussstein meiner Zugehörigkeit zum Orden, legte 2010 die „ewigen Gelübde“ ab und wurde 2011von Kardinal Schönborn zum Priester geweiht.

Als Diakon, dann als Kooperator ging ich nach Wels in die Herz-Jesu Pfarre OÖ (2010-2014). Abschließend für nur knapp ein Jahr als Kaplan nach Hinterbrühl und in die Pfarre Maria Enzersdorf NÖ. Dann habe ich den dringenderen Auftrag von der Provinz bekommen - als Kooperator hier in Marchtrenk und Holzhausen an die Seite von P. Carlos zu kommen.

Ich freue mich schon auf viele Begegnungen.

 

Ich bin erreichbar unter:

edwin.reyes@dioezese-linz.at

0676/8776 5546

 

Kaplan P. Vincent Robert Arockiasamy, SVD

Die Reise meines Glaubens

Pfarre MarchtrenkIch komme aus einem kleinen Dorf namens T. Udaiyapatty, in der Diözese Trichy, Tamil Nadu, Indien. Wir sind sechs in der Familie. Ich habe drei Geschwister, zwei Schwestern und einen Bruder. Alle drei Geschwister sind verheiratet und haben ihre eigenen Familien. Ich bin der jüngste Sohn in der Familie. Meine Mutter und mein Vater sind Bauern. Seit meiner frühesten Kindheit hatte ich den Wunsch, Priester zu werden, um Gott und seinem Volk zu dienen. So bin ich im Jahr 2001, nach dem Bestehen meiner Pflichtschulabschlussprüfung (Secondary School Leaving Certificate (SSLC) – nach 10 Pflichtschuljahren) in die Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD) eingetreten.

Meine dankbare Anerkennung gilt zunächst dem Beitrag meiner Eltern, Geschwister und all meiner Verwandten zusammen mit meinen Paten, die mir den ersten Vorgeschmack auf Gott und seine Verheißungen in meinem Leben gegeben haben. Meine Erfahrungen in der Familie haben mir geholfen zu verstehen, dass der Herr uns auch in Schwierigkeiten nicht allein lässt, sondern unsere Probleme in einer Weise lösen hilft, die nur ihm bekannt ist. Als Kind habe ich an Gott geglaubt, der uns für unsere Taten belohnt und bestraft. Meistens waren meine Gebete darauf ausgerichtet Gnaden zu erhalten, die ich brauchte, besonders für materielle Vorteile und für den Erfolg bei den Prüfungen. Meine frühen Lehrer haben es mir ermöglicht, als gottesfürchtiger Mensch zu wachsen, denn Gott ist jemand, der alles beobachtet, was wir tun. Im Rückblick erkenne ich jetzt, dass der Glaube in meiner Kindheit eher ein blinder Glaube war und ich meistens das tat, was andere von mir erwarteten.

Mit der Zeit hat mein Eifer für den Herrn nachgelassen, da es noch andere Sorgen gab. Nach dem Abschluss meiner Pflichtschulabschlussprüfung (SSLC) wollte mein Vater mir die bestmögliche Ausbildung geben. Aber ich wollte ins Seminar eintreten. Als ich meine Eltern darüber informierte, waren sie nicht glücklich. Sie wollten nicht, dass ich ins Seminar eintrete. Doch ließen sie mich eintreten mit der Möglichkeit, dass ich jederzeit nach Hause kommen könnte, wenn mir das Leben im Seminar nicht gefallen sollte. So trat ich 2001 ins St. Charles 'Seminar der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD) in Trichy ein.

Ich trat mit der Vorstellung der gewöhnlichen Menschen ins Seminar ein, dass diese Orte intensiven Gebetes seien. Doch bald stellte ich fest, dass meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. Statt nur intensivem Gebet wurde auch der akademischen Exzellenz viel Bedeutung beigemessen, menschliche Qualitäten wurden entwickelt, und zwischenmenschliche Beziehungen wurden gefördert. Bald gewöhnte ich mich an die Lebenswelt des Seminars. Und ich begann, mich an die Anforderungen dieser neuen Lebensweise anzupassen. Manchmal fragte ich mich, ob ich durch einen nicht mehr zeitgemäßen Glauben getäuscht worden war. Dennoch fühlte ich mich von Jesus durch viele gute Lebenserfahrungen geliebt, die mir halfen, meiner Berufung treu zu bleiben.

Zum jetzigen Zeitpunkt meiner Glaubensreise auf Gott hin bleibe ich offen für Neues. Ich möchte im Glauben wachsen und reifen. Ich will die göttlichen Qualitäten, die sich in Jesus manifestiert haben, in meinem Leben verwirklichen, nämlich: Liebe, Vergebung, Mitgefühl usw. Ich fühle mich glücklich in der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD). Ich fühle, dass ich mich wirklich bemühe, in Gottes Liebe zu bleiben, bereit, mein Leben in den Dienst für Gottes Mission zu stellen. Möge Gott mich stärken, zu glauben, um zu lieben und zu dienen!

 

Ich bin erreichbar unter:

vrobertsvd@gmail.com

0676/3637061

Evangelium von heute
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