Dienstag 20. November 2018
Pfarre Linz-St. Michael

Die "Roppolt-Fenster" in der Pfarrkirche St. Michael

Literatur: Josef Fröhler, Die Kirche Linz - St. Michael. Nach Auffzeichnungen in der Pfarrchronik zusammengestellt (unveröffentlichte Zusammenstellung), Linz o. J. (1977).

 

Das "Roppolt-Fensterband" in der Pfarrkirche St. Michael


Das Fensterband, das nach Entwürfen von der österreichischen Künstlerin Lydia Roppolt (1922-1995) in den Glaswerkstätten des Stiftes Schlierbach verfertigt wurde, stellt nicht nur das auffälligste, sondern wohl auch das bedeutendste Kunstwerk dar, das die Pfarrkirche St. Michael zu bieten hat.

 

In seiner Farbenpracht und Linienführung unterstreicht es die Raumwirkung und führt den Blick des Betrachters nach oben. Damit der Bandcharakter gewahrt bleibt, leiten Farbkompositionen und Linien von einem Bild zum anderen über. Das Band ist beidseitig auf den Mittelpunkt im ehemaligen Altarraum (seit 1988: Standort der Orgel) ausgerichtet - auf Christus den Weltenrichter.

 

 

Bildfolge


                                                      

   

Christus als König

und Weltenrichter

   
    ORGEL / SEDES    
  Hl. Erzengel
Michael
  Luzifer  
Petrus im Kerker      

Die vom Teufel

verfolgte Kirche

Auferstehung Jesu    W   Verrat des Judas
Jesus auf dem Ölberg  S   N Versuchung Jesu
Mariä Verkündigung    O   Flucht nach Ägypten
Ägyptische
Osternacht
      Kain und Abel
Engelsturz
("Gute Engel")
     

Adam und Eva

("Dämonen")

    HAUPTEINGANG / EMPORENFENSTER    
  Maria und Jesus Dreifaltigkeit Gottes Das erste Menschenpaar  

                         

 

 

Einzelne Bilder aus dem "Roppolt-Fensterband"


 

Die Fenster aus dem Jahr 1957 seien im Folgenden kurz vorgestellt:

 

Das Fensterband (2.8 m hoch) läuft in einer Höhe von 10m um die ganze Kirche herum, ausgenommen die Eingangsfront, und umfasst figurale und abstrakte Felder und Fenster.

Es muss immer der Bandcharakter gewahrt bleiben, deshalb sind die Figuren, ihre Bewegungen und seltenen Stellungen dem Rhythmus der Linien und Flächen angepasst. Die Farbkompositionen und Linien der abstrakten Felder leiten von einer Darstellung zur anderen über. Das Band ist leuchtend, ja brennend, es muss den Geist des Beschauers emporreißen in eine höhere Welt, von der aus er alles Darestellte als himmlische Schau erlebt.

Die sechs Bilder rechts (Evangelienseite) zeigen den Einsatz der guten Engel für die Sache Gottes besonders in der Erlösungsaufgabe Christi. In den sechs Bildern links sehen wir den Teufel als Geist der Bosheit und des Hasses wirken.

 

Gegenüberstellung des ersten Menschenpaar  und Gottesmutter mit Jesus

In großflächiger, figuraler Darstellung des Heilsgeschehens finden sich in der Gegenüberstellung der Mutter Gottes mit dem Jesuskind und Adam und Eva - das erste Menschenpaar (Glaswand der Fassade; für den Betrachter in der Kirche: links). Über ihren Häuptern ist die Hand des Schöpfers segnend über ihnen gebreitet. Sie sind durch eine Abstraktion der Weltenschöpfung in hellen, ruhig wirkenden Farben verbunden.

 

 

Adam und Eva ("Dämonen") (1 Moses 3)

In der Mitte steht der Baum, dessen Früchte zu essen Gott verboten hatte, in einem roten Bannkrais. Vier blaue Streifen versinnbildlichen die vier Ströme des Paradises. Eva hält die Frucht in der Hand, ihr Haupt lauschend der Schlange zugewandt. Adam streckt begehrlich die Hand nach der Frucht aus.

 

 

Kain und Abel (1 Moses 4, 1-16)

Rote Flammen über Abels Kopf versinnbildlichen das Blut des Ermordeten, das zum Himmel schreit, aber auch die Liebe, die Abel auf Erden entzündet. Die hellblaue Fläche, auf welcher der tote Abel liegt, sind Smbol für die Welt. Kain fällt nach der Tat auf die Knie. Die blaue Hand, die Kains Gesicht halb verdeckt, deutet auf dessen Verblendung durch Satan. Abels Tod ist eine Präfiguration des Opfertodes Christi.

 

 

 

Flucht nach Ägypten (Matthäus 2, 13-18)

Ein Engel warnte rechtzeitig Josef im Traum, die heilige Familie flieht. – Maria reitet auf dem braven Lasttier, ihre Arme bergen liebend das Kindlein. Josef läuft daneben her durchden Wüstensand. Sind ihm auch die Füße wund, sein Herz ist voll Glück. Mit dem einen Arm lenkt er das Tier, den anderen hält er schützend über die ihm Anvertrauten.

 

 

 

Versuchung Jesu (Matthäus 4, 1-11)

Satans Gestalt als Fürst dieser Erde schwebtüber zwei Fenster und nähert sich Christus mit erhobenem Zeigefinger. In einem Braunen Fleck sind zwei HÄnde mit Brot, die erste Versuchung darstellend. Die zweite Versuchung wird durch Satans schebende Haltung smbolisiert, die Dritte durch die brennende Krone rechts oben. Jesus hebt abwehrend die Hand: "Den Herrn, Deinen Gott sollst du anbeten und ihm allein dienen."

 

 

Verrat des Juahs (Matthäus 26, 20-29)

Jesus hatte Brot und Wein seinen Jüngern gereicht. Diese, die ihm zunächst am Tische sitzen, sind versunken in das Antlitz ihres Meisters, versuchen seine feierlichen Gebärden, seine Worte zu fassen. – Jetzt blickt er wieder Judas an, mit jenem eigentümlichen hoheitsvollen und wehen Blick, den sie öfter auf diesem Jünger ruhen sahen. – Jesus spricht: „Sieh, die Hand meines Verräters ist mit mir auf dem Tisch, der Menschensohn geht zwar hin, wie es bestimmt ist, aber wehe dem Menschen, von dem er verraten wird!“

Da steht Judas auf und verlässt, nochmals nach Jesus zurückblickend, fluchartig die Tischrunde. (Darstellung: eine Hand schiebt Judas hinaus, dass er nicht mehr zögere, sein Werk zu vollbringen)

 

 

 

Die vom Teufel verfolgte Kirche (Kolosser 1, 24)

Satans Kampf gegen die Menschen ist letzten Endes sein Kampf gegen Christus. Er will das Kindlein verderben, zu dem die Könige aus dem Morgenlande gepilgert kamen. Nun gibt er Herodes ein, rasch und rücksichtslos durchzugreifen. – Er ist die Hand, (blaue Hand) die das Schwert führt. Die Köpfe der „unschuldigen Kinder „ rollen in einem Strom von Blut.

 

 

 

Christus als König und Weltenrichter

Zur Rechten Christi befindet sich ein roter Engel, einer aus dem Heer des Himmels, zu seiner Linken ein blauer Engel, der Widersacher Gottes, das Dämonische symbolisierend. Christus selbst richtet über Gut und Böse. Daher berichtet das Fensterband rechts von ihm von den Taten der guten, links von ihm von den Taten der bösen Engel.

 

 

 

 

Petrus im Kerker (Apostelgeschichte 12, 7 ff)

Petrus schläft im Kerker. Im Traum sieht er seinen Herrn. Wieder verfolgen Jesus die Häscher. Er wird ihn nicht mehr verleugnen, sterben will er mit ihm. – Da bricht Licht in den Raum. Es kommen die Schergen, denkt Petrus, erhebt sich auf die Knie und hält die gefesselten Hände hiin.- Die Ketten fallen! Ein Arm umschlingt den Todbereiten, ein glühendes Auge bohrt den Blick in sein Anglitz.- Ein Engel ist’s, das Haupt der jungen Christengemeinde zu befreien. Petrus ist dem Leben zurückgegeben, dem Leben im Dienste des Gekreuzigten.

 

 

Auferstehung (Matthäus 28, 2)

Drei Frauen nahen beim Morgengrauen dem Grab, das den Herrn nicht mehr birgt. –
Grausam und wohltätig zugleich empfinden sie das strahlende Licht der aufgehenden Morgensonne, das um den Grabstein spielt. Doch nahe kommend, erkennen sie einen Engel, der dort sitzt. – Die zuerst Ankommende beugt sich vor, ins Grab zu lugen. Sie kümmert nur der Tote. Da wehrt der Himmlische ab: Er ist auserstanden!

 

 

 

Ölberg (Matthäus 26, 36-46)

Jesus ringt einsam im Garten von Gethsemane um die Huld des Vaters. Er ist ja der Mittler zwischen Gott und dem sündigen Geschlecht. Was seine Seele schaut, treibt ihm das Blut aus den Poren, wirft ih hin in den Staub. So elend sieht ihn ein Engel, der zuhilfe kommt. – Diesmal ist der Engel anders, kein Starker, Erhobener, auch kein Weiser, sondern wie ein schwaches, sehr liebendes Kind, das sich blindlings über den gestürzten Vater wirft und ihm mit Liebkosungen und Aufbietung aller Kräfte aufheben und emporziehen will. Unten sieht man die Köpfe der drei schlafenden Jünger.

 

 

 

Verkündigung Mariens (Lukas 1, 26)

Der Himmlische eine, Gabriel, war von Gott zu Maria gesendet, um von der gnadenreichen Jungfrau für das Werk der Inkarnation ihr „Fiat“ zu holen. Sie spricht es. Da sieht der Engel in der schlichten Maid die Domina des Himmels und der Erde; sie trägt ja nun im Fleische „der Sohn, gezeugt vor dem Morgenstern.“ Gott selbt ist in Knechtsgestalt bei den Menschen. Der Engel gerät außer sich und betet jubelnd die ewige Liebe an.

 

 

 

Ägyptische Osternacht (2. Moses 12, 1-51)

Als der Mensch von Gott weggefallen war, konnte ihn niemand mehr heimholen als Gott selbst. – Dass dies geschehen werde, hatte der Ewige seinen Urteilsspruch über die Menschen beigefügt. Diese Verheißung lebte in den ersten Menschen soweit sie sich nicht willentlich zum Bösen kehrten. Für das Böse, für die Abkehr von Glaube und Hoffnung wart weiter Luzifer und sein Anhang. Das Gottesvolk, das nicht ermüdete in der Reue, im Gehorche, im Harren auf ein Zeichen von drüben, war gering an Zahl und von der Masse bedroht, deren Götter Erde, Mond und Sonne waren. – Da erlebten die Gottesfürchtigen die Stunde, da der Engel kam, das Gericht an den Heiden zu vollziehen. Sie stehen aufbruchbereit um das ungebrichene Osterlamm. Da erscheint ein Antlitz im lichtdurchfluteten Raum, zugewandt, lauschend einem fernen Befehl, und eine Hand, ein blutrotes Schwert. – Die Menschlein am Tisch zeigen in Ausdruck und Gebäude Losschälung von sich und allen Irdischen. Sie werden das Osterlamm essen und hingehen, wohin Got ruft. (Darstellung einer Kommunion)

 

 

 

Engelssturz

Der Ewige schuf Geschöpfe, die an seiner Seligkeit teilhaben sollten. Er schuf die Engel, reine Geister, ausgestattet mit unvorstellbarer Geisteskraft. – Luzifer, der Lichtträger, einer der Himmelfürsten, erkannte, dass sein Licht nur geschaffenes Licht sei und kehrte sich gegen Gott, seinen Herrn und Schöpfer. – Da stand Michael auf, die Himmlischen teilten sich in 2 Lager.

Mit dem Schlachtruf: „Wer ist wie Gott?“, führte Michael seine Schar in die Engelsschlacht. Luzifer fällt (Darstellung: mit dem Kopf nach unten), wie ein Blitz vom Himmel. Mit dem Schwert steht Michael zu Gottes Ordnung.

 

 

 

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