Thursday 21. October 2021

Vere Dominus est in loco isto

Mutmach-Gedanken zu einen ganz gewöhnlichen Foto.

Vor ein paar Tagen ist mir dieses Foto untergekommen und es fasziniert mich irgendwie. Darauf ist mein Heimatkloster Kremsmünster zu sehen. Aber aus einem ganz anderen Blickwinkel, als ich dieses Gebäude gewöhnlich betrachte und auch das Naturschauspiel der Wolken ist beeindruckend. Solche Bilder haben mehr mit unserem Glauben zu tun, als wir zumeist denken. Durch eine Blickrichtungsänderung erkennen wir manchmal erst wieder neu, was wir „haben“, was uns geschenkt ist. Ich denke an eine Bibelstelle, die im Stift Kremsmünster im Vorraum der Stiftskirche als Deckenfresko dargestellt ist und deren Quintessenz in lateinischen Lettern an der Fassade der Stiftskirche angebracht ist:
Genesis 28,10-17
Jakob zog aus Beerscheba weg und ging nach Haran. Er kam an einen bestimmten Ort und übernachtete dort, denn die Sonne war untergegangen. Er nahm einen von den Steinen dieses Ortes, legte ihn unter seinen Kopf und schlief dort ein. Da hatte er einen Traum: Siehe, eine Treppe stand auf der Erde, ihre Spitze reichte bis zum Himmel. Und siehe: Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder. Und siehe, der HERR stand vor ihm und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Deine Nachkommen werden zahlreich sein wie der Staub auf der Erde. Du wirst dich nach Westen und Osten, nach Norden und Süden ausbreiten und durch dich und deine Nachkommen werden alle Sippen der Erde Segen erlangen. Siehe, ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst, und bringe dich zurück in dieses Land. Denn ich verlasse dich nicht, bis ich vollbringe, was ich dir versprochen habe. Jakob erwachte aus seinem Schlaf und sagte: Wirklich, der HERR ist an diesem Ort und ich wusste es nicht. Er fürchtete sich und sagte: Wie Ehrfurcht gebietend ist doch dieser Ort! Er ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels.
„Vere Dominus est in loco isto“ – „Wirklich, der HERR ist an diesem Ort“ steht über dem Eingang zur Kremsmünsterer Abteikirche. Diese Erfahrung wünsche ich uns allen. Dass wir erkennen, der Herr ist da, genau dort, wo wir sind. Oft erkennen wir ihn nicht, wie Jakob im Buch Genesis. Die Verheißung von Segen, Nachkommen und Land gilt aber auch uns. Wir sind „gut-gesagt“, was ja „segnen“ bedeutet. Wir sollen weiterleben durch unsere Kinder, aber auch durch die Spuren, die wir anderweitig hinterlassen. Wir dürfen Heimat haben – Land … Gott schenke uns Raum zum Leben.
Ich bin froh um meinen „Lebensraum“ Kremsmünster, aber auch dankbar für meine Heimat hier in unseren beiden Pfarren Kirchham und Vorchdorf und vor allem bin beeindruckt, dass ich durch Menschen, im Gebet und anderswo immer neu spüren darf: „Gott ist bei mir!“ Manchmal muss ich meine Sichtweise auf mein Leben ändern, damit mir das wieder klar wird. Das Bild erinnert mich daran.
P. Franz

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