Wednesday 4. August 2021

Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November)

Wir feiern unseren Glauben an die Gemeinschaft der Heiligen, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Was wir feiern

 

Allerheiligen ist das Fest aller, die uns durch ihr heiligmäßiges Leben zum Vorbild wurden, jedoch nicht in den offiziellen Heiligenkalender aufgenommen wurden. Sie erinnern uns, dass unser Ende nicht das Grab, sondern die Gemeinschaft mit dem ewigen Gott ist. Deshalb liegen die beiden Feste Allerheiligen und Allerseelen so nahe beisammen. Wir feiern unseren Glauben an die Gemeinschaft der Heiligen, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben.“
Zu Allerseelen gedenken wir aller Verstorbenen, aber auch unseres eigenen Todes. Wir feiern damit aber zugleich unseren Glauben, auf den Sieg des Lebens über den Tod.
Der Gräberbesuch ist auch für weniger praktizierende Christen mit diesen beiden Festen verbunden.

 

Allerseelen


Wann wir feiern

 

Allerheiligen
8.00, 9.30 Uhr: Gottesdienste in der Stadtpfarrkirche Grieskirchen
10.00 Uhr: Gottesdienst in der Familienkirche Schlüßlberg
14.00 Uhr: Totengedenken in der Stadtpfarrkirche Grieskirchen anschließend Friedhofsprozession und Gräbersegnung.

Allerseelen


Zur Besinnung


Amen, Amen,
ich sage euch:
Wenn das Weizenkorn
nicht in die Erde fällt
und stirbt,
bleibt es allein,
wenn es aber stirbt,
bringt es reiche Frucht. (Joh 12, 24)

Lasst uns beten
Für alle, die leben müssen
Mit einem leeren Platz an ihrer Seite,
für jene, die trauern,
um ein Kind, um einen Freund,….

Er führt uns heim (nach Psalm 126)
Wenn Gott uns heimführt
aus den Tagen der Wanderschaft,
uns heimbringt
aus der Dämmerung
in Sein beglückendes Licht,
das wird ein Fest sein!
Da wird unser Staunen
von neuem beginnen.
Wir werden Lieder singen,
Lieder, die Welt
und Geschichte umfassen.
Wir werden singen,
tanzen und fröhlich sein:
denn er führt uns heim
aus dem Hasten in den Frieden,
aus der Armut in die Fülle.


Der Tod und der Gänsehirt

Einmal kam der Tod über den Fluss, wo die Welt beginnt. Dort lebte ein armer Hirt, der eine Herde weißer Gänse hütete.
"Du weißt, wer ich bin, Kamerad?" fragte der Tod.
"Ja ich weiß, du bist der Tod. Ich habe dich auf der anderen Seite hinter dem Fluss oft gesehen."

"Du weißt, dass ich hier bin, um dich zu holen und dich mitzunehmen auf die andere Seite des Flusses."
"Ich weiß. Aber das wird noch lange sein."
"Oder wird nicht lange sein. Sag, fürchtest du dich nicht?"
"Nein", sagte der Hirt. "Ich habe immer über den Fluss geschaut, seit ich hier bin, ich weiß, wie es dort ist."
"Gibt es nichts, was du mitnehmen möchtest?"
"Nichts, denn ich habe nichts."
"Nichts, worauf du hier noch wartest?"
"Nichts, denn ich warte auf nichts."
"Dann werde ich jetzt weitergehen und dich auf dem Rückweg holen. Brauchst du noch etwas, wünschst du dir noch was?"
"Brauche nichts, hab` alles", sagte der Hirt. "Ich habe eine Hose und ein Hemd und ein Paar Winterschuhe und eine Mütze. Ich kann Flöte spielen, das macht lustig. Meine Gänse verstehen nicht viel von Musik."
Als der Tod nach langer Zeit wiederkam, gingen viele hinter ihm her, die er mitgebracht hatte, um sie über den Fluss zu führen. Da war ein reicher dabei, ein Geizhals, der zeit seines Lebens wertvolles und wertloses Zeug an sich gerafft hatte: Klamotten, auch Gold und Aktien und fünf Häuser mit etlichen Etagen.

Der Mann jammerte und zeterte: "Noch fünf Jahre, nur noch fünf Jahre hätte ich gebraucht, und ich hätte noch fünf Häuser mehr gehabt. So ein Unglück, so ein Unglück verfluchtes!! Das war schlimm für ihn.
Ein Rennfahrer war unter ihnen, der zeit seines Lebens trainiert hatte, um den großen Preis zu gewinnen. Fünf Minuten hätte er noch gebraucht bis zum Sieg. Da erwischte ihn der Tod.
Ein Berühmter war dabei, dem ein Orden gefehlt hatte, nur noch ein einziger Orden, für den er Jahre aufgewendet hatte, da holte ihn der Bruder Tod. Das war schlimm für ihn.
Dann war da ein junger Mensch, der hatte an seiner Braut gehangen, denn sie waren ein Liebespaar gewesen, und keiner konnte ohne den anderen Leben.
Ein schönes Fräulein war dabei mit langen Haaren. Und viele Reiche, die jetzt nichts mehr besaßen, und noch mehr Arme, die jetzt auch nicht das besaßen, was sie gerne hätten haben wollen.
Ein alter Mann war freiwillig mitgegangen. Aber auch er war nicht froh, denn siebzig Jahre waren vergangen, ohne dass er das bekommen hatte, was er hatte haben wollen. Schlimm für sie alle.
Als sie an den Fluss kamen, wo die Welt aufhört, saß dort der Hirt. Und als der Tod ihm die Hand auf die Schulter legte, stand er auf, und ging mit über den Fluss, als wäre nichts, und die andere Seite hinter dem Fluss war ihm nicht fremd. Er hatte Zeit genug gehabt, hinüberzuschauen, er kannte sich hier aus, und die Töne waren noch da, die er immer auf der Flöte gespielt hatte; er war sehr fröhlich. Das war schön für ihn.
(Janosch)

 

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