Tuesday 18. February 2020

„Ist die christliche Leseweise des Alten Testaments antijüdisch?“

Zu diesem Thema referierte am 18. Jänner 2018 Univ.-Prof. em. Dr. Franz Hubmann an der KU Linz anlässlich des Tags des Judentums. Unter den knapp 100 BesucherInnen waren auch Bischof Dr. Manfred Scheuer und Bischof em. Dr. Maximilian Aichern.

Knapp 100 Interessierte konnte das christlich-jüdische Komitee OÖ am 18. Jänner 2018 zum diesjährigen Vortrag zum Tag des Judentums an der Katholischen Privat-Universität (KU) Linz begrüßen.

 

In dichter und konzentrierter Atmosphäre ging der Referent Dr. Franz Hubmann, emeritierter Professor für alttestamentliche Bibelwissenschaft an der KU Linz, der Frage nach: „Ist die christliche Leseweise des Alten Testaments antijüdisch?“

 

Univ.-Prof. em. Dr. Franz Hubmann

Univ.-Prof. em. Dr. Franz Hubmann. © KU Linz / Eder

 

Beginnend beim Neuen Testament über Texte aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten und des Mittelalters bis hin zum zweiten Vatikanischen Konzil und zu Texten aus dem 21. Jahrhundert präsentierte Prof. Hubmann verschiedene christliche Lese- und Deutungsweisen des Alten Testaments und Sichtweisen auf das Judentum.

 

Nach teilweise irritierenden Zitaten und schwer nachvollziehbaren Deutungen des Alten Testaments von Autoren (v. a. der ersten Jahrhunderte) wurde der Blick auch auf die Literaturgattung der Dialoge gelenkt, die mit Justin und seinem Dialog mit dem Juden Tryphon Mitte des 2. Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Darin kommt erstmal auch die jüdische Gegenseite zu Wort. Auch aus dem Mittelalter sind Dialog-Texte überliefert, die jedoch von einer anderen Ausgangsbasis geprägt sind: Der Christ steht nun einem rabbinisch hoch gebildeten Juden – meist hoffnungslos – gegenüber.

 

Auf großes Interesse stießen auch die Erklärungen und Deutungen Prof. Hubmanns von mittelalterlichen Darstellungen von Christentum und Judentum anhand der Personifizierungen „Ecclesia et Synagoga“.

 

Etwa 100 Interessierte kamen zum Vortrag zum Tag des Judentums an die KU Linz.

Etwa 100 Interessierte, darunter auch Bischof Manfred Scheuer und Bischof em. Maximilian Aichern, waren zum Vortrag gekommen. © Referat für Ökumene und Judentum

 

Die Bronzeskulptur „Ecclesia et Synagoga“ von Joshua Koffman aus dem 21. Jahrhundert, in der beide Frauen gekrönt – jeweils eine Schriftrolle bzw. ein Buch haltend – sich beinahe anblickend nebeneinander gleichberechtigt platziert sind, sorgte für große Zustimmung beim Publikum und für eine positive Zukunftsvision. Darüber und über andere Fragen des christlich-jüdischen Dialogs wurden im Plenum und anschließend bei koscherem Wein noch interessante und wichtige Diskussionen geführt.

 

Gudrun Becker | Referentin für Ökumene und Judentum

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