Dienstag 26. März 2019

Gedanken zum Fest Erscheinung des Herrn

von Pastoralassistent Roland Altreiter

Lesung: Jes 60, 1 – 6

Evangelium: Mt 2, 1 – 12

 

Wir feiern heute sehr viel. Wir feiern das Fest der Erscheinung des Herrn. Wir feiern heute (auch noch) Weihnachten, wir feiern das Fest der Heiligen Drei Könige und wir feiern einen „normalen“ Sonntag. Wir feiern heute mehreres und als Überbegriff könnte man sagen: Wir feiern heute ein Fest des „sich auf den Weg machens“, ein Fest des Aufbruchs.

Wenn wir noch einmal auf Weihnachten schauen und die Krippe betrachten mit dem Jesus-Kind in der Mitte, so wird uns dadurch noch einmal augenscheinlich bewusst gemacht, dass Gott für uns Mensch geworden ist. Gott wendet sich im Stall von Bethlehem uns zu, er wird Mensch und wird so einer von uns. Das ist der Kern unseres Glaubens.

Aber: es darf nicht beim Kind bleiben. Die Geburt Jesu, die Menschwerdung Gottes fordert von uns eine Reaktion. Gott ist zu uns herabgestiegen, jetzt sind wird eingeladen, ja gefordert, zu ihm aufzuschauen, aufzustehen und aufzubrechen – sich auf den Weg machen.

Der Evangelist Matthäus berichtet heute von Sterndeutern. Doch wer und was waren Sterndeuter? Matthäus nennt sie Sterndeuter, im religiösen Brauchtum sind daraus Drei Könige geworden. Ob Sterndeuter, Magier, Könige oder Weise, es ist zweitrangig. Es geht um respektable Persönlichkeiten, es geht um gestandene Männer und Frauen, die fest im Leben stehen – und trotzdem aufbrechen. Es geht um Menschen, die auf der Erde leben und zum Himmel schauen! Die Sterndeuter nehmen die Erscheinungen des Himmels wahr, sie nehmen war, was rundum passiert, sie sind aufmerksam, sie nehmen die Zeichen der Zeit wahr. Und sie deuten diese Zeichen auf Gott hin, sie brechen auf, um Gott zu suchen und diesem Gott auf ihre Art Anerkennung zu erweisen. Sie haben gespürt: Dieser Stern weist uns den Weg zu dem, was uns erfüllt. Wohin wir gehen, da werden wir die Erfüllung unseres Lebens und auch die Erfüllung des Lebens aller Menschen finden. Und sie werden fündig: Es ist ein Kind in der Krippe. Sie spüren in ihrem Herzen: Wir haben gefunden, wonach wir uns im Herzen gesehnt haben. „Sie wurden von sehr großer Freude erfüllt“ – heißt es im Evangelium.

Heute sind wir die Sterndeuter. Sterndeuter sind wundervolle, besondere aber auch wieder ganz einfache Menschen. Menschen wie du und ich. Es sind Menschen mit Gespür und mit einer tiefen Sehnsucht nach Erfüllung im Leben.

Sterndeuter sind Menschen, die dem Stern folgen. Was bleibt, die ist schwierige Suche nach dem richtigen Stern. Den „rechten“ Stern oder „meinen“ Stern zu finden, das bleibt wohl unser aller Lebensaufgabe und Lebensherausforderung.

Auch wir sind vorhin beim Gang zur Krippe dem Stern gefolgt. Gemeinsam haben wir uns auf dem Weg gemacht – stellvertretend für die ganze Gottesdienstgemeinschaft. Wir haben keine Abkürzung genommen (den bequemeren Weg), sondern wir haben den Stern gesehen und sind ihm gefolgt und er hat uns zum Kind geführt. Weihrauch haben wir dargebracht und das Evangelium ist der Grund unseres Aufbruchs.

Wir feiern also heute ein Fest der Gottsuche und des Aufbruchs!

Am Ende des Evangeliums heißt es: Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Diese Aussage ist nicht in erster Linie geografisch zu verstehen! Es geht nicht darum, dass sie einen anderen Retourweg genommen haben. Dieser Satz sagt aus, dass die Sterndeuter durch die Begegnung mit dem Kinde verändert wurden. Die Sterndeuter kamen anders am Ziel an, als sie aufgebrochen sind.

Dass auch wir unserem Stern folgen und so Gott im Jesus-Kind begegnen dazu ermutigt uns das heutige Fest! Und dass dieser Aufbruch unser Leben verändert, das wünsche ich uns!

 

Evangelium von heute
Mt - Mt 18,21-35 In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Sieben Mal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern...
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