Samstag 23. März 2019

Katharina Anna Loidl - "DIE MITTE DER NACHT"

6. März bis 19. April 2019

Ursulinenkirche Linz

Landstraße 31

4020 Linz

 

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Eröffnung: Aschermittwoch mit Kunst - Memento Mori
Mittwoch, 6. März 2019, 20.00 Uhr Aschermittwoch-Liturgie und Eröffnung

Predigt: Markus Schlagnitweit, Orgel: Anton Reinthaler

Die Krypta ist anschließend geöffnet. Die Künstlerin ist anwesend.

 

Öffnungszeiten und Kunstauskunft:

Freitag, 16.00-18.00 Uhr und Sonntag nach der Messe (Beginn: 20.00 Uhr)

Sowie nach telefonischer Vereinbarung: 0732/244011-4573

 

Kunstgespräch mit Katharina Anna Loidl

Freitag, 29. März 2019, 18.00 Uhr


Memento Mori
Unter dem Leitthema „Memento Mori - Gedenke des Todes" werden seit rund drei Jahrzehnten  Künstlerinnen und Künstler mit bereits bestehenden Werken oder ortspezifischen Interventionen für  den Zeitraum von Aschermittwoch bis Karfreitag in die Ursulinenkirche in Linz eingeladen.

 

Kuratorin: Dr.in Martina Gelsinger

 

Textkörper im ehem. Aufbahrungsraum
Blick durch das Tuch vor dem Eingang der Krypta
Lichtzeichnung an der Stirnseite der Krypta
Besucher betrachten die Installation
Donauzille aus Karton

 

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Die Mitte der Nacht

Katharina Anna Loidl wählt für ihre ortsspezifische Installation „Die Mitte der Nacht“ in der Reihe „Memento Mori“ Licht als Gestaltungsmittel. Zusammen mit einem großen Boot entfaltet es in der unterirdischen Begräbnisstätte auf symbolische Weise eine Wirkung, die den Tod als Beginn einer Reise, die Bedeutung des Wechsels von Licht und Dunkelheit sowie die Frage nach dem Diesseits und dem Jenseits in den Blick nimmt.
Licht wird in der Krypta in mehrfacher Weise mit Bedeutung versehen. Zum einen als Textkörper der vom Boden des ehemaligen Aufbahrungsraumes links vom Stiegenabgang den Raum erleuchtet, zum anderen als Wandzeichnung in Form von Neonröhren an der Stirnwand der Krypta. 
Der Hauptraum, die Begräbnisstätte der Ursulinen, wirkt durch das transparente Tuch, das eine Schwellensituation beim Eingang bildet, scheinbar entrückt. Im Bereich der vier Pfeiler, die den Hauptraum der Krypta mit den Nischengräbern gliedern, lagert ein Boot. Dieses Objekt aus dem Alltagskontext setzt die Künstlerin zum Licht, das die Wahrnehmung der unterirdischen Räume prägt und es erfährt in der Architektur und Funktion des Ortes eine symbolische Aufladung. Es erinnert an die auf der Donau gebräuchlichen Donauzillen, die für Überfahrten und Transporte genutzt wurden. Doch bei näherer Betrachtung erweist die Zille sich als fahruntüchtig. Die Künstlerin hat das Wasserfahrzeug maßstabsgetreu mit gebrauchten Verpackungskartons nachgebaut.
Das Boot steuert direkt auf die Stirnwand der Krypta zu, auf der eine Lichtzeichnung zu sehen ist. In ihrer Linienführung erinnert sie an das stilisierte Motiv eines Horizonts mit einem Sonnenuntergang, sowie einer darunter angedeuteten Wasserbewegung. Zugleich kann die Form auch als Omega - als letzter Buchstabe des griechischen Alphabets - gelesen werden.
Untermalt wird das Ganze mit einer Soundinstallation aus gesprochenen Textsequenzen, die an den Klang von leicht bewegtem Wasser denken lässt. Bei dem als leises Flüstern hörbaren Sound handelt es sich um ausgewählte Textfragmente der zeitgenössischen Popkultur, die das Thema „Licht“ als sehnsuchtsvolles Leitmotiv beschwören.
 

Den gesamten Text der Kuratorin Dr.in Martina Gelsinger finden Sie hier als Download.

 

Katharina Anna Loidl wurde 1978 geboren und studierte an der Kunstuniversität Linz Experimentelle Gestaltung und Kulturwissenschaften. Mit ihrer konzeptuellen Arbeitsweise hat sie ein Œuvre geschaffen, das Grafik, Installationen, Objekt, Video und Fotografie umfasst. Alltägliche Situationen, Natur und Landschaft sind gleichsam wie geschichtliche Bezüge und literarische Zitate Ausgangspunkte für ihr Werk. Die Form ihrer künstlerischen Werke entsteht zumeist durch die intensive Auseinandersetzung mit der unmittelbaren Umgebung.

Im vergangenen Jahr hat die Künstlerin mit zwei Kunst-am-Bau-Projekten inspirierende Akzente im öffentlichen Raum gesetzt. Bei beiden ist sie als Erstgereihte eines künstlerischen Wettbewerbs hervorgegangen. Ihre Intervention mit Moosflächen, Landschaftssilhouetten und Stifter-Zitaten an der Südmauer des Linzer Barbarafriedhofs trägt den Titel „In uns das Paradies“. Auf der Freitreppe der Anton Bruckner Privatuniversität nimmt sie mit einer Schriftintervention auf die Geschichte des Standortes, das Schloss Hagen und seine Bewohner, Bezug.

Beide Kunst-am-Bau Arbeiten zeigen, wie sensibel und zugleich prägnant in ihrer Aussage die Künstlerin mit Gebäuden, Räumen, ihren Funktionen und Bedeutungen umzugehen vermag.

 

Text: Martina Gelsinger

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