Tuesday 22. October 2019
Pfarre Bad Schallerbach

Freuet Euch!

Ironie? Sarkasmus? Oder gar ein schlechter Witz? In einer Zeit, in der in Europa Nationalismen wieder er-wachen, in der linke oder rechte Chaoten Stadtteile in Geiselhaft nehmen und verwüsten. In eine Stimmung, die für viele Menschen von Angst bestimmt ist.

Angst ganz konkreter oder sehr diffuser Natur. Angst, die bewusst geschürt und sehr geschickt am Köcheln gehalten wird. Nach wie vor herrschen in vielen Regionen der Welt Krieg oder kriegsähnliche Zustände. Ganz konkret hinein in diese Stimmungen und Situationen wird es am Heiligen Abend wieder heißen: „Freuet euch sehr, denn heute ist euch der Heiland geboren.“ Wenn heuer das Gedenkjahr „500 Jahre Reformation“ begangen wird, dann führt uns das zurück in eine Zeit, die ebenfalls sehr stark von Angst geprägt war, wenn auch Angst anderer Natur: Gott nicht zu genügen, seinem Anspruch nicht gerecht werden zu können, das ewige Heil (Leben) nicht zu erlangen. Martin Luther rang lange, bis er in Gott den erkannte, der den Menschen grundsätzlich annimmt. Die Zuwendung Gottes können wir uns nicht verdienen, erarbeiten oder erbeten. Für Luther wurde dies zur Kernaussage seiner Glaubensüberzeugung. Schon in der Zeit als Jesus geboren wurde, war der Weg der hoch schwangeren Maria nach Betlehem kein romantischer Spaziergang. Israel stöhnte unter der Besatzungsmacht der Römer. Maria hat zwar „Ja“ gesagt zum besonderen Tun Gottes an ihr, aber was das konkret heißen wird, hat Maria sicher noch nicht erfassen können. Was Maria und Josef in dieser Situation für Jesus auf sich nehmen, ist gewaltig. Ich halte es für wichtig, dass wir uns das „Freuet euch sehr“ Jahr für Jahr zusagen lassen mitten hinein in alles Zerbrechliche und Zerbrochene des Menschseins, hinein in alle Ängste und die ungewisse Zukunft. Wenn wir von der Geburt Jesu den romantischen Kitsch wegnehmen, dann leuchtet vielleicht etwas von dem auf, was das Feiern von Weihnachten ist: Die unumkehrbare Zuwendung Gottes an den Menschen. Die Treue Gottes zum Menschen kann fühlbar werden, ohne, dass alles gut ist. Die Freude von Weihnachten ist kein oberflächlicher Spaß, sondern eine alles durchziehende, umfangende und hoffnungsvolle Kraft, die den Ängsten ihre Kraft nehmen kann. Ein mehr an Leben kann erfahrbar werden. Ich wünsche allen eine ermutigende Zeit des Advents in der Vorfreude auf die Feier der Geburt Jesu zu Weihnachten.

Euer/Ihr Pfarrer Hans Wmmer

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GR Mag. Johann Wimmer
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 Daniela Hofinger
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Lk - Lk 12,35-38 In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und...
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