Tuesday 19. November 2019

„Fake News“ - Was passiert, wenn die Wahrheit stirbt?!

Die Katholische ArbeitnehmerInnen-Bewegung (KAB) und die Katholische Pfarre Gallneukirchen luden am 16. Oktober um 19.30 Uhr zu einer angeregten Diskussionsrunde (initiiert von Leo Hackl-Lehner als Folgeveranstaltung für sein Kunstprojekt auf dem Pfarrplatz und im ehemaligen Gasthaus Herzog).

Seit längerer Zeit beschäftigt uns die Frage, wie es sein kann, dass Politiker, die nachweislich Unwahrheiten verbreiten, trotzdem in höchste Ämter gewählt werden.

  • Warum vertrauen laut Umfragen über 80 % der Republikaner in den USA einem Donald Trump eher als den Medien? ("Lügenpresse")
  • Wie bedroht ist unsere Gesellschaft und Demokratie durch Fake News?

Ein Kurzfilm von Wolfgang Kern brachte auf beklemmende Art nahe, wie wichtig eine freie Presse für eine Demokratie ist und wohin die Gleichschaltung und Instrumentalisierung der Medien führen kann.

Journalisten verschiedener Medien (Matthäus Fellinger-Kirchenzeitung, Lukas Luger-OÖ. Nachrichten, Gernot Fohler-Bezirksrundschau) und die Historikerin und Studienautorin Katrin Quatember (Forschungsschwerpunkt Rechtsextreme Medien und Social Media) versuchten, darauf Antworten zu geben.

 

 

Die Erkenntnisse der angeregten Diskussion:

  • Das Prinzip, dass etwas hängen bleibt, wenn Menschen diffamiert und falsche Dinge oft genug wiederholt werden, kennen wir zur Genüge.
  • Der Berufsstand des Journalisten ist in Verruf gekommen. Gerade Printmedien geraten zeitlich und ökonomisch immer mehr unter Druck. In einer digitalisierten Welt, die alles in Echtzeit wahrnimmt, bleibt kaum Zeit für gründliche Recherche. (Seriöse Berichterstattung sollte LeserInnen etwas wert sein und muss daher einen Preis haben.)
  • Als Medienkonsument kommt man um die Eigenverantwortung schlicht nicht herum (Hausverstand einschalten!) und sollte Sachverhalte, die einem seltsam vorkommen, gründlich überprüfen (mehrere verschiedene Quellen).
  • Ob Fotos, die in Online-Berichten gepostet werden, echt sind, kann im Umkehrschluss überprüft werden. Herunterladen und dann googeln. (Man kann damit die Herkunft und den Entstehungszeitpunkt herausfinden)
  • Fehler passieren, aber Redakteure müssen die Fähigkeit besitzen, gegebenenfalls auch Dinge zu relativieren und richtig zu stellen. (Vertrauen!)
  • Umgekehrt berichtete Katrin Quatember über Diffamierungen und Drohungen von Seiten einschlägig rechtsextremer Medien nach Erscheinen ihrer Studie über eben diese. (Hass im Netz, noch verschärft gegen Frauen ist ein riesengroßes Problem.)

Die Möglichkeit, sich hinterher noch auszutauschen, wurde von den Interessierten noch gerne wahrgenommen.

Evangelium von heute
Lk - Lk 19,1-10 In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei,...
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