Wednesday 21. October 2020

Ausstellung von Josef Bauer im Priesterseminar

Josef Bauer gestaltete 2015 den Altar für die barocke Linzer Priesterseminarkirche. Umgeben von ornamentalem Stuckdekor und biblischen Szenen auf den Altarbildern trägt die Wortskulptur „UND“ die Altarplatte. 

Das UND im Altar steht für Verbindendes. Ebenso ist die Liturgie, die darauf gefeiert wird, etwas Verbindendes. Eine Verbindung zwischen Mensch und Gott, eine Verbindung unter den Menschen, eine Verbindung zwischen dem gesprochenen Wort und den symbolischen Gaben Brot und Wein.

 

Josef Bauer und Hubert Nitsch (Kunstreferat/Diözesankonservatorat der Diözese Linz, Diözesankunstverein)
Der "UND"-Altar von Josef Bauer
Regens Michael Münzner erklärt die liturgischen Orte, die Josef Bauer gestaltet hat.

 

Der 1934 in Wels geborene Josef Bauer verwendet in seinen Arbeiten Worte, Zeichen, Symbole, Naturelemente, Gefundenes, wie alte Schulhefte, ebenso wie Farbe. „Dem Künstler ist alles Material.“, so der Künstler über sich selbst. Mit seinen konzeptuellen Arbeiten, die sich mit dem Verhältnis und der Wahrnehmung von Sprache und Bild beschäftigen, wird Josef Bauer international beachtet und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

 

LENTOS Kunstmuseum

Noch bis 4. Oktober 2020 zeigt das LENTOS Kunstmuseum unter dem Titel „Demonstration“ Arbeiten von Josef Bauer aus allen Werkphasen.

„Das Bild lässt alles offen und die Sprache engt ein.“ Zu dieser Erkenntnis gelangte der junge Josef Bauer an der Linzer Kunstschule, wo er von 1956 bis 1964 bei Herbert Dimmel studierte. Damals stellte er bereits erste medienkritische Überlegungen an.

Bauer abstrahiert in der Folge Zeichen, Ziffern, Sprachfragmente und Alltagsobjekte. Neu arrangiert zu Situationen oder Konstellationen, verweist er auf ihre spezielle Bedeutung für die Konstruktion von Wirklichkeit. Bereits ab 1965 entsteht Bauers Serie Taktile Poesie mit Polyesterobjekten, die der Begründer der konkreten Poesie, Eugen Gomringer, als Realobjekte bezeichnet.

Bilder von den StudentInnenunruhen in Paris im Jahr 1968 führen Bauer dazu, sich mit den Möglichkeiten politischer Agitation in seinen Werken zu befassen. Die Sprache des Herzeigens ist demnach nicht nur Titel einer Fotoserie, sie kennzeichnet auch eine bedeutende Fragestellung, die Bauer an die Kunst richtet. In den 1980er-Jahren überarbeitet Bauer in seiner Serie Fehldrucke Texte aus Heimrad Bäckers nachschrift, die sich mit den Gräueln und Schrecken im KZ Mauthausen auseinandersetzt. Auch neuere Werkserien, wie die 2011 entstandene Soldatenserie oder die Fotoserie NS-Skulpturen von 2018, unterstreichen die politische Reflexion, die Bauers Kunst zugrunde liegt.

 

Ausstellungseröffnung von Josef Bauer im Priesterseminar

Im Rahmen einer Führung durch die Ausstellung im LENTOS Kunstmuseum mit Exkursion in das Priesterseminar wurde am Sonntag, 27. September 2020 eine Ausstellung mit Werken von Josef Bauer im Priesterseminar offiziell eröffnet.

 

Hubert Nitsch (Kunstreferat/Diözesankonservatorat der Diözese Linz, Diözesankunstverein), Josef Bauer, Michael Münzner (Regens Priesterseminar)

 

Die Ausstellung im Priesterseminar Linz von Juni 2020 bis Sommer 2021 zeigt – ergänzend zur Altarraumgestaltung - einen Einblick in das Schaffen des Künstlers.

Zu sehen sind unter anderem Papierarbeiten, wo Josef Bauer auf gefundenen alten Schulheften weitergeschrieben oder diese mit Farbe überarbeitet hat. Daneben zeigt die Ausstellung Darstellungen von Menschen, die Bauer mit einem plastisch erscheinenden Pinselstrich übermalt hat oder Werke mit umgebogenen Bilderecken, die die Neugierde auf die Rückseite wecken. Das „UND“ der Wortskulptur des Altares tritt als alltäglicher Begriff immer wieder in den Zeichnungen des Künstlers auf.

Das Schaffen von Josef Bauer ist vielfältig. Seine Bildfindungen und Überarbeitungen bieten den BetrachterInnen viele Anknüpfungspunkte aus dem Alltag, schaffen einen überraschenden Blick auf die Dinge und eine neue Sichtweise auf die Welt.

 

Ausstellung von Josef Bauer im Priesterseminar

 

Besuch der Ausstellung im Priesterseminar

Zu sehen ist die Ausstellung von Josef Bauer im 1. Obergeschoß im Priesterseminar jeweils zu den Öffnungszeiten des Seminarhauses: Mo bis Fr: 8:00 bis 15:30 Uhr

Der Eintritt ist frei!

 

Herzliche Einladung!

Seminarhaus Priesterseminar
4020 Linz
Harrachstraße 7
Telefon: +43 (0)732 - 77 12 05
Katholische Kirche in Oberösterreich
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