Saturday 15. August 2020
Pastorale Berufe

Seelsorgerin für die Sorgenden

Über eine Personengruppe wurde am Beginn des Lockdowns besonders viel geredet, weil ihre wertvolle Arbeit besonders gefehlt hätte, die 24-Stunden-Betreuer*innen aus dem Ausland. Seit Herbst 2018 werden diese Pfleger*innen von einer Seelsorgerin im Dekanat Nord begleitet. Auch in der Zeit des Lockdowns ist diese „Sorge für die Sorgenden“ nicht abgebrochen.

Monika Jusufi kennt die Arbeit, Anliegen und Sorgen der 24-Stunden-Betreuer*innen sehr gut, war sie doch selbst als solche einige Jahre tätig. Aus der eigenen Betroffenheit heraus und aus dem Erleben, dass es für die Pfleger*innen kein seelsorgliches Angebot gab, entwickelte Dipl. PAssin Monika Jusufi das Projekt „Pre teba – Für dich“ das sich genau jenen Personen, die aus dem Ausland (insbesondere aus der Slowakei) kommen und unsere Angehörigen pflegen, widmet.

„Mir ging es vor allem darum, den Betreuer*innen zu ermöglichen, über die Unsicherheiten, Schwierigkeiten, aber auch über die Erfolge ihrer Arbeit zu reden. Auch die privaten Probleme, die sie fern von zuhause zwei Wochen lang im Kopf tragen, sollten Platz haben.“ so beschreibt Monika Jusufi ihr Anliegen.

Kontakt zu den Betreuer*innen nimmt sie über eine Agentur in Linz und in der Slowakei auf, aber auch über die tschechisch bzw. slowakischen Gottesdienste bei den Barmherzigen Brüdern in Linz, sowie über die Pfarren und Dekanate in und rund um Linz.

 

Doch wie sieht die Begleitung konkret aus? „Ich besuche die Pfleger*innen in ihrer Freizeit, wir gehen spazieren oder besuchen eine nahegelegene Kirche. Während der Hitzewelle voriges Jahr haben wir uns im Freibad getroffen, bei der Donau, im Lentia, in der PlusCity oder der Innenstadt,“ so Jusufi. Oft besucht sie die Betreuer*innen dort, wo sie gerade arbeiten, damit nicht die zweistündige Freizeit mit herumfahren vergeudet werden muss. „Dann beten wir miteinander, singen oder tanzen, reden, lachen und manchmal wird auch geweint,“ erzählt die Seelsorgerin.

Abseits davon nutzt Jusufi jede Möglichkeit ihr Projekt vorzustellen und für dessen Anliegen zu sensibilisieren. Dazu verwendet sie vielfältige Kanäle, wie etwa den Predigtdienst in Pfarren oder auch die Pfarrblätter. Außerdem macht sie bei Veranstaltungen wie dem „Fest der Vielfalt“ oder „Das Fremde geht uns an“ oder auch beim „Tag der Altenarbeit“ darauf aufmerksam und lädt dazu meist ein bis zwei Betreuer*innen ein, die selbst von ihrem Leben und ihrer beruflichen Situation erzählen.

 

Und wie erging es den Pflegenden in der Zeit des Lockdowns? Dazu Monika Jusufi: „Es war eine Zeit der schnellen und schwierigen Entscheidungen. Hierbleiben und verlängern, um einerseits die alten Menschen gerade jetzt nicht zu verlassen und andererseits den „Bleib da!“ Bonus in der Höhe von 500 Euro zusätzlich zum Lohn zu bekommen? Oder in dieser schwierigen Zeit zu seiner Familie nachhause fahren?“ Außerdem stellten sich viele ganz praktische Fragen: Wie kann man sich selbst und auch die alten Menschen vor Corona schützen? Wie kommt man wieder nach Hause? Wie geht das mit dem Corona-Test? Muss man in staatliche Quarantäne? „Insgesamt lag zu viel Last auf den Schultern der Betreuer*innen. Insbesondere Ostern und der Muttertag war für die Betroffenen sehr schwer,“ erzählt Monika Jusufi. In dieser Zeit hat sie versucht zu helfen. Sie führte viele Telefonate auch in die Slowakei und versuchte bei der Informationsbeschaffung zu unterstützen. Denn nicht ausreisen zu dürfen bedeutet für die Betreuer*innen auch, die ganze Zeit keinen Verdienst zu haben. Die Pfleger*innen, die oft bis zu vier Monate hiergeblieben sind, hat sie durch Bücher mit religiösen Texten versorgt.

Insgesamt würde sich Monika Jusufi mehr Wertschätzung der Arbeit der 24-Stunden-Personenbetreuer*innen wünschen: „Ich glaube, dass ich da nicht viel sagen muss. Die Corona-Krise hat ja gezeigt, wie wichtig sie sind.“

 

 

(Text: Melanie Wurzer)

 

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