Sunday 31. May 2020

Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, der in jeder Situation alles neu machen kann

 

Die verängstigten Jünger wurden durch diesen Geist ermutigt, ihre Isolation zu verlassen und das Evangelium zu verkünden. Dieses pfingstliche Ereignis nehmen die österreichischen Bischöfe zum Anlass, um sich mit einem besonderen Hirtenwort an alle Menschen in Österreich zu wenden.

Darin sprechen sie sich für eine „geistvoll erneuerte Normalität“ aus.

Uns wurde in der entbehrungsreichen Zeit bewusst, wie sehr wir aufeinander verwiesen sind. Viele Menschen haben verlässlich ihren Dienst getan und damit zur vielfältigen Versorgung in unserem Land beigetragen. Der Geist der Dankbarkeit und Demut kann einen neuen Lebensstil prägen. Wer zu danken beginnt, befreit sich und andere aus dem Teufelskreis von Neid und Gier. Trotz des physischen Abstand-Haltens gab es in den letzten Wochen viele Initiativen einer berührenden sozialen Verbundenheit. Aufgrund des häuslichen Naheseins kam es aber auch zu vielen Konflikten und Belastungen. Deshalb braucht es vielleicht Schritte der Versöhnung. Ein versöhnter Mensch kann Schwächen eingestehen und unterbricht den gefährlichen Kreis des Beschuldigens.

In den vergangenen Wochen haben wir ein Comeback von Solidarität erlebt. Die Nachbarschaftshilfe blühte auf. Mit unzähligen spontanen Initiativen wurde besonders gefährdeten Personen geholfen. Der pfingstliche Geist schärft unsere Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse des anderen, er weitet Herz und Verstand. Eine neue Form der Wertschätzung entstand. Wir entdeckten viele unterbewertete und minderbezahlte Berufsgruppen und Dienste, die jedoch systemrelevant sind. Viele dieser Berufe werden von Frauen ausgeübt. Hinzu kommt oftmals auch noch unbezahlte Sorgearbeit daheim. Daher gilt es den Einsatz dieser Frauen für das Gemeinwohl entsprechend zu würdigen.

Die Folgen des mit den Corona-Maßnahmen einhergehenden globalen Einbruchs von Wirtschaft, Industrie und Verkehr sind zweifelsohne dramatisch. Aber: Der Umwelt wurde eine Atempause geschenkt. Sofort waren die wohltuenden Auswirkungen bemerkbar – erstmals seit Jahrzehnten konnten die Menschen in Peking den Himmel sehen, Flüsse erholten sich und Tiere eroberten einige ihrer ursprünglichen Lebensräume zurück. Beeindruckend, welche Regenerationskraft die Schöpfung in sich trägt, wenn wir sie aus unserem ausbeuterischen Zugriff entlassen.

Papst Franziskus hat vor fünf Jahren in seiner programmatischen Schrift zur globalen sozi-o-ökologischen Krise „Laudato si“ darauf hingewiesen, dass wir für eine achtsame, nachhaltige Lebensweise unser Verhalten radikal ändern müssen. Bei Nicht-Handeln muss uns wohl bewusst sein: Die Folgen des Klimawandels werden längerfristig weitaus verheerender ausfallen als jene der aktuellen Pandemie.

„Mit Gott geht das Leben nie zugrunde“ erinnerte Papst Franziskus am menschenleeren Petersplatz kurz vor Ostern. Christlicher Glaube wischt die Probleme nicht einfach weg. Er ist vielmehr eine Trotzdem-Kraft, die es zur Bewältigung krisenafter Situationen braucht. Das Herzstück dieses Glaubens ist eine lebendige Beziehung zu Gott, getragen von einem Geist des Vertrauens. Er schenkt Mut in und trotz aller Enttäuschungen. Nur Vertrauen ermöglicht neues Leben. Es sind oft „die Heiligen von nebenan“, einfache Leute, die sich mit einer erstaunlichen Portion Zuversicht den Widrigkeiten des Lebens stellen und sich nicht im Selbstmitleid verschanzen. Der Heilige Geist wurde allen geschenkt. Er ist eine lebensdienliche Kraft und führe uns und alle Menschen auf dem Erdenrund zu einer neuen Geschwisterlichkeit.

 

Franz Starlinger

 

 

 

 

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