Freitag 16. November 2018

Entwicklung von Achtung vor der Natur und dem Leben

Ein Waldtag im Kindergarten. Die Nähe des Kürnbergerwaldes ist für unseren Kindergarten ein Glücksfall und ein enormes Lernfeld für die Schulanfänger. Mit großer Freude nützen wir wöchentlich den Kürnbergwald als Spiel- und Lernfeld.

Unser Kindergarten befindet sich in unmittelbarer Nähe des Kürnbergerwaldes. Wir sind sehr dankbar und glücklich darüber! Es ist daher schon lange Tradition, mit den Schulanfängern (den 5-6jährigen) dieses enorme Lernfeld einen Vormittag in der Woche zu nützen.

So haben die Kinder besonders im letzten Kindergartenjahr die Möglichkeit ihre Basis, auf der sie im weiteren Leben Verantwortung für sich und ihr Handeln übernehmen können, weiterzubilden. Durch das Erleben in der Natur (dem Jahreszeitenwandel, des Wachsens und Vergehens, dem natürlichen Lebensrhythmus) entsteht bei den Kindern eine „natürliche“ Beziehung zur Natur. Sie erfahren ein Gefühl des Aufgehoben Seins und des Vertrauens in unsere Umwelt. Sie können dadurch noch intensiver Achtung vor der Natur und dem Leben entwickeln. Kinder verbringen heute zu viel Zeit in geschlossenen Räumen, oft wird Natur als etwas Fremdes erlebt. Mit dem Angebot der Waldtage treten wir ganz bewusst diesem heutigen Trend entgegen. Erleben wir Pädagoginnen ja regelmäßig an den Waldtagen, welch großes Lernfeld der Wald bietet. Einige wichtige Lernerfahrungen, die Kinder besonders im Wald machen können, sind hier aufgezeigt:

 

 

Naturverständnis und Sinneswahrnehmung

Kinder erfahren die Welt mit ihren Sinnen, mit ihrem ganzen Körper. Im Wald lernen die Kinder genaues Hinsehen, Riechen, Hören und Tasten. Stille und Einzelgeräusche wie das Zwitschern eines Vogels können bewusst wahrgenommen werden. Darüber hinaus bietet dieser Lebensraum die Möglichkeit zu vielfachen Erkenntnissen, zum Begreifen (im doppelten Sinn) der nächsten Umgebung und zum Erforschen und Entdecken von Neuem und Unbekannten. Was steckt unter einer Rinde?; Wie sehen die Spuren des Borkenkäfers aus?; Was verbirgt sich in dem Loch in der Erde, das wir gerade entdeckt haben, …? Das direkte Erleben, z.B. der Wechsel der Jahreszeiten und die Veränderungen in der Natur werden zur eigenen Erfahrung, zu eigenem Wissen und somit zum Selbstverständnis. Sie gewinnen grundsätzliche Einsichten in Sinn- und Sachzusammenhänge der Natur.

 

 

Körpererfahrung

Im Wald wird ganz besonders dem Bewegungsdrang der Kinder entsprochen. Hier bietet der Wald zahllose Gelegenheiten zum Laufen, Springen, Klettern, Balancieren usw. Das gibt den Kindern in besonderem Maße die Möglichkeit, die Grenzen und Fähigkeiten ihres Körpers zu erproben und einzuschätzen. Das Austesten der eigenen Leistungsfähigkeit, z. B. einen Berg zu hinauf zu klettern, steigert die Ausdauer und Kraft der Kinder. Wir Pädagoginnen sind immer wieder überrascht, wie schnell sich viele Kinder im Wald in ihrer Grobmotorik weiterentwickeln.

Die Bereitschaft sich anzustrengen, verbunden mit dem Erfolgserlebnis des Erreichten, stärkt das Selbstbewusstsein. Durch die hohe Befriedigung dieses Bedürfnisses können sie dann auch zur Ruhe finden. Die Konzentrationsfähigkeit und die Bereitschaft zur Aufnahme von Wissen werden positiv gefördert.

 

 

Naturerleben und Umweltschutz

Die Kinder erleben die Natur ganz bewusst, sie lernen, in ihr zu leben, es wird ihnen ganz wichtig, sorgsam mit ihr umzugehen. Durch den dauernden Aufenthalt im Freien erleben die Kinder hautnah, welche Besonderheiten der Wald hat. Das Erleben und der Umgang mit den Elementen Luft, Wasser, Erde und Feuer, mit den Naturerscheinungen, wie Regen, Nebel, Wind und Schnee, bereichern das Kind in seiner Gesamtpersönlichkeit. Der jahreszeitliche Rhythmus, die Abläufe im Naturkreislauf werden unmittelbar erlebt.
 

Kommunikation und Sprache

Da kein fertiges Spielzeug vorhanden ist, sprechen die Kinder mehr miteinander. In ihrem „So tun als ob“ - Spiel müssen sie sich gegenseitig erklären, dass der Baumstumpf jetzt die Küche ist und der andere das Bad mit Klo; dass aus einem Ast, der gerade noch als Säule in der Baumhütte diente plötzlich ein Besen geworden ist, usw. Jeder Waldtag ist für die Kinder und uns eine große Bereicherung und wir sind dankbar dafür, unseren Kindern dieses zusätzliche so wertvolle Lernfeld bieten zu können. Immer wieder erzählen Eltern, dass ihre Kinder ihnen unbedingt zeigen wollten, wo sie am Waldtag waren, ihnen zeigen wollten, was sie dort entdeckt, erfahren oder gelernt haben. Überrascht über das Wissen (Kinder finden den Weg ganz allein wieder, …) und über das was sie mit ihrem Kind dabei erleben, entdecken so manche Familien den nahen Wald als zusätzlichen Spiel- und Freizeitraum.

 

Sabine

 

 

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