Montag 23. Oktober 2017

Chronik

 

Kirche aus Holz

In Laakirchen gab es bereits um die Jahrtausendwende (1000!) einen relativ genau umrissenen Seelsorgssprengel mit einer Kirche aus Holz. Damals war Laakirchen eine Filialkirche der Mutterpfarre Altmünster. Nach Vermittlung und Fürsprache der Markgräfin Kunigunde aus Steyr betreuten um 1165 Priestermönche aus Kremsmünster die Filialkirche Laakirchen. Als Entlohnung erhielt das Stift Kremsmünster eine "Hube bei Laakirchen", eine kleinere Landwirtschaft, die im Bereich des jetzigen Friedhofs gewesen sein dürfte. Im Jänner 1280 sprach König Rudolf I dem Bischof Petrus von Passau die Advokatie über Lohkirchen zu, weil dieser bewiesen hatte, dass Lohkirchen von den Brüdern Gottfried und Ulrich von Truchsen (Sitz in Hofegg) dem Hochstifte übergeben worden sei.

 



Gotische Kirche

Mit der Fertigstellung der neuen, gotischen Kirche im 15. Jahrhundert wollten die Laakirchner natürlich wieder einen eigenen Priester haben. So bewilligte ihnen der Gmundner Stadtpfarrer 1485 einen "Gesellen" (=Hilfspriester) auf 3 Jahre gegen ein Entgelt von zehn Pfund Pfennige. Da Laakrichen 1489 wieder verwaist war, wandte sich eine Abordnung an die Patronatsfrau, die Dechantin des Frauenklosters Niedernburg in Passau. Diese befahl dem Pfarrer von Gmunden die Aufnahme eines ewigen Priesters für Laakirchen, der zu Matzenthal auf der Widen (=Pfarrhof) sitzen soll. Datum dieser Urkunde: Eritag, 30. März 1490. Das Jahr 1490 ist somit der Beginn der selbständigen Pfarre Laakirchen (Aus diesem Anlass feierten wir 1990 das Jubiläumsjahr: 500 Jahre Pfarre Laakirchen).

 


 


Reformation

Um 1525 herum hatten die Laakirchner keine allzu große Freude mehr mit ihrem "ewigen Priester". Viele Laakirchner wandten sich den Ideen und der Lehre der Reformation zu und gingen zum lutherischen Prädikanten im Schloss Lindach, wo der Besitzer einen eigenen Betsaal einrichten ließ, der jeden Sonntag mit Laakirchnern voll besetzt war, bzw. nach Gmunden zu einem vom kath. Glauben abgefallenen Priesters. In den Jahren 1530 - 1599 hatte Laakirchen keinen katholischen Seelsorger mehr, dafür zeitweise einen lutherischen Prediger.

Mit dem Einsetzen der Gegenreformation wurde 1598 der lutherische Prediger in Laakirchen verjagt und nach mehr als 60jähriger Pause wieder ein katholischer Seelsorger Sebastian Ackherle, eingesetzt. Dieser war wegen seiner echt katholischen Predigten bei den lutherischen Bauern derart verhasst, dass sie ihn im April 1599 erschlugen. Unter Strafandrohung achteten Regierungskommissäre nun darauf, dass die Osterbeichte abgelegt und die Osterkommunion empfangen wurde.

Auch auf den fleißigen Besuch des Sonntagsgottesdienstes und die Einhaltung der Fasttage wurde streng geachtet. Daraufhin haben sich viele zum Schein als Katholiken gezeigt. Die auf Ackherle folgenden katholischen Seelsorger versuchten unermüdlich durch Beharrlichkeit und Geduld eine Besserung herbeizuführen. Sie hielten Kinderlehren und versuchten die Leute durch kleine Geschenke, wie Bilder, Kruzifixe und Rosenkränze zu einem Gesinnungswandel zu bewegen. Doch der Erfolg war eher bescheiden.

Um 1700 hatte der engere Ort Laakirchen noch immer mehr lutherische als katholische Bewohner. Um 1750 setzte die Gegenreformation schärfer ein. Von 1752 bis 1754 wurden Laakirchner strafweise nach Ungarn und Siebenbürgen ausgesiedelt, manche wanderten sogar freiwillig aus. Was die Leute jedoch erwartete, war Not und Elend. Die Rückkehr war verboten. Vielfach mussten sie die Kinder hier lassen. Ihre Häuser wurden im Wege der Lizitation an Katholiken verkauft. Bereits 1759 war 1/3 aller Transmigranten tot.

 


 


Missionsstationen

Im Auftrag der Kaiserin Maria Theresia versuchte der Passauer Bischof, durch intensive Seelsorge das Volk an die Kirche zu binden. so wurden 1752 in unserem damals großen Pfarrgebiet zwei Missionsstationen errichtet: eine in Lindach, wo die Paulaner (ein später aufgehobener Orden) missionierten und eine in Gschwandt, die von den Benediktinern betrieben wurde. Am 13. Oktober 1781 erließ Kaiser Josef II das Toleranzpatent. Damit wurde ein gewisser Schlußpunkt unter den lange dauernden Konfessionskampf gesetzt. Aus den Missionsstationen wurden schließlich eigene Pfarren. 100 Jahre nach dem Toleranzpatent war der Pfarrer wieder voll in der Gemeinde verankert, anerkannt und geschätzt.

 


 


Generalsanierung

1930 Kircheninnenraum1860 wurde mit einer Generalsanierung/Restaurierung der Kirche begonnen, die erst in den 80er Jahren abgeschlossen wurde. Mit dem Ausbau der Industrie, vor allem der Papierfabrik Steyrermühl, hat sich um 1870 in der Bevölkerungsstruktur Laakirchens und dem Aufgabengebiet des Pfarrers viel geändert. Weit über 1000 Personen, fast die Hälfte der damaligen Gemeindebevölkerung, sind nach Steyrermühl zugewandert! Von da an ist die Bevölkerungszahl rapide angestiegen. Hatte Laakirchen um 1800 noch 1600 Einwohner, so waren es 1885 bereits 2800. Im Jahr 1900 gab es 3460 Laakirchner und heute sind es über 9200.

 


 


Zwischenkriegszeit

In der Zwischenkriegszeit wurde unter Pfarrer Weeser-Krell die Beichtkapelle zugebaut und eine Kirchenrenovierung durchgeführt.

1966lv Altarraum Primiz Kotletz 9.7.Nach dem 2. Weltkrieg hat sich das pfarrliche Leben gewaltig verändert. Der Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils war schon am Beginn der 50er Jahre spürbar. Gerade in der Diözese Linz, wo sich Bischof Zauer für die liturgische Erneuerung und den Aufbau der Katholischen Aktion so sehr eingesetzt hat, ist vieles in Bewegung geraten. die neugegründete Männer- und Frauenbewegung sowie die Jugend haben großartige Aktivitäten entwickelt.

Zu Ostern 1957 wurde die inzwischen wieder abgerissene Kirche in Steyrermühl geweiht und die Kooperator-Expositur Steyrermühl errichtet.

 


 

 

Weitere Ereignisse 1962-2000

1962 - 1963 Bau des neuen Pfarrhofes
1962 Auf vielfachen Wunsch wurde am 4.11.1962 ein eigener Kindergottesdienst an Sonntagen um 10 Uhr eingeführt, weil der Pfarrgottesdienst dem Andrang der Leute nicht mehr gewachsen war.
1963 Der "harte" Winter 1962 hat den Wunsch der Bevölkerung nach einer Kirchenheizung immer lauter werden lassen. Im Oktober 1963 war die Kirchenheizung fertiggestellt.
1966 Verkauf des alten Pfarrhofes
1969 Umbau des Altarraumes (Volksaltar - siehe Foto!)
1974 Kirchendachneueindeckung und Sakristeiumbau
1975 Kirchenhofneugestaltung
1977 Volksmission
1979 Lichterkrippe (Zeichen des Dankes aus Friaul)1974 Kirchendachneueindeckung
1980 Neuer Caritas Kindergarten
1982 Neue Kapellen (Wiederentdeckung von Kleindenkmälern)
1985 NIP Projekt begonnen
1986 Kirchenrenovierung und Orgelkauf
1986 Marienschwestern verließen Laakirchen
1988 Orgelweihe
1991 Kirchweihe in Steyrermühl "St. Josef"1988 Orgelweihelv
1990 500 Jahr-Feier: Pfarre Laakirchen
1995 Bischofsvisitation

Evangelium von heute
Lk - Lk 12,13-21 In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?...
Namenstage
Hl. Johannes von Capestrano, Julian Nikolaus Réche, mit Ordensnamen Arnold, geboren  am 2.September 1838 in Landroff bei Metz als Sohn einfacher Leute,  verdiente er zunächst als , Hl. Richmud, Hl. Severin
"Waldhäusl" - Selbstversorgerhaus der Pfarre Laakirchen
Waldhäusl

Das "Waldhäusl" gehört seit 1997 der Pfarre Laakirchen und wird von der "Gruppe Waldhäusl" - verwaltet. Jungschar- und Jugendgruppen, Familien mit Kindern und andere Gruppen können hier ruhige Urlaubstage verbringen. Das Haus bietet Platz für ca. 40 Leute und ist mit allem Notwendigen ausgestattet.

Bibliothek der Pfarre Laakirchen
Bibliothek der Pfarre Laakirchen
Pfarre Laakirchen
4663 Laakirchen
Pfarrhofgasse 4
Telefon: 07613/2306-0
Telefax: 07613/2306-1
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
4021 Linz
https://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: