Thursday 25. February 2021

Die Fastenzeit als Chance, einen neuen Lebensstil einzuüben

Gedanken zum Sonntag und für die Woche - 1. Fastensonntag

 

Während eines Interviews mit Papst Franziskus meinte der Gesprächspartner, die Covid-19 Pandemie habe die Menschheit hart getroffen, sie sei ziemlich niedergeworfen. „Niedergeworfen?“, sagte der Papst, „ich würde sagen zertrampelt, zertrampelt von diesem Virus und von vielen anderen Viren.“...

Und ziemlich erregt zählt der Papst weitere Viren auf: die wilde Marktwirtschaft, soziale Ungerechtigkeit, die Menschen wie Tiere leben und sterben lässt, die Ausbeutung von Arbeitskräften, wilder Populismus, der mit verlogener Meinungsmache Menschen missbraucht.

Wir leben im übertragenen Sinn in der Wüste einer Welt, in der einerseits ein unglaublicher und die Welt krankmachender Überfluss herrscht und andererseits vielen Menschen die Grundlagen für ein Leben in Würde vorenthalten bleibt.

Jemand sagte: Wir haben keine Probleme, unseren Müll in arme Länder zu exportieren und so diese Länder zu Mülldeponien der reichen Länder zu machen, aber Nahrungsmittel, die hier in unvorstellbaren Mengen verkommen und auf den Müll wandern, können wir nicht exportieren.

Die Covid-19-Pandemie hat uns in vielem eine unfreiwillige Fastenzeit auferlegt.

Die österliche Bußzeit ist keine erzwungene Fastenzeit. Sie lädt uns ein, unsere Lebenshaltung, unsere eingespielten Gewohnheiten zu überprüfen. Dazu gehört die Frage: Wie und wo trage ich möglicherweise dazu bei, dass soziale Ungerechtigkeiten sich stabilisieren? Wo verletzt mein Verhalten, auch mein Konsumverhalten die Würde anderer Menschen? Wie und wo kann ich einen maßvolleren Lebensstil einüben, der meiner eigenen Gesundheit gut tut und gleichzeitig zu einem geschwisterlichen Miteinander weltweit führt?

Wüste – Ort der Läuterung und Berufung

Nach seiner Taufe „trieb der Geist Jesus in die Wüste“. Die Wüste ist der Ort, an dem der Mensch allen bisherigen Bindungen entsagt. Er ist auf sich gestellt und stellt sich seinem Gott. Er widersteht den Versuchungen dieser Wüstenzeit, die ihn auch vorbereitet auf seine öffentliche Mission.

Auch wir erfahren, wie verschiedene Kräfte oder auch Mächte versuchen, auf unser Leben einzuwirken und uns zu beherrschen. Die Werbung will uns verführen, in dem sie vor allem das Unterbewusste zu beeinflussen sucht. Genusssucht und Konsumzwang wollen uns so binden, dass wir nicht mehr in der Lage sind, frei darüber zu entscheiden, was für uns gut ist. Alle diese Kräfte haben es im Grunde auf unsere Freiheit abgesehen. Not und Elend sehen und abwenden helfen, sensibel werden für den Hunger der Armen und sich in den Einfluss des Geistes Gottes stellen, das sind die drei heilenden Kernbewegungen der Fastenzeit. Drei Schlüssel in die Freiheit, die Jesus mit den traditionellen Stichworten anbietet: Almosen geben, fasten und beten.

Fasten hilft, die unbewussten Wünsche in den Griff zu bekommen, Almosen geben stärkt unsere Fähigkeit zur Nächstenliebe und befreit von Bindungen an Materielles, und Gebet ordnet unsere Gottesbeziehung.

Weltweite Solidarität als Gebot der Stunde

Die Covid-19-Pandemie hat Menschen weltweit betroffen. Vielleicht lernen wir in dieser Krise besser zu verstehen, wie alles miteinander zusammenhängt. In seiner am 3. Oktober 2020 veröffentlichten Enzyklika „Fratelli tutti“ schreibt der Papst, dass nach der Corona-Pandemie eine globale Neuorientierung notwendig sei. Er wünscht die Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft aller Gutwilligen, um eine bessere gerechtere und friedlichere Welt aufzubauen und setzt dabei voraus, dass Gottes Geist in allen Gutwilligen wirkt.

Es wäre ein gutes Zeichen nicht nur für die Einheit der Kirche, sondern für die Geschwisterlichkeit unter allen Menschen, wenn in der Kirche das Bewusstsein wachsen würde, dass der Heilige Geist ihr oft weit voraus ist und längst Menschen führt, die im Geiste Gottes Gutes in dieser Welt wirken.

 

Franz Starlinger

 

 

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