Neun Jahre - tausendfach DANKE
"Es ist ein herausragendes Merkmal katholischer Privatschulen, dass sie neben einer fundierten (Aus)bildung noch ein "MEHR" bieten wollen. Christliche Werteerziehung, soziale Kompetenz und der Blick auf jeden einzelnen Menschen mit seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten." - so beschrieb ich die Katholischen Schulen in meinem ersten Newsletter im September 2012, als ich meine Tätigkeit als Privatschulreferent aufnahm.
Die vergangenen neun Jahre haben mir gezeigt, dass dieses "MEHR" noch viel mehr bedeutet. Pädagogik und Schulkultur, die das christliche Welt- und Menschenbild als ihre Basis verstehen, haben eine immense Kraft. Nicht nur die schwer definierbaren "christlichen Werte" machen uns aus, sondern die Art und Weise, wie wir Schule als Lern- und Lebensort begreifen, wie sehr wir die Würde jeder und jedes Einzelnen in den Blick nehmen - ganz konkret im täglichen Umgang miteinander, wie wir Wertschätzung, Respekt und Annahme vor jeder Leistung leben, wie wir Schule, Pädagogik und Didaktik immer wieder neu denken, wie wir religiöse Bildung und Religiosität insgesamt nicht nur als hübschen Schmuck unserer Schulen sondern als Grundwasser begreifen.
Die vielfältigen Einblicke, die ich während meiner Tätigkeit als Privatschulreferent gewinnen konnte, haben mich tief beeindruckt. Und dabei war immer eines wesentlich: die konkreten Menschen. So sehe ich die Katholischen Schulen in Oberösterreich nicht nur als Gruppe mit einem ähnlichen Interesse und Auftrag, sondern als echte Gemeinschaft, die mit einer hohen Achtsamkeit miteinander weitergeht, gemeinsam denkt und im Sinne aller Beteiligten arbeitet.
Die reiche Tradition katholischer Bildung, die in Oberösterreich vor allem von den Ordensgemeinschaften getragen wurde und wird, fügt sich in der Zusammenschau zu einem vielfältigen, lebendigen Ganzen. Die pädagogischen Impulse der Ordensgründer*innen wirken noch heute und haben sich - teils in ausgefeilten pädagogischen Konzepten - weiterentwickelt. Ich bin davon überzeugt, dass diese Impulse auch für die Pädagogik des 21. Jahrhunderts wegweisend sind.
Katholische Schulen sind kirchliche Orte, sind pastorale Orte. Sie sind Orte, an denen die Botschaft des Evangeliums in einer ganz besonderen Weise zum Klingen gebracht wird. Sie ermöglichen Schülerinnen und Schülern ein In-Kontakt-Kommen mit der befreienden Botschaft des Christentums, ohne zu vereinnahmen. Sie können "Resonanzräume für das Religiöse" sein. Sie sind Orte kirchlicher Wirksamkeit, die in unserer Gesellschaft unersetzlich sind.
Ich möchte tausendfach DANKE sagen: für diese Einblicke und für alle Begegnungen mit Euch und Ihnen, die mich unendlich bereichert und in meinem Engagement für das große Ganze bestärkt haben. Der Kontakt mit so vielen wunderbaren Menschen war es, der meine Arbeit als Privatschulreferent erst mit Sinn und Freude erfüllt hat. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, dass ich auch den einen oder andern Beitrag leisten konnte. Wesentliche Impulse haben wir immer gemeinsam gesetzt und akkordiert - ein Grundprinzip der Arbeit für und mit Schule, das auch in der Koordinationsarbeit spürbar war und ist.
Ein ganz besonderer Dank gilt meinen Kolleginnen und Kollegen am Schulamt für das herzliche Miteinander, für das gemeinsam Arbeiten, für das miteinander Lachen und vor allem: Für Euch. Schön, dass es euch gibt. Ihr werdet mir fehlen!
Bezüglich meiner Nachfolge im Privatschulreferat laufen derzeit Gespräche - wir werden Euch und Sie zeitnah informieren.
Ich übernehme mit 1. September eine Aufgabe, die mich weiterhin in der "Familie Katholische Schulen in Oberösterreich" bleiben lässt. Als Schulleiter am Kollegium Aloisianum darf ich - gemeinsam mit einem hoch engagierten Team - etwas von dem "MEHR" Katholischer Schulen leben. Dass ich auch Euch und Sie in meiner neuen Funktion wieder treffen werde, macht den Abschied etwas leichter.
Euch und Ihnen allen wünsche ich von Herzen alles Gute und in allem Gottes segnende und liebende Begleitung. Wir bleiben verbunden.
Nach diesem herausfordernden Schuljahr wünsche ich Euch und Ihnen allen gute Zeiten der Erholung im Sommer!
Michael Haderer, Privatschulreferent