Friday 7. May 2021
Pastorale Berufe

Ein Jahr Corona in der Jugendarbeit des Dekanats Wels-Land

Mit Mitte März 2021 befand sich die Welt ein Jahr lang in einer Pandemie. In diesem Zeitraum hat sich viel verändert, auch die kirchlichen Angebote. Viele nutzten den Jahrestag um auf das zurückzuschauen, was in diesem Jahr passiert ist. Dies tat auch die Beauftragte für Jugendpastoral im Dekanat Wels-Land und stellte sich die Fragen: Was war herausfordernd? Was war bewegend und was wurde geleistet?

„Wir haben gleich am Mittwoch, 18.3.2020, im ersten Lockdown mit dem Format „KJ in Action“ durchgestartet und einen Online-Spielabend mit Brettspielen gemacht. Zu Beginn wollten wir einmal in der Woche online präsent sein. Da wir vom „KJ in Action-Team“ gemerkt haben, dass viele auf der Suche sind, haben wir unsere Ideen niedergeschrieben und freigegeben,“ berichtet Ela Klein, Beauftragte für Jugendpastoral & Dekanatsassistentin im Dekanat Wels-Land.

Denn es war ihr wichtig, dass die Pfarrverantwortlichen auch selbst etwas für die Jugendlichen anbieten können. Dadurch entstand ein gegenseitiges „Durchhelfen“, wie Ela Klein sagt: „Immer wieder sprudelten Ideen von und für Jungschar- und Jugendgruppen von verschiedenen Seiten.“ So kam zusätzlich zum Spieleabend bald eine Talktime dazu, zu der auch meist ein Talkgast eingeladen wurde. Damit wurde das online-Angebot auf bis zu drei Mal die Woche erweitert.

Aber auch für die spirituellen und auch kulinarischen Bedürfnisse wurde von Seiten der Verantwortlichen gesorgt: „Es gab bei uns im Dekanat auch Online-Andachten als keine Gottesdienste möglich waren. Wir haben vieles was uns eingefallen ist, versucht zu machen - so wurde auch online gebacken und gekocht.“

 

In den Zeiten, in denen es möglich war, wurde versucht auch Treffen in Präsenz anzubieten. Da erging es jedoch den Jugendleiter*innen ähnlich, wie vielen anderen: Vieles musste auf Grund von Verschärfungen der Regelungen kurzfristig von Präsenz in ein Online-Angebot umgemodelt werden.


 

#seelenkaffee und #seelenspaziergang
 

Ein besonderes Angebot in dieser Zeit war und ist der #seelenkaffee oder der #seelenspaziergang. Darüber erzählt Ela Klein: „Ich habe mir im Herbst 2020 zum Ziel gesetzt, dass ich nichts mehr absagen möchten, also von den Präsenzveranstaltungen, die damals möglich waren und ich habe gemerkt, wie die neuen Verordnungen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf die Seele und die Stimmung schlugen. Daher lud ich zu einem #seelenkaffee mit max. sechs Personen die damals erlaubt waren. Leider musste ich die drei ausgemachten Termine aufgrund des Lockdowns wieder absagen und wir gingen über zum #seelenspaziergang. Da sich ja zwei Haushalte treffen dürfen und Spaziergänge erlaubt waren. Diese kamen sehr gut an und wurden für persönliche Gespräche, zum Lachen und auch Weinen und um einfach mal wieder jemand zu treffen, genützt.“
 

Schwierigkeiten Jugendlicher

 

Speziell gegen Ende dieses ersten Pandemiejahres wurde auch über die Schwierigkeiten, die die Pandemie Jugendlichen auferlegt, gesprochen. Ela Klein sieht diese Herausforderungen auf vielen Ebenen. Einerseits beim Homeschooling: „Ich habe bemerkt, dass das Homeschooling für etliche Schüler*innen zeitweise sehr anstrengend und fordernd war, da trotz allem viel erwartet wurde. Bei einigen Jugendlichen stand ein Schulwechsel an, da geht es dann um gute Noten, das Auswählen und die Aufnahme in der Wunschschule. Für andere ging es darum eine Lehrstelle zu finden. Besonders anstrengend war für die Jugendlichen der zweite Lockdown, in dem online neuer Stoff zu lernen war, der dann in Präsenz mit Mund-Nasen-Schutz bei den Schularbeiten abgeliefert werden musste.“

Für die arbeitenden Jugendlichen war die Kurzarbeit herausfordernd, beschreibt Ela Klein: „Viele mussten mit der Unsicherheit leben: Wie geht es weiter? Wie viel Geld bekomme ich? Behalte ich meinen Job?“.

Aber auch die Einschränkungen in der Freizeit wurden schmerzhaft erlebt: „Alle haben unter den Absagen der Festivals und Sommerfeste gelitten, Treffen waren immer nur in kleinen Kreisen möglich und man blieb meist unter bereits bekannten Menschen. Da stellen sich dann so Fragen, wie: Finde ich jemals eine*n Partner*in fürs Leben?“

Dazu erzählt Ela Klein, dass  bei den Jugendlichen auch das Gefühl bleibe, ein Jahr ihrer Jugend verloren zu haben: „Maturabälle, Aupair-Aufenthalte, Auslandssemester, Sprachreisen,... alles wurde abgesagt und vieles davon kann nicht nachgeholt werden.“
 

Jugendliche geben Acht auf Andere

 

Umgekehrt war Ela Klein beeindruckt, wie stark sich die Jugendlichen auf die Veränderungen und die neuen Rahmenbedingungen einstellen konnten: „Viele Jugendliche haben sich sehr lange bzw. bis jetzt noch immer an alle Vorgaben der Regierung gehalten – das finde ich wirklich toll. Einige haben sich eine oder zwei Freund*innen ausgesucht, mit denen sie sich immer wieder getroffen haben. Alle haben an ihre Angehörigen gedacht und sich von den Großeltern oder Risikopersonen ferngehalten – auch wenn es schwerfiel.“ Die Jugendlichen haben sich auch ehrenamtlich eingesetzt, um in ihrer Freizeit anderen zu helfen, etwa durch Einkaufsdienste oder Gartenzaungespräche.
 

Neue(s) Kennenlernen

 

Für Ela Klein und ihre Kolleg*innen boten Herausforderungen wie das Finden neuer technischer Hilfsmittel, z.B. Online-Würfel und Plattformen, gleichzeitig das Entdecken neuer Möglichkeiten und ein gewisses humoristisches Potential. „Es war und ist spannend neues zu entdecken und festzustellen, was etwa online nicht funktioniert, wie Flüstern, das hören nämlich trotzdem alle“, lacht Ela Klein, „aber auch was richtig gut funktioniert. So haben wir Brettspiele, wie Spiel des Lebens, Activity, Tabu,... in Online-Spiele verwandelt. Das hat großen Spaß gemacht.“ Und man glaubt es kaum, auch in diesen Zeiten ist es möglich neue Menschen kennen zu lernen, wie Ela Klein über ihre Talktimes berichtet: „Ich habe Leute – online – getroffen, denen ich sonst nie begegnet wäre und so entstand eine ganz neue Gruppe. Mittlerweile ist es wie ein Stammtisch, an einem fixen Tag in der Woche und mit ähnlichen Leuten.“

 

Bei all dem kann sich Ela Klein auf ein Team von Ehrenamtlichen verlassen, das für sie sehr wichtig ist: „Ich bin sehr froh über mein Team, das immer wieder kreative Ideen hat. Ohne sie wären diese Angebote in diesem Jahr nicht möglich gewesen.“

 

Wer den Angeboten der Jugendpastoral im Dekanat Wels-Land folgen möchte, findet sie auf Facebook:  https://www.facebook.com/Dekanat-Wels-Land-Ela-Klein-114450126622175

und Instagram: @kjwelsland oder @alltagschristin.

 

Text: Mag.a Melanie Wurzer BA

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