Donnerstag 23. November 2017

20 Jahre Frauenkommission: Engagement für Frauen in der Kirche heute notwendiger denn je

„Frauen gehen weiter …“: Unter diesem Motto feierte die Frauenkommission der Diözese Linz ihr 20-jähriges Bestehen am 19. Oktober 2017 im Pfarrzentrum Wels-St. Franziskus.

Die Frauenkommission ist ein Beratungsgremium des Bischofs und eine Interessenvertretung für Frauen in der Diözese Linz.

 

 

Ein Weg voller Herausforderungen und voll Gottvertrauen


„Ein Weg voller Herausforderungen und voll Vertrauen in die lebensbejahende Geistkraft Gottes wird hier und heute sichtbar,“ betonte Mag.a Sissy Kamptner, die sich als Vorsitzende der Frauenkommission seit 2011 für Frauenanliegen in der Diözese Linz stark macht und sich über die zahlreiche Teilnahme von Weggefährtinnen und Unterstützer/innen freute. An die 70 Festgäste feierten mit der Frauenkommission ihr 20 Jahr-Jubiläum in Wels-St. Franziskus. Unter ihnen auch Bischof em. Maximilian Aichern: „Mehr noch wie vor 20 Jahren braucht es die Frauenkommission“, so Bischof em. Maximilian Aichern. Er gab vor 20 Jahren den Auftrag, eine Frauenkommission zu gründen. „Die Entwicklungen von damals in der Katholischen Kirche sind weitergegangen und verlangen heute noch viel mehr Einsatz“, so Bischof Aichern. In Planung ist zurzeit ein gemeinsamer Studientag mit den Diakonen zum Thema „Das Amt weiter – denken. Frauendiakonat und die Ämterfrage“. Eines der dringlichsten Anliegen der Frauenkommission ist, dass es bezüglich Frauendiakonat eine Weiterentwicklung gibt.

 

20 Jahre Frauenkommission der Diözese Linz

Mag.a Sissy Kamptner, seit 2011 Vorsitzende der Frauenkommission. © KiZ / Elisabeth Leitner

 

Rückblickend sei schon viel an Veränderung passiert, was von Frauen in den verschiedenen Arbeitsbereichen, im Denken und in den Sichtweisen bislang eingebracht wurde, betonte der Generalvikar der Diözese, DDr. Severin Lederhilger, der in Vertretung von Bischof Manfred Scheuer an der Feier teilnahm. Besonders sei das an der Mentalität in der Diözese Linz sichtbar: Er verwies auf den Gleichstellungsprozess der Diözese, der auf Initiative der Frauenkommission im Jahr 2000 gestartet wurde. „Die Diskrepanz zwischen Gesellschaft und Kirche wäre noch größer ohne diesen Prozess“, hielt er in seinem Statement fest. Frauen in Führungspositionen zu bringen oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, waren und sind Ziele des Gleichstellungsprozesses.

 

„Frauen sind nicht gleich Frauen“, erklärte die Diversity- und Gleichstellungsbeauftragte der Caritas MMag.a Brigitte Egartner im Gespräch. Um differenzierte Maßnahmen zu entwickeln, ist es daher wichtig verschiedene Aspekte im Blick auf die Gleichstellung mit zu bedenken, wie Geschlecht, Alter, Herkunft, physische und psychische Fähigkeiten. Dies fließe in letzter Zeit vermehrt in den Gleichstellungsprozess ein.

 

„Weil ich es notwendig finde, engagiere ich mich als junge Frau in der Frauenkommission“ meint Mag.a Christine Schulz, Beauftragte für die Jugendpastoral im Dekanat Freistadt und Mitglied der Frauenkommission. „Es hat für mich einen doppelseitigen Effekt: ich kann meine Erfahrungen einbringen und von der Frauenkommission interessante Impulse für meine Berufsgruppe und Arbeit mitnehmen.“

 

Bei ehemaligen Mitglieder der Frauenkommission, die bei der Feier interviewt wurden, war einhellig der Tenor: Mit engagierten und kompetenten Frauen zusammenzuarbeiten, war bereichernd: „Wir bekamen Rückendeckung und Unterstützung von und durch die Frauenkommission, der Austausch war gut und wichtig um die Kraft und den Mut zu haben, die Anliegen beim Namen zu nennen, nicht aufzugeben und einen langen Atem zu haben“, so die Rückmeldungen der Interviewten.

„Ich hatte nie das Gefühl Bittstellerin zu sein, sondern unsere Anliegen einbringen zu können und gehört zu werden“, meinte auch Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, ehemalige Vorsitzende der Frauenkommission.

 

Margit Hauft, Gründungsmitglied der Frauenkommission, und ehemalige Mitglieder der Frauenkommission – Lucia Zeiner, Rosa Kuttner, Sr. Martina Litzlbauer und Dr.in Maria Prieler-Woldan – waren weitere Interview-Partnerinnen an diesem Abend.

 

20 Jahre Frauenkommission der Diözese Linz

Festakt zum 20-Jahr-Jubiläum der Frauenkommission. © KiZ / Elisabeth Leitner

 

Seelsorgerinnen ins Bild bringen

 

Im Rahmen der Feier wurde ein spannendes Fotoprojekt präsentiert, das den Titel „Seelsorgerinnen ins Bild bringen“ trägt. In diesem Fotoprojekt geht es darum, Frauen in pastoralen Berufen in ihrer täglichen Arbeit zu zeigen und fotografisch das sichtbar zu machen, was einen Großteil ihrer seelsorglichen Tätigkeit ausmacht: mit Menschen zu beten, zu singen, zu feiern, zu reden und das Leben in allen Höhen und Tiefen zu begleiten. Frauen sind seit 70 Jahren als Seelsorgerinnen in Pfarren, Krankenhäusern, in der Jugend- und Betriebspastoral tätig, die Fotos ermöglichen authentische Einblicke in ihre jeweilige Arbeitswelt. Die Geschichte hinter den Frauen und damit das Selbstverständnis als Seelsorgerin werden anhand schriftlicher Porträts exemplarisch dargestellt.

 

Zu den Fotos

 

20 Jahre Frauenkommission der Diözese Linz

Präsentation des Fotoprojekts. © KiZ / Elisabeth Leitner

 

Zur Geschichte der Frauenkommission

 

Die Frauenkommission wurde im Oktober 1997 in Auftrag des damaligen Diözesanbischofs Maximilian Aichern gegründet. Die Frauenkommission ist ein Beratungsgremium des Bischofs. Sie versteht sich als Interessenvertretung von in der Kirche lebenden und arbeitenden Frauen und setzt sich die strukturelle Gerechtigkeit für Frauen in der katholischen Kirche in Oberösterreich zum Ziel. Basis dafür ist das christliche Menschenbild, das die Gottebenbildlichkeit von Mann und Frau von Anfang an verkündet. Die Frauenkommission besteht aus 20 Vertreterinnen, die die kirchlichen Berufsgruppen und Organisationen repräsentieren und von diesen entsendet werden, sowie der Frauenbeauftragten und der Sekretärin. Durch die Frauenkommission sollen die Erfahrungen und Bedürfnisse von Frauen ins kirchliche Leben eingebracht werden. Weitere Frauenkommissionen gibt es in Salzburg, Innsbruck, Graz und Eisenstadt.

 

20 Jahre – 100 Frauen – viele Anliegen. In den 20 Jahren des Bestehens der Frauenkommission waren bislang an die 100 Frauen dabei. Sie haben viele Anliegen, auch manche schwierige Themen in die Diözese eingebracht. Um die Erfahrungen und Kompetenzen von Frauen in der Gestaltung von Gottesdiensten, von spirituellen Feiern und Ritualen weiterzugeben, wurden verschiedene Materialien erstellt. Sie bieten neue Impulse für gemeinsame Feier und machen eine frauengerechte Liturgie und Spiritualität im kirchlichen Raum bekannter. Besonders beliebt sind hier die „FrauenPredigthilfen“. Das sind von Frauen erstellte Predigtgedanken und Bausteine für Gottesdienste im Kirchenjahr, die über die Homepage angeboten werden. Über 150 FrauenPredigthilfen gibt es bereits. Die Frauenkommission ist zudem Herausgeberin des Buches von Maria Prieler-Woldan „Das Konzil und die Frauen“ und des Buches „Momente-Spuren-Wege. Frauenleben sichtbar gemacht“.

 

KIZ/Leitner

V. l.: Mag.a Petra Gstöttner-Hofer (Frauenbeauftragte), Mag.a Gabriele Eder-Cakl (Pastoralamtsdirektorin), Margit Hauft (Gründungsmitglied Frauenkommission), DDr. Severin Lederhilger (Generalvikar der Diözese Linz), Mag.a Sissy Kamptner (Vorsitzende der Frauenkommission), Bischof em. Maximilian Aichern, Mag.a Regina Aspalter (Abgeordnete zum OÖ Landtag), Mag.a Brigitte Gruber-Aichberger PMM (Direktorin Abteilung Pastorale Berufe). © KiZ / Elisabeth Leitner

 

Mag.a Petra Gstöttner-Hofer | Frauenbeauftragte Diözese Linz

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