Tuesday 23. April 2019

1. Sonntag der österlichen Bußzeit 10. 3. 2019

 

1. Lesung: Dtn 26,4-10

 

In jenen Tagen sprach Mose zum Volk:
Wenn du die ersten Erträgevon den Früchten des Landes darbringst, (….)

5 Du aber
sollst vor dem HERRN, deinem Gott,
folgendes Bekenntnis ablegen:

Mein Vater war ein heimatloser Aramäer.

Er zog nach Ägypten,

lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten

und wurde dort

zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk.

6 Die Ägypter behandelten uns schlecht,

machten uns rechtlos

und legten uns harte Fronarbeit auf.

7 Wir schrien zum HERRN, dem Gott unserer Väter,

und der HERR hörte unser Schreien

und sah unsere Rechtlosigkeit,

unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis.

8 Der HERR führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm (…)

 

Das Buch Deuteronomium ist das letzte der fünf Bücher Mose/der Tora. Es ist einer der Kerntexte für das Alte Testament und für das Judentum bis heute. Den größten Teil dieses Buches machen Weisungen und Verordnungen aus. Das 26. Kapitel beendet die älteste Einheit des Buches Deuteronomium. Der Rahmen erzählt von einer Art Erntedankfest, dass beim Darbringen der Gaben im Tempel, im Hinstellen derselben auf den Altar, eine innere Haltung verlangt wird: die Haltung der Dankbarkeit für die eingegangene Ernte – und die Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten. Beides gehören zusammen: die äußere Freiheit des Leben-Könnens, des Nicht-Hungern-Müssens, und die innere Freiheit der Gerechtigkeit, des Friedens und des (inneren) Gehorsams Gott gegenüber. Beides kommt von Gott: die Früchte der Natur und der menschlichen Arbeit, und das innere Gesetz des Gewissens, des Hörens auf Gott.
JESUS nimmt im Evangelium dann bewusst auf diese zweite Ordnung Bezug: Er kennt den äußeren Hunger, die Verführung zur Macht, die Verführung zur scheinbaren Anerkennung und Liebe – aber allen drei Versuchungen widersteht er durch die Kraft des Geistes, der ihn in die Wüste führt und dem Teufel widerstehen lässt JESUS erinnert nicht nur an die Befreiung aus äußerer Fremdherrschaft, sondern ist auch Befreiung aus innerer Gefangenschaft und Angst. Brauche ich immer mehr? Was verstehe ich unter Macht? Wem glaube ich? Er führt die Worte des MOSE des Buches Deuteronomium weiter, aktualisiert sie und vollendet sie zugleich für seine Person.

 

2. Lesung: Röm 10,8-13

Schwestern und Brüder!
8 Was sagt die Schrift?
Nahe ist dir das Wort
in deinem Mund und in deinem Herzen.
Das heißt: das Wort des Glaubens, das wir verkünden; (….)

 

Paulus greift einerseits auf das alttestamentliche Verständnis der Propheten zurück, dass das Wort Gottes dir nahe ist ( siehe z. B. dass das Gott sein Gesetz dem Menschen ins Herz legt, Jer 31,33; Ez 36,26f), andererseits weiß er, dass durch das Gesetz der Mensch nicht gerecht wird. Deshalb dann der starke Verweis auf den Retter Jesus Christus. (Ebenfalls sehr schöne Lesung!)

Dem stellt Paulus nun seine neue Einsicht gegenüber, wobei er auch hier auf das Alte Testament zurückgreift und damit in seinem Verständnis „gemäß der Schrift“ argumentiert: Dem in Stein gemeißelten Gesetz (außerhalb des Menschen) stellt er ein anderes Verständnis von Gesetz gegenüber, das Gott dem Menschen zugesagt hat. Es ist ein ganz nahes Wort – es ist in seinem Mund und in seinem Herzen (vgl. Dtn 30,11−14).

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