Tuesday 17. May 2022

Menschen(un)recht an den Grenzen Europas

Eindringlich, eindrucksvoll und berührend schilderte Heinz Mittermayr am 31. März im Pfarrzentrum St. Gallus ca. 80 Interessierten seinen sechswöchigen Arbeitseinsatz in einem Flüchtlingscamp auf Lesbos. Zur Zeit sind in diesem Lager 1800 Menschen unter nach wie vor menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht ohne Möglichkeit, nach einer oftmals traumatischen Fluchterfahrung ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und Hoffnung auf ein friedliches, gutes Leben zu haben. Auch wenn dieses Thema seit längerem und nun aufgrund des Ukraine-Krieges aus den Medien verschwunden ist, hat sich die Situation für die Menschen nicht geändert. Die Frage, die uns alle beschäftigt: Was passiert mit den vielen Millionen Euro, die von der EU an Griechenland überwiesen wurden, um Geflüchtete menschenwürdig unterzubringen und ihnen den Schutz zu gewähren, den sie brauchen. Die Fluchtursachen sind überall auf der Welt die gleichen: Krieg, Hunger und schlicht fehlende Lebensgrundlagen (auch der Klimawandel trifft die Ärmsten dieser Welt am härtesten). Verschiedene NGos kümmern sich vor Ort um diese Vergessenen und versuchen, ihnen ein Stück ihrer Würde zurückzugeben.

Nach wie vor gibt es für flüchtende Menschen keine legale Möglichkeit, nach Europa zu kommen, um sich hier ein neues Leben aufzubauen, obwohl Europa Zuwanderung dringend braucht. Auch in Gallneukirchen warten Geflüchtete bereits seit 7 Jahren auf eine Entscheidung, ob sie bleiben dürfen oder nicht. Die Begleitenden vom Verein GIG (Gemeinsam in Gallneukirchen) beweisen einen langen Atem und sind mittlerweile sehr desillusioniert und erschöpft. Die Sorge ist groß, dass es zwei Kategorien Flüchtlinge gibt. Im Umgang mit den aktuell aus der Ukraine geflohenen Menschen agiert das offizielle Österreich zum Glück wesentlich humaner und die Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft ist überwältigend groß.

In den Lagern in Griechenland heißt es aber weiterhin: Perspektivenlosigkeit, gefängnisartige Strukturen und Menschenverachtung. Täglich wird auf europäischem Boden Menschenwürde mit Füßen getreten und Grundrecht gebrochen.

Die Zivilgesellschaft ist mehr denn je gefordert, sich zu engagieren und die politisch Verantwortlichen daran zu erinnern, dass es eine UN-Charta der Menschenrechte gibt!

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Joh 14, 27-31a "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch"
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