Tuesday 21. September 2021
Region KJ Hausruckviertel

Geh-Denken

15. Mai 2021 – wir wollen an eure Namen erinnern

Am 15. Mai 2021 machten sich die Jugendlichen des Dekanates Wels-Land auf, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken.

 

Im Oktober 2020 waren ein paar Jugendliche unseres Dekanates Wels-Land Mitgestalter*innen bei einer Lesung im Bildungshaus Schloss Puchberg. Sie lasen bei der Veranstaltung des KBW und des Mauthausenkomitees Texte von Augenzeugen und Überlebenden des Todesmarsches von Mauthausen nach Gunskirchen. Bei der Heimfahrt wurde die Idee geboren, auch wir gehen diesen Weg und wollen an die Menschen, die diesen Weg gehen mussten, erinnern. Da uns Corona noch immer einschränkt, uns aber dieses Zeichen sehr wichtig war, haben wir eine Versammlung angemeldet und dann am 15. Mai durchgeführt.

 

Treffpunkt war um 6.30 Uhr beim Schloss Puchberg. Wir sagten unsere Namen und hörten, wie wichtig der Name für uns und unsere Identität ist. Es gab eine Zeit, da wurden Menschen zu Nummern – zu Nummern in einer Liste – in einer Liste des Grauens. Doch diese Menschen waren Söhne und Töchter, Enkelkinder, … - sie waren Menschen, die es verdienen mit ihrem Namen angesprochen zu werden. Mit zwei Namen auf einem Stoffband machten wir uns auf den Weg zum KZ Außenlager Gunskirchen. Es waren bewegende, berührende, traurige, würdevolle und intensive Stunden auf diesem Weg. Insgesamt waren 17 Personen unterwegs. Die jüngste Teilnehmerin war 14, einige Jugendliche, einige junge Erwachsene und auch ältere Menschen gingen diesen Weg. Es waren Menschen auf diesem Weg, die das Alter der damals Getriebenen hatten, das berührt und macht umso mehr bewusst, dass so etwas nie wieder geschehen darf.

 

 

Zum Abschluss gab es eine Gedenkfeier am Gelände des Außenlagers bei der die Biografien auf Fähnchen in den Waldboden gesteckt wurden. Die Namensbänder wurden an der Tafel, die an diesen Ort erinnert angebunden und als bleibendes Zeichen dort gelassen.

 

Herzlichen DANK dem Mauthausen-Komitee für eure Unterstützung – DANKE Angelika, Kurt, Fritz und Martin

 

Da es um Namen ging, möchte ich euch ganz persönlich DANKE sagen für euer Mitgehen:

Xenia ~ Stefan ~ Elias ~ Fabian ~ Elena ~ Katharina ~ Ralph ~ Walter ~ Judith ~ Magdalena ~ Silvia ~ Christian ~ Andreas ~ Walter ~ Maria ~ Lara

 

Besonders gefreut hat uns, dass Ralph Schallmeiner, Abgeordneter zum Nationalrat, sich mit uns auf den Weg gemacht hat. Danke auch für die berührenden Posts auf Instagram.

 

 

 

Eindrücke vom Geh-Denken von Fabian Hofer, KJ Marchtrenk und Mitorganisator:

 

Am 15. Mai begaben wir uns um 6:30 auf den Weg, um vom Bildungshaus Schloss Puchberg zur Gedenkstätte des KZ Außenlagers Gunskirchen zu gehen. Wir haben uns bewusst zu Fuß auf den Weg gemacht, um uns selbst die Zeit zu geben darüber nachzudenken wie es den Menschen, die im Konzentrationslager Gunskirchen gestorben waren, oder daraus befreit wurden, ergangen ist. Auch, wenn man dies wohl nie nachvollziehen können wird.

Während des Weges gab es Pausen mit Impulsen, zum Beispiel erhielten wir Bänder mit den Namen von Überlebenden und Verstorbenen. Diese sollten uns den Weg stellvertretend begleiten. Durch die Biografien und Fotos dieser Menschen bekam das Grauen, welches damals dort geherrscht haben muss, Namen und Gesichter. Auch wenn viele Personen heute nicht genannt wurden, hat dieser Zugang für mich die Möglichkeit geboten etwas mehr nachvollziehen zu können, wie es diesen Menschen ergangen sein musste. Während des Marsches hatten wir die Möglichkeit uns mit den Mitgehenden auszutauschen. Dadurch hatten wir die Möglichkeit verschiedene Zugänge zu dem Thema zu erfahren, oder auftauchende Fragen zu den Todesmärschen oder dem Konzentrationslager Gunskirchen zu klären. Den letzten Abschnitt des Weges gingen wir in Stille, um von seinen eigenen Gedanken nicht abgelenkt zu werden und zu versuchen in Stille mit den Verbrechen, die damals geschehen sind umzugehen. Im Anschluss an das Gehdenken fand die berührende Befreiungsfeier statt, die mit der Niederlegung eines Gedenkkranzes beendet wurde.

 

 

 

Gedanken zum Geh-Denken von Elias Aigner, KJ Stadl-Paura:

 

Mich persönlich hat das Geh-Denken sehr berührt. Es war eine fantastische Aktion der Katholischen Jugend und des Komitees Mauthausen, um auf das Leiden der Insassen und die Befreiung aufmerksam zu machen. Besonders war auch das jeder Teilnehmer zwei Namen von sowohl Überlebenden als auch Verstorbenen bekam, für welche er ging und an die er gedachte. Als man während der Wanderung kurze Biografien der Häftlinge oder Beschreibungen aus dem Lager von der jeweiligen Person bekam wurde es nochmal berührender. So konnte man sehen wer die Menschen waren und wie unvorstellbar schlimm die Zustände im Lager Gunskirchen waren. Die Gedenkveranstaltung nach der Wanderung war ebenfalls sehr schön besonders als wir das Gelände abgeschritten sind und jeder seine Personen vorlas. Allerdings ist es traurig zu sehen, dass es bis auf eine verbogene Gedenktafel kaum noch Überreste von diesem Ort gibt und er zu einen Erholungs- und Wanderort wurde. Gerade deshalb sind Aktionen wie diese sehr wichtig, um zu zeigen, dass es genug Leute gibt, die nicht vergessen egal ob jung oder alt. Deshalb möchte ich mich nochmals für die Organisation dieser tollen Aktion bedanken.

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