Tuesday 9. March 2021

Weltgebetswoche für die Einheit der Christen im Corona-Modus

Von 18. bis 25. Jänner 2021 findet die internationale "Gebetswoche für die Einheit der Christen" statt – heuer allerdings eingeschränkt durch die Schutzbestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

 

Sie wurde 1909 in den USA ins Leben gerufen und 1916 von Papst Benedikt XV. mit einem Apostolischen Schreiben auf die ganze katholische Kirche ausgeweitet. Seit 1968 werden die Themen und Texte für die Gebetswoche vom Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen und dem weltweiten Ökumenischen Rat der Kirchen (Weltkirchenrat, WKR) veröffentlicht. Die Grundtexte für die Weltgebetswoche stammen jedes Jahr aus einem anderen Land.

 

Inhaltlich ist die Gebetswoche 2021 inspiriert vom kontemplativen Gemeinschaftsleben der Schwestern von Grandchamp in der Schweiz. Die Kommunität besteht aus etwa 50 Schwestern aus verschiedenen Kirchen und Ländern. Die mit der Erarbeitung betraute Kommunität hat als Thema für die Gottesdienste in der Gebetswoche eine Stelle aus dem Johannesevangelium gewählt: "Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen" (Joh 15,5-9).

 

Das gewählte Thema basiert auf Joh 15,1-17 und geht zurück auf die Berufung der Gemeinschaft von Grandchamp zu Gebet, Versöhnung und Einheit in der Kirche und der Menschheitsfamilie. Das Motto der diesjährigen Gebetswoche geht von den unterschiedlichen Facetten des johanneischen Wortes aus: ein Leben im Einklang mit sich selbst, mit der Gemeinschaft, in die jede und jeder Einzelne gestellt ist und mit Gott. In Gottes Liebe zu bleiben heißt zunächst, mit sich selbst versöhnt zu werden. In Christus zu bleiben ist eine innere Haltung, die im Laufe der Zeit wächst. Sie kann vom Kampf um das Lebensnotwendige überholt werden und wird durch die Ablenkungen, den Lärm, die Hektik und die Herausforderungen des Lebens bedroht. Jesu Wort und seine Liebe befähigen zur Nächstenliebe: zur Liebe derjenigen, die den Christinnen und Christen anvertraut sind, aber auch zur Liebe zu anderen christlichen Traditionen. Durch das Bleiben in Christus wachsen so Früchte der Solidarität und des Zeugnisses. Spiritualität und Solidarität sind untrennbar miteinander verbunden. Wer in Christus bleibt, empfängt die Kraft und die Weisheit, ungerechte und unterdrückende Strukturen zu bekämpfen, einander als Brüder und Schwestern in der einen Menschheitsfamilie zu erkennen und eine neue Lebensweise zu schaffen, die von Respekt und Gemeinschaft mit der ganzen Schöpfung geprägt ist.

 

Einklang mit sich selbst, mit Gott und den Nächsten ist damit der bleibende Auftrag, an den die Texte der Gebetswoche 2021 erinnern.

 

Materialien für die Gebetswoche 2021 stehen auf Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Portugiesisch zur Verfügung (www.oikoumene.org/gebetswoche). Die deutsche Fassung wurde von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) erarbeitet und ist auf deren Homepage abrufbar 

 

Nicht öffentliches ökumenisches Gebet in der Diözese Linz

 

In der Diözese Linz wird seit vielen Jahren wird im Rahmen der Weltgebetswoche ein Gottesdienst mit insgesamt neun Konfessionen gefeiert, der jedes Jahr in einer anderen Kirche stattfindet. Die Gastgeber laden jeweils zur Vorbereitung und zur abschließenden Agape ein. Ob katholisch, evangelisch, altkatholisch, methodistisch oder orthodox: Die beteiligten Kirchen bemühen sich, trotz aller Unterschiede und Stolpersteine das Gemeinsame und Verbindende in den Vordergrund zu stellen.


Nachlese: Ökumenischer Gottesdienst christlicher Kirchen in Linz (2020)

 

Gottesdienst christlicher Kirchen 2020 im Linzer Mariendom. © Diözese Linz / Fürlinger

 

In der Kapelle des Linzer Priesterseminars findet am Donnerstag, 21. Jänner 2021 um 18.30 Uhr ein ökumenisches Gebet statt, das aufgrund der aktuellen Corona-Situation  nicht öffentlich zugänglich ist. "Die Vertreterinnen und Vertreter der christlichen Kirchen in Oberösterreich werden stellvertretend für ihre Kirchen und Gemeinschaften beten", heißt es von Seiten der Veranstalter. Das Gebet wird demnach aufgezeichnet und soll im Anschluss online über die Website der Diözese Linz (www.dioezese-linz.at) abrufbar sein. An dem Gebet nehmen Bischof Manfred Scheuer, Dompfarrer Maximilian Strasser, Ökumene-Referentin Gudrun Becker, der evangelische Superintendent Gerold Lehner, Erzpriester Dragan Micic von der Serbisch-orthodoxen Kirche, Pfarrer Sorin Bugner von der Rumänisch-orthodoxen Kirche, Pfarrer Samuel Ebner von der Altkatholischen Kirche und Pastor Alexander Strecker von der Baptistengemeinde Linz teil. Superintendent Lehner wird die Predigt halten.

 

 

Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen im Livestream

 

Der traditionelle zentrale Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zur Gebetswoche findet am Mittwochabend, 20. Jänner 2021 um 18 Uhr statt. Er ist aufgrund des Lockdowns nicht öffentlich zugänglich, wird aber im Livestream über die Website des ÖRKÖ (www.oekumene.at) bzw. den YouTube-Kanal der Evangelischen Kirche in Österreich aus der evangelisch-methodistischen Kirche in der Wiener Sechshauser Straße übertragen.

 

Kathpress

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