Monday 23. May 2022

Zweiter Adventsonntag

Wort zum Sonntag

Die meisten Märchen beginnen mit Es war einmal …. Darin soll sich eine überzeitliche Botschaft ausdrücken, die sich eigentlich zu jeder Zeit ereignen könnte. Solche Geschichten hat es auch in der damaligen Zeit gegeben, denken wir nur an die großen Werke der Ilias oder der Odyssee des griechischen Dichters Homer oder an die Fabelerzählungen eines Aesop. Die biblischen Leser sind mit dieser Form von Erzählungen (Mythen, Fabeln, …) also durchaus vertraut.

Lukas ist es im Gegensatz dazu in seinem Evangelium (Lk 3,1-6) sehr wichtig, die Geschichte von Jesus in einen ganz konkreten historischen Kontext zu stellen. Die handelnden Personen Tiberius, Pontius Pilatus oder der Tetrarch Herodes sind für die Leserinnen und Leser seiner Zeit keine leeren Namen, sondern konkrete historische Persönlichkeiten. Die Geschichte Gottes mit den Menschen ist keine abstrakte Theorie oder eine liebevolle Geschichte, sondern sie ist Teil des Alltags und Lebenswirklichkeit der Menschen. Sie ist also keine Abkehr von der Welt, sondern ein Mitgehen in der Welt.

In diese konkrete Zeit hinein spricht nun Gott durch Johannes den Menschen sein Heil zu. Johannes fordert die Menschen auf, dem Herrn den Weg zu bereiten. Doch wie geht das, dem Herrn den Weg zu bereiten? Im Laufe der Geschichte haben immer wieder Menschen versucht, mit ihrem Leben und durch ihr Handeln der Botschaft Jesu Leben einzuhauchen. Wahrscheinlich kennen wir alle Menschen aus unserem Bekannten- und Freundeskreis oder in unserer Familie, die uns auf die eine oder andere Art Vorbild sind.
Am 6. Dezember, also morgen, denken wir in der Kirche und auch in vielen Familien ganz besonders an einen Mann, der auch versuchte, in seiner Zeit den Menschen, die Hilfe brauchten, durch sein Handeln die frohe Botschaft zu bringen. Schon sehr bald entwickeln sich viele Geschichten um diesen Nikolaus, der in der heutigen Türkei Bischof war und auf eine ganz besondere Weise für die Menschen da war. Auf seine Weise hat Bischof Nikolaus für die Menschen also den Weg für Gott in die Herzen der Menschen damals bereitet.

Dieser Ruf des Johannes aus dem heutigen Evangelium gilt auch heute, er gilt Dir und mir, den Menschen, mit denen wir in unserem Alltag zu tun haben durch unser Handeln, durch die Art, wie wir miteinander umgehen, Gott näherzubringen.

Die Zeit des Advents möchte uns dazu ermutigen, es wieder neu zu versuchen. Weihnachten ist der Beweis, dass es möglich ist, weil es um jeden kleinen Schritt geht, den wir machen. Aber wenn es viele kleine Schritte gibt, dann verändern wir gemeinsam damit die Welt.

Andreas Golatz

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