Donnerstag 13. Dezember 2018

Droht unserem Mesner Thomas und seiner Frau Elisabeth die Abschiebung?

Stellungnahme von Pfarrer Klaus Dopler zum negativen Asylbescheid und zur Situation von Thomas und Elisabeth

Ankündigung einer Unterschriften-Aktion

Mit Betroffenheit und Verwunderung haben wir in Gallneukirchen vom negativen Asylbescheid erfahren, die erboste Reaktion einer aufgebrachten Gallneukirchnerin führte zum Hinweis an den ORF und in Folge zu den Zeitungsberichten.

 

Das Ehepaar kam 2015 nach Österreich und von Klagenfurt zunächst nach Alberndorf, wo die beiden sehr schnell Anschluss fanden. Bereits im Iran lernte Thomas das Christentum kennen, in Österreich begannen sich die beiden näher dafür zu interessieren und stieß so zur Gruppe Asylanten, die sich um die Taufe bewarben und an der Taufvorbereitung in der Pfarre Gallneukirchen teilnahmen. Regelmäßig, verlässlich und interessiert waren sie bei den Treffen, eine Übersetzerin unterstützte die Taufvorbereitung. Dabei wurden wesentliche Inhalte des christlichen Glaubens erarbeitet, miteinander gebetet und die Messe an Sonn- und Feiertagen mitgefeiert (inkl. Vorbereitung auf die Feste). Im Jänner 2017 feierten wir das Fest der Taufe, Firmung und Eucharistie.

 

Ein wesentlicher Fluchtgrund war die Angst vor konkret angedrohter Blutrache, da die beiden aus verfeindeten Familien stammen, sich heimlich trafen und schließlich heirateten.

 

Die beiden haben in kurzer Zeit gut Deutsch gelernt (wir brauchen schon lange keine Dolmetscher mehr), sich in Gallneukirchen bestens integriert, haben unsere Kultur kennen und schätzen gelernt, sind in der Pfarre und darüber hinaus engagiert. So haben sie von Anfang an auch in der Pfarre bei verschiedenen Veranstaltungen mitgeholfen, reinigen seit einem Jahr einmal die Woche unsere Pfarrkirche, und sind gut in unserer westlichen Kultur angekommen.

 

Nachdem wir bei der Suche nach einem ehrenamtlichen Mesner lange erfolglos geblieben sind, bot sich die Gelegenheit, Thomas mit dieser Aufgabe zu betrauen, die er seit März gewissenhaft und verlässlich ausübt. Mittlerweile wird auch Elisabeth eingeschult.

 

Den beiden vorzuhalten, dass sie den christlichen Glauben nur aus opportunistischen Gründen angenommen haben und ihnen abzusprechen, aus innerer Überzeugung als Getaufte zu leben, ist absolut nicht nachvollziehbar. Zudem ist hinlänglich bekannt und in der offiziellen Länderinformation belegt, dass „Apostasie (Abfall vom Islam) im muslimischen Iran verboten und mit langen Haftstrafen (bis hin zur Todesstrafe) bedroht“ ist.

 

Daher unterstützen wir seitens der Pfarre auf jeden Fall den Antrag der beiden auf Asyl, Unterschriftenlisten liegen in der Pfarrkanzlei auf.

Evangelium von heute
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matth?us - Mt 11,7b.11-15 Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt?...
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